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Gruppenbild mit Organisatoren des Kranlaufs
Das Organisationsteam des 1. Offenbacher Kranlaufs (von links): Manfred Ginder (Leiter der Abteilung Sportmanagement), Bärbel Schwab (AIDS-Hilfe Offenbach), Stadtverordnetenvorsteher Stefan Färber, Alexander Knöss vom Amt für Kultur- und Sportmanagement, Moderator Rene Rexhausen, Diethelm Kuttlich vom Offenbacher Leichtathletik-Club, Quartiersmanager Marcus Schenk, Designer Lutz Jahnke und Karin Zein vom Quartiersmanagement. © Stadt Offenbach
Der Offenbacher Kranlauf findet am 3. Oktober 2017 statt.

Für viele Menschen sind HIV und AIDS nach Jahren der Aufklärungsarbeit und Kampagnen kaum noch ein Thema. Die Krankheit, die nach wie vor mit Prostitution, Drogenkonsum und Homosexualität assoziiert wird, ist aber auch in Deutschland nicht besiegt. „Tatsächlich nimmt die Zahl von Neuinfektionen beispielsweise bei Heterosexuellen wieder zu, viele wissen gar nicht, dass sie den Virus in sich tragen“, berichtet Bärbel Schwab von der Offenbacher AIDS-Hilfe. Dabei bietet die Organisation die Möglichkeit, sich anonym und kostenlos testen zu lassen. Aber die Vorbehalte sind groß, auch wenn HIV inzwischen gut erforscht ist und es inzwischen gute Medikamente gibt: Gegen Unwissenheit und Angst hilft nur kontinuierliche Aufklärungsarbeit.

Diese leistet das Team der Offenbacher AIDShilfe seit 30 Jahren mit Beratungsangeboten, Prävention in Schulen, Altenheimteams, Arztpraxen und Streetwork. Außerdem kümmern sich Schwab und ihre Kolleginnen und Kollegen um Betroffene. Viele behalten die Erkrankung für sich – aus Angst stigmatisiert zu werden. „Es ist leider immer noch ein Spießrutenlauf. Obwohl jemand, der regelmäßig Medikamente nimmt, nicht ansteckend ist“, so Schwab. „Aber leider denken viele noch immer, dass bereits Händeschütteln oder aus dem selben Glas trinken, gefährlich ist.“

„In den achtziger Jahren, als die Krankheit auftauchte“, erinnert sich Schirmherr und Stadtratsvorsitzender Stefan Färber, „geisterten viele Horrorgeschichten durch die Welt, inzwischen sind wir schlauer. Man muss an AIDS nicht mehr sterben, aber Aufklärungsarbeit ist nach wie vor wichtig.“ Dass AIDS-Hilfe und Quartiersmanagement nun gemeinsam zum Kranlauf einladen, begrüßt er sehr.

Die Idee eines Benefizlaufs gab es schon länger, aber weil so ein Lauf auch ordentlich organisiert sein will, holte Quartiersmanager Marcus Schenk mit dem städtischen Sportmanagement und dem Offenbacher Leichtathletikclub kompetente Partner ins Boot geholt. Über die Länge der zu laufenden Strecke waren sich die Partner schnell einig, schließlich soll diese niemanden vom Lauf für den guten Zweck abhalten: Drei oder fünf Runden um das Hafenbecken gilt es am 3. Oktober zu absolvieren. „Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell ins Ziel zu kommen“, erläutert Diethelm Kuttlich vom Leichtathletik-Club: „Es gilt der olympische Gedanke, dabei sein ist alles.“

Die Anmeldespende beträgt 5 Euro (bis 18 Jahre) beziehungsweise 10 Euro für Volljährige. Anmeldungen sind online unter www.offenbach.de/kranlauf und bis zum Startschuss um 11 Uhr am Blauen Kran im Hafen möglich. Für die Läufer steht die Sporthalle der neuen Hafenschule zum Umziehen und Duschen zur Verfügung.

Hafenfest mit Liveprogramm

Für alle Läufer und Nichtläufer hat das Sportmanagement zwischen 10 und 16 Uhr ein abwechslungsreiches Liveprogramm auf dem Hafenplatz organisiert. Dort sind JP Beatbox mit Hip-Hop-Beats und Herr Kaleun mit Chill-Out-Beats zu hören, außerdem treten die Singer-Song-Writer Caro Konrad, Jan Schnitt und Marco Pleil jeweils mit Gitarre auf. Auch die STAR WARS-Beskarschmiede hat sich für einen Besuch angekündigt.

Durch das Programm führt der der 33-jährige Rene Rexhausen, der als Travestiekünstler unter anderem auf „Gerdas kleiner Weltbühne“ aufgetreten ist und aufgrund seiner Homosexualität oft mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Für ihn ist schon die Tatsache, dass der Kranlauf für die AIDS-Hilfe stattfindet ein Erfolg. Darüber, dass der Lauf wachsen und sich etablieren muss, sind sich alle einig. Der erklärte Wille ist da und Designer Lutz Jahnke hat mit seiner Visualisierung der AIDS-Schleife eine zeitlose Gestaltung für die Veranstaltung gefunden.

28. September 2017