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Straßenschild Mater-Bonifacia-Weg
© Stadt Offenbach/georg-foto.de, offenbach
Im Stadtteil Bieberer Berg wird das frühere Mato-Gelände neu erschlossen. Damit entstand ein Zufahrtsweg in die neue Wohnsiedlung als Verlängerung der Daimlerstraße ab der Bieberer Straße. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach hat auf Vorschlag der AG Straßenbenennung beschlossen, den Weg nach Ordensschwester Mater Bonifacia zu benennen.

40 Jahre lehrte sie an der Marienschule der Ursulinen in Offenbach. Für 17 Jahre leitete sie die Schule als Direktorin (1967-1984). „Sie hat die Schule, die zweifelsohne ein Aushängeschild der Offenbacher-Bildungslandschaft ist, wie keine andere Leiterin geprägt und dabei wichtige gesellschaftlich notwendige Erneuerungen vorgenommen wie Einrichtung des Tagesheims, Umwandlung in eine additive Gesamtschule, Einrichtung des Realschulzweiges und Einführung der differenzierten Oberstufe mit dem Kurssystem“, heißt es in der Begründung.

Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber mit Dekan Andreas Puckel
Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber enthüllt das Straßenschild für den Mater-Bonifacia-Weg und Dekan Andreas Puckel segnet es. © Stadt Offenbach/georg-foto.de, offenbach

Am Mittwoch, 15. April, segnete Dekan Andreas Puckel vom katholischen Dekanat Offenbach mit Weihwasser das vom Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber enthüllte Straßenschild des „Mater-Bonifacia-Weges“ an einem „Weg, den Schwester Bonifacia so oft und gerne gegangen ist“, so Puckel.

„Wir hätten uns durchaus einen feierlicheren Rahmen gewünscht – das Ziel, an eine beeindruckende Lehrerin und Wegbegleiterin ihrer Schülerinnen zu erinnern, haben wir dennoch erreicht“, sagte Färber.

Geboren als Margarete Kunz lebte sie im Orden der Ursulinen als Schwester Mater Bonifacia vom Heiligen Geist. „Mit Mut und Weitblick formte die Ordensschwester das Mädchengymnasium zur ersten Gesamtschule in freier Trägerschaft in Hessen“, erinnert Dekan Andreas Puckel vom katholischen Dekanat Offenbach. Der Offenbacher Oberbürgermeister Dr. Walter Suermann zeichnete Schwester Bonifacia im Auftrag des Bundespräsidenten am 04. Juni 1982 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.

Geboren wurde sie am 18. Februar 1911 in Wilhelmruh bei Berlin, machte ihr Abitur in Ratibor, damals Oberschlesien, an der dortigen Ursulinenschule und bat dort um Aufnahme in den Konvent der Schwestern. Nach der Flucht vor der russischen Armee, erreichte Schwester Bonifacia nach abenteuerlicher Fahrt mit einigen Mitschwestern Geisenheim am Rhein. Dort legte sie ihr Examen als Volksschullehrerin ab und absolvierte ab 1949 ein Hochschulstudium an der Universität Bonn mit den Fächern Latein und Geschichte. Sie verstarb 2003 im Alter von 92 Jahren.

In der Jahresschrift der Schülerinnen der Marienschule aus dem Jahr 2003 ist zu lesen: „Sie ist und bleibt ein Stück von uns. Wir werden sie lieben und respektieren, denn für uns lebte sie, und in manchen Situationen werden wir uns fragen, was uns wohl die „Boni“ geantwortet hätte. Ihr Leben ist die Antwort.“

Markus Tumbrink drückt als Schulleiter der Marienschule seine Freude aus, dass eine Straße nach Mater Bonifacia benannt wird. Dies dokumentiere, welche „wichtige und selbstverständliche Rolle die Marienschule in der Stadt spielte und immer noch spielt und welche Anerkennung sowohl ihre ehemalige Leiterin als auch die Schule insgesamt genießen“. Auch wenn die Marienschule heute eine Schule des Bistum Mainz ist, lebten der Geist und die Tradition der Ursulinen auch heute in ihr fort. Die Namensgebung des Mater-Bonifacia-Wegs sei eine eindrucksvolle Erinnerung an das Erbe der Schwestern - ein Jahr vor dem 75-jährigem Jubiläum der Marienschule im Jahr 2021.

16. April 2020