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Nach zwei Jahren ist der Prozess der Sportstättenentwicklungsplanung abgeschlossen und erhält Zustimmung durch den Magistrat der Stadt Offenbach.

Mit dem Ziel der Sicherung und Stärkung der sportlichen Infrastruktur dient der Sportstättenentwicklungsplan künftig als Grundlage für sämtliche (Bau)Maßnahmen an Sportanlagen innen und außen, Freizeitspielfeldern im öffentlichen Raum, Schwimmbädern und Sondersportanlagen – alle Teilbereiche der Sport- und Bewegungsräume werden in dem Strategiepapier berücksichtigt. Auch die Digitalisierung im Offenbacher Sport wird erstmals in den Blick genommen. Die Federführung für die Erstellung des Plans hatten externe Expertinnen und Experten vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS).

„Eine Vorgabe von mir war, dass IKPS alle Offenbacher Vereine befragt und einbezieht sowie die Bürgerinnen und Bürger beteiligt“, berichtet Oberbürgermeister und Sportdezernent Dr. Felix Schwenke. In einem ergebnisoffenen Prozess wurde auf Basis objektiver Daten, den Vereinsbefragungen und der Bevölkerungsbefragung in einem Gremium aus Mitgliedern der Sportkommission und der Stadtverwaltung eine Strategie zur Weiterentwicklung der Sport- und Bewegungsräume in Offenbach erarbeitet. Der Sportstättenentwicklungsplan beinhaltet im Ergebnis konkrete Ziele und Handlungsempfehlungen. „Der zeitliche Umsetzungshorizont der Maßnahmen ist natürlich genau wie bei den Schulbausanierungen und anderen wichtigen Maßnahmen leider stark von der Haushaltslage abhängig. Man muss sicher von mindestens 10 Jahren ausgehen und es gibt ein durchaus hohes Risiko, dass es auch länger dauern könnte – alles andere wären unrealistische Versprechungen“, sagt OB Schwenke und bleibt damit seiner Linie treu, möglichst offen mit der weiterhin schwierigen Finanzlage der Stadt umzugehen.

„Der Sportstättenentwicklungsplan steht. Während der anhaltenden Corona-Pandemie war es nicht immer einfach, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Der Umstieg auf virtuelle Arbeitstreffen und manche kreativen Ideen machten es dann möglich, den Prozess weiter voranzutreiben. Das ist ein Zeichen für eine sehr gute Zusammenarbeit der zahlreichen beteiligten Akteure“, erläutert der Oberbürgermeister. „Jetzt steht einiges zur Umsetzung an. Die Voraussetzungen dafür sind gut, da wir durch die Befragungen der Sportvereine und Bürgerinnen und Bürgern Erkenntnisse aus erster Hand vorliegen haben. Wir wissen jetzt, wo dringender Handlungsbedarf besteht und können sehr effizient bei der Umsetzung vorgehen. Doch bis der erste Bagger rollt, braucht es noch etwas Geduld. Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise und ihren Auswirkungen auf die finanzielle Situation unserer Stadt. Die priorisierten Maßnahmen können nur schrittweise abgearbeitet werden. Hinzu kommen die andauernden Schulbausanierungen, die zunächst abgeschlossen werden müssen“, stellt Schwenke weiterhin klar.

Ein besonderer Prozess

Die Besonderheit des zurückliegenden Prozesses lag in der breiten Beteiligung nahezu aller Personenkreise, die mit dem Thema Sport in Offenbach zu tun haben. Dadurch konnten die wichtigsten Punkte direkt aus erster Hand gewonnen werden. Die Wege der Datenerhebung waren dabei vielfältig:

Über eine Onlinebefragung wurden im Frühjahr 2020 Offenbacher Sportvereine angesprochen. Im Anschluss daran führte das IKPS individuelle Interviews mit allen Sportvereinen, die mehr als 400 Vereinsmitglieder haben. Parallel dazu organisierte das städtische Sportmanagement gemeinsam mit dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement eine anonyme Online-Bürgerbefragung von über 6.000 Offenbacherinnen und Offenbachern aus allen Stadtvierteln. Und immer ging es um das Nutzungsverhalten im Sport, auf städtischen Sportstätten, im öffentlichen Raum und um die daraus erwachsenen Bedürfnisse.

Die Ergebnisse und Auswertungen wurden im Anschluss der sogenannten kooperativen Planungsgruppe präsentiert. Ihre Aufgabe bestand in der Erarbeitung von konkreten Zielen und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung der Sport- und Bewegungsräume in Offenbach. Die Gruppe setzte sich aus insgesamt 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Offenbacher Sport sowie den städtischen Stellen, die mit Sport Kontakt haben, zusammen. Dazu gehören der Sportkreis Offenbach, sachkundige Bürgerinnen und Bürger der Sportkommission, zwei an Mitgliedern größte Vereine im Stadtgebiet, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtkonzerns, Stadtverordnete aus den sechs größten Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, dem städtischen Sportmanagement, dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement sowie dem Institut IKPS.

Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2021 durch das Institut IKPS wissenschaftlich bewertet und im Anschluss von der Sportkommission zur Umsetzung empfohlen. Im Ergebnis steht der Stadt Offenbach ein ganzheitliches Maßnahmenpaket zur Verfügung. Die Maßnahmen wurden zusätzlich priorisiert.

Konkrete Handlungsempfehlungen (Auszüge)

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Verbesserung der Schwimmbadsituation in Offenbach. Hier besteht ein akuter Handlungsbedarf. Die Stadt arbeitet daher gemeinsam mit dem Ersten Offenbacher Schwimmclub (EOSC) und der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft bereits an einer Neugestaltung des Waldschwimmbades auf der Rosenhöhe.

Weitere wichtige Handlungsempfehlungen des Sportstättenentwicklungsplans aus Sicht der Planungsgruppe:

  • Standortplanung und Ermittlung von Flächenpotenzialen
  • Erfassung und Nutzung vorhandener Räume für Sport und Bewegung
  • Ausbau der Digitalisierung im Offenbacher Sport
  • Sanierung und Modernisierung bestehender Sporthallen
  • Bewegungsfreundliche Gestaltung von Schulhöfen
  • Optimierung der Belegung der Sportplätze
  • Öffnung von bewegungsfreundlichen Schulhöfen außerhalb der Unterrichtszeiten
  • Umsetzung des Radwegekonzeptes
  • Schaffung dezentraler Bewegungsmöglichkeiten auf Grünflächen und in Parks
  • Stärkung und Weiterentwicklung der Bädersituation

Die Umsetzung dieser und weiterer Empfehlungen ist auf mehrere Jahre angelegt und vorbehaltlich der finanziellen und personellen Machbarkeit sowie der Einbindung in laufende Prozesse und Planungen zu sehen.

Hintergrund

Die Stadtverordnetenversammlung hat 2018 beschlossen, dass der Magistrat einen Sportstättenentwicklungsplan für die Stadt Offenbach am Main erstellen und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorlegen soll. Nach Durchführung eines Ausschreibungsverfahrens hat der Magistrat auf Antrag von Oberbürgermeister und Sportdezernent Schwenke in seiner Sitzung am 30. Oktober 2019 die Vergabe für die Erarbeitung eines Sportstättenentwicklungskonzepts an das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung GbR (IKPS) in Stuttgart beschlossen.

Erwartet wurden als Ergebnis des Prozesses konkrete Handlungsempfehlungen für zeitgemäße infrastrukturelle Rahmenbedingungen auf der Grundlage einer wissenschaftlich fundierten Bedarfsanalyse. Diese liegen mit dem Abschlussbericht „Sportstättenentwicklungsplanung in der Stadt Offenbach“ vor.

Für die Erstellung des Sportstättenentwicklungsplans ist das städtische Sportmanagement federführend und wird vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement unterstützt.

24. September 2021