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Sabine Groß mit Mitarbeiterinnen der Caritas Straßenambulanz
Sozialdezernentin Sabine Groß (Zweite von links) begleitete die Straßenambulanz der Caritas in Offenbach. © Stadt Offenbach/georg-foto.de
Mit einem umgebauten Transporter versorgt die Caritas Straßenambulanz seit Februar 2019 Wohnungslose und Menschen ohne Krankenversicherung in Offenbach. Sie erhalten mit dem mobilen Angebot eine kostenlose pflegerische Versorgung. Im Bedarfsfall wird ein Kontakt zur ärztlichen Sprechstunde der Maltester Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung im Ketteler Krankenhaus hergestellt.

Das Angebot der Caritas, das in seine zweite Weihnachtszeit geht, ist für Sozialdezernentin Sabine Groß eine sehr wichtige Daseinsfürsorge für die Betroffenen. Deshalb hat sie nun zu Beginn der kalten Jahreszeit die Straßenambulanz begleitet und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ihren großen Dank ausgesprochen: „Die Straßenambulanz leistet wichtige Arbeit, indem sie als Ansprechpartner für Menschen da sind, die sich in einer Notlage befinden.“

Die Sozialdezernentin will mit ihrem Besuch auch die Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Straßenambulanz lenken, denn es werden immer wieder ehrenamtliche Helfer und Unterstützer gesucht. „Die Caritas finanziert das Projekt bis September 2021 aus Fördermitteln der SKala-Initiative, einer Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten. Hinzu kommen Caritas-Eigenmittel und private Spenden. Wie ich bei meinem Besuch erfahren habe, sind schon kleine Spenden ausgesprochen hilfreich und von hohem Wert, um das Angebot aufrechterhalten zu können.“ Wie sie berichtet, wurde beispielsweise einer Familie geholfen, die in Offenbach kein Obdach hatte und in einem Verschlag hauste, nun aber bei Verwandten in Amsterdam unterkommen konnte. „Die Straßenambulanz kaufte Bustickets, damit die Eltern mit ihrem dreijährigen Kind zu ihren Verwandten fahren konnten.“

In den Gesprächen wurde für Sabine Groß deutlich, dass sich die Arbeit der Straßenambulanz nicht nur auf die Menschen konzentriert, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Ebenso kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Einzelpersonen und Familien, die keine Krankenversicherung haben. Auch schwangere Frauen zählen zu diesem Personenkreis. „Wir sind froh, dass wir hier an das Angebot der Familienhebammen der Stadt Offenbach anknüpfen oder auch zur weiteren ärztlichen Versorgung an die Malteser-Praxis weitervermitteln können“, sagt Projektleiterin Edith Heilos, die auch stellvertretende Bereichsleiterin im Caritashaus St. Josef (Platz der Deutschen Einheit 7) ist. Wer in der Vorweihnachtszeit noch eine Idee für ein Geschenk sucht, könne mit einer finanziellen Unterstützung einen Beitrag für die Straßenambulanz oder das medizinische Angebot im Ketteler Krankenhaus leisten, so Heilos und Groß.

Der Ambulanzbus ist in den kommenden Monaten von Montag bis Freitag in unterschiedlichen Stadtteilen unterwegs und macht unter anderem Station an den Stadtteilbüros im Mathildenviertel und im Nordend. Einmal die Woche hält er auch vor der Teestube Gerberstraße 15, der Anlaufstelle des Diakonischen Werkes für Menschen ohne eigene Wohnung. Eine Krankenschwester und eine Kinderkrankenschwester suchen Hilfebedürftige außerdem zu Fuß in der Fußgängerzone und im weiteren Innenstadtbereich auf. Vor Ort kann Hilfestellung gegeben werden bei der Körperpflege, der Versorgung mit frischer Kleidung, bei Alltagsbeschwerden, zur Wundbehandlung, Diabetes, Herz- und Kreislaufbeschwerden, chronischen Erkrankungen oder Schwangerschaft. In anderen Fällen wird eine ärztliche Unterstützung oder zu weiteren Hilfs- und Beratungsangeboten in Offenbach vermittelt.

Für das Projekt ist die Caritas in einem Netzwerk verbunden unter anderen mit dem Stadtgesundheitsamt, dem Ketteler Krankenhaus, den Familienhebammen, Ärzten, den Integrationslotsen und dem Freiwilligenzentrum Offenbach. Wer die Straßenambulanz finanziell oder als Helfer unterstützen möchte, kann sich an Edith Heilos vom Caritasverband Offenbach unter der Rufnummer 0152 09291778 und per Mail an edith.heiloscv-offenbachde wenden. Interessierte mit pflegerischen oder medizinischen Kenntnissen (Krankenschwestern, Pflegekräfte, Ärzte) könnten sogar das Caritas-Pflegepersonal weitergehend unterstützen, etwa bei Verbandswechsel, Medikamentengabe oder Körperpflege.

13. Dezember 2019

Sabine Groß mit Mitarbeiterinnen der Caritas Straßenambulanz Stadt Offenbach/georg-foto.de
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