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zusaetzliche Sportstunde,
© Stadt Offenbach/georg-foto.de

Offenbach am Main, 24. Oktober 2018 – „Mens sana in corpore sano“ dichtete der Römer Juvenal im 1. Jahrhundert. In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist, das gilt bis heute. Allerdings haben sich die Lebens- und vor allem Bewegungsgewohnheiten in den vergangenen Jahren stark verändert, weshalb in Kooperation zwischen Grundschulen und Sportvereinen an einigen Modellschulen die „tägliche Sportstunde“ eingeführt wurde. Aktuell nehmen hessenweit 12 Schulen an dem Projekt teil. Im Sportkreis Offenbach darf sich die Grundschule Buchhügel zu den Pionieren zählen, in denen zusätzlich zum Sportunterricht zwei weitere Sporteinheiten stattfinden. Hier kommen Übungsleiterinnen und -leiter der nahegelegenen Sportvereine Gemaa Tempelsee und der TGS Bieber, um mit den Kindern, Fußball (Gemaa Tempelsee) beziehungsweise und Tennis (TGS Bieber) zu spielen. Die Teilnahme ist freiwillig, aber in der Regel sind 12 bis 15 Kinder mit Spaß und Leidenschaft dabei.

Gemeinsam stellten Birgitt Stolz, Leiterin der Buchhügelschule, Katrin Hebeisen, Konrektorin und Projektverantwortliche, Paul-Gerhard Weiß, Dezernent für Bildung, der Sportkreisvorsitzende Peter Dinkel sowie die Vorstandsmitglieder Erwin Kneißl und Jürgen Weil und Vertreter der Sportvereine Gemaa Tempelsee und TGS Bieber das Projekt am Mittwoch, 17. Oktober, vor. Nicht gefehlt haben natürlich die Schülerinnen und Schüler.

„Der Schritt in den Vormittag“, weiß Jürgen Weil vom Sportkreis, erscheint „aus Vereinssicht erst einmal ungewöhnlich. Allerdings wissen wir, dass mit den Angeboten am Nachmittag die ohnehin sportaffinen Kinder angesprochen werden. Von Sportstunden am Vormittag profitieren hingegen auch bewegungsschwache Kinder, denen mit dem Projekt Freude an Sport und Bewegung vermittelt werden kann.“

Daher, bestätigt auch der Vorsitzende des Sportkreises Peter Dinkel, ist die Kooperation von Vereinen und Schule ist für beide ein Gewinn: „Es macht einfach Sinn, die Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit Kindern der Sportvereine zu nutzen und sie in die Schule zu holen. Für die Vereine wiederum ergibt sich die Chance, Kinder schon früh für Sport und eine Sportart zu begeistern.“

„Wir wissen, dass Bewegungsaktivität die Entwicklung von Kindern maßgeblich beeinflusst und Grundlage für die motorische, gesundheitliche und auch für die intellektuelle Entwicklung ist“, erklärt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß, das „belegen auch zahlreiche Studien“. Nicht zuletzt helfen Bewegung und Sport, etwaige Aggressionen abzubauen und kommen dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern im Grundschulalter schlicht entgegen.

Wer im Kindesalter Sport treibt, führt meist auch als Erwachsener ein aktives und damit gesünderes Leben. Deshalb hat der Landessportbund Hessen (lsb h) 2017 die Kampagne „Sport bildet und bewegt in Schule und Verein“ ins Leben gerufen, in der das Modellprojekt „Tägliche Sportstunde“ ein zentraler Bestandteil ist. Daher unterstützen Landessportbund und die Sportkreise das Projekt finanziell und organisatorisch, unter anderem mit der Aufwandsentschädigung für Übungsleiter in Höhe von 18 Euro pro Stunde.

Allerdings kann die tägliche Sportstunde nur mit Unterstützung der Vereine gelingen, denn schon heute können an vielen Schulen die vorgesehenen Sportstunden nicht in vollem Umfang unterrichtet werden, weil es an qualifizierten Lehrkräften mangelt.

Weil die Kinder in der ersten und zweiten Klasse das „beste motorische Lernalter“ haben, sollte, wenn es nach den Wünschen des Landessportbunds geht, die tägliche Sportstunde genau für diese Altersklasse überall eingeführt werden. „Perspektivisch ist dies aber selbstverständlich für alle Klassenstufen erstrebenswert“, so Dinkel weiter.

Bildinformation:

Gruppenbild mit Kindern und Bällen, Foto: Stadt Offenbach/georg-foto.de

Gruppenbild
© Stadt Offenbach/georg-foto.de