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Als „bedeutenden Schritt“ hin zu einer verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit haben Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und Offenbachs Stadtoberhaupt Horst Schneider das Bauvorhaben von Mercedes-Benz am Kaiserlei gewürdigt. Das Investitionsvorhaben des Autobauers bringe beide Kommunen ein weiteres Stück näher und belege die Bedeutung der Kooperation zwischen den Städten und Gemeinden, die zur Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main gehören.
In Europa gebe es heute eine verstärkte Konkurrenz zwischen Metropolregionen, daher sei es umso wichtiger, dass Städte ihre Kräfte bündeln, hoben Roth und Schneider hervor. Nur auf diesem Weg könne es gelingen, sich als Standort zu behaupten. Mercedes-Benz stellte die Pläne für den Standort Frankfurt/Offenbach am Kaiserlei vor.
Petra Roth und Horst Schneider an der neuen Mercedes Benz Niederlassung
© Stadt Offenbach

Aktuell ist die Mercedes Benz Niederlassung Frankfurt am Main/Offenbach an fünf Standorten vertreten. Nun ist eine Neuausrichtung geplant. Das Unternehmen trennt die Sparten Nutzfahrzeug und Pkw. Die beiden Standorte an der Hanauer Landstraße werden dazu ebenso aufgegeben wie der Standort Daimlerstraße in Offenbach. Stattdessen will Mercedes-Benz insgesamt 85 Millionen Euro in den Bau eines Pkw-Betriebs am Kaiserlei und in den Bau eines Nutzfahrzeug-Zentrums Am Martinszehnten investieren.

Das Nutzfahrzeug-Zentrum – eine Investition in Höhe von rund 31 Millionen Euro - wird auf einem rund 43.000 Quadratmeter großen Grundstück im Dreieck zwischen A 661 und A 5 entstehen. Der Bau soll bereits im September dieses Jahres beginnen. Burkhard Wagner, Direktor der Niederlassung, rechnet Am Martinszehnten mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr.

Der neue Mercedes-Benz Pkw-Betrieb am Kaiserlei wird im Dreieck zwischen A 661, Bahnlinie und Kaiserlei-Promenade liegen. Das Gelände liegt bereits auf Frankfurter Gemarkung. Ein Bebauungsplan besteht noch nicht. Baubeginn ist deshalb erst für Ende 2012 geplant. 2014 soll der neue Komplex bezugsfertig sein. 350 Beschäftigte werden dann am Standort Kaiserlei tätig sein.

Als „kleinen Wermutstropfen“ bezeichnet Offenbachs Oberbürgermeister Schneider die Tatsache, dass sich der „Zwickel“, auf dem Mercedes-Benz nun am Kaiserlei bauen will, nicht mehr auf Offenbacher Gemarkung befindet. Die Stadt verliere nur ungern diesen Premiumhersteller der Automobilindustrie. „Wir konnten das leider nicht verhindern“, so Schneider. Und so begreift die Stadt Offenbach die Ansiedlung „an die Nahtstelle der beiden Nachbarstädte" auch als Chance: Für die Anwohner am Standort Daimlerstraße bedeute die Verlagerung eine Entlastung. Und auch für die Entwicklung des Kaiserlei eröffne die Neuansiedlung neue Möglichkeiten.

Schneider wünscht sich eine Verkehrsregelung ohne den jetzigen Kreisel. Kreuzungsfrei soll die Berliner Straße an die Kaiserlei-Promenade anschließen. Die Strahlenberger Straße soll auf den Goethering münden. Von dieser Achse aus sollen Auf- und Abfahrt zur A 661 erfolgen. Damit, so Schneider, habe man Regionalverkehr und überregionalen Verkehr entflochten und der Kaiserlei könne insgesamt mehr Verkehr verkraften als der Kreisel, der schon heute überlastet ist. Außerdem könnten dann zusätzliche Gewerbegrundstücke, darunter auch das Gelände innerhalb des Kreisels erschlossen werden. Über die neue Verkehrsführung verhandele man bereits mit Land und Bund.

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, die kurz vor dem Ortstermin im Kaiserlei mit dem Flugzeug aus Berlin angekommen war, stand noch ganz unter dem Eindruck aus der Vogelperspektive: „Vom Flugzeug aus sieht man: Frankfurt und Offenbach wachsen zusammen."

Die Kooperation zwischen Frankfurt und Offenbach könne sich, so die beiden Oberbürgermeister, am Kaiserlei ausgesprochen gut entwickeln. Damit werde nicht grundsätzlich der Schlusspunkt unter frühere Städtekonkurrenzen in der Ansiedlungspolitik gesetzt."Frankfurt und Offenbach müssen aber an einem so exponierten Standort wie dem Kaiserlei ihre Kräfte im Wettbewerb um Ansiedlungen unbedingt bündeln", betonten Roth und Schneider.

Mercedes-Benz will weiterhin seine regionale Identität bewahren. Obwohl künftig alle vier Standorte auf Frankfurter Gebiet sein werden, behält das Unternehmen den Titel Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt am Main/Offenbach. Direktor Burkhard Wagner betonte: „Es war keine Entscheidung gegen Offenbach, sondern für dieses wunderschöne Grundstück und für eine deutlich bessere Erreichbarkeit.“