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Gruppenfoto
Quartiersmanager Jens Weber, Quartiersmanagerin Julia Wahl und Dragana Reichert vor dem Stadtteilbüro am Mathildenplatz © Stadt Offenbach

Weder Perwoll gewaschen noch glatt gebügelt soll das Mathildenviertel werden, da sind sich beide einig. Sondern einfach nur ansprechender, lebenswerter. Weil, liebenswert ist das Quartier ja schon. Anfang des Jahres haben Julia Wahl und Jens Weber das Quartiersmanagement im Mathildenviertel übernommen, schon jetzt versprechen können sie einen anderen Blick. Stadtentwicklung steht bei beiden im Fokus: Julia Wahl ist Geographin und hat bereits im Frankfurter Bahnhofsviertel im Quartiersmanagement gearbeitet, Weber ist Stadtsoziologe, neben Mobilität interessieren ihn gesellschaftliche und soziale Entwicklungen. „Das Mathildenviertel ist Herausforderung und es wieder nicht. Es gibt viel schöne Bausubstanz, versteckte Schätze und vor allem viele tolle Menschen“, meint Wahl.
Peter Ambros von der Bürgerinitiative Östliche Innenstadt und die Mathildis zum Beispiel, die beide bei einem ihrer ersten Rundgänge kennen gelernt haben. „Ein echtes Pfund“, findet Weber, ist die inzwischen schon mehr als 30 Mitglieder zählende Nachbarschaftsgruppe, die mit kleinen Aktionen „ihren Kiez“ belebt. Hier wollen die beiden Quartiersmanager ansetzen, eben gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern das Viertel gestalten, Impulse geben und mit kleinen Interventionen Aufenthaltsqualitäten und Begegnungsräume schaffen.  „Es gibt viele schöne Ecken hier, die ein bisschen aufpoliert gehören“, meint Wahl. Der Durchgang Richtung Ziegelgasse gehört dazu, aber auch die Kurze Straße am Bahndamm. Dort haben Anwohner schon eine Bank aufgestellt, um den Sonnenuntergang anzuschauen. „Vielleicht lässt sich das Umfeld gemeinsam noch schöner gestalten.“   

Ohnehin haben beide schon viele Ideen für identifikationsfördernde Maßnahmen, mit denen Menschen zum Bleiben, aber auch zum respektvollen Umgang mit ihrer Umgebung angeregt werden sollen. Denn zu den Problemen des Quartiers gehören sicher das teilweise unaufgeräumte Stadtbild sowie die relativ große Fluktuation. Das Mathildenviertel gilt traditionell als Ankunftsbezirk, hier finden Menschen, insbesondere jene mit Migrationshintergrund, die neu in die Stadt kommen, Netzwerke und günstige Wohn- und Lebensbedingungen. Deshalb ist das Quartier auch bei Studenten beliebt und inzwischen auch für junge Familien attraktiv. Eine spannende Mischung, die ab und zu der Moderation bedarf. „Wir kennen die statistischen Daten, aber wer wohnt zum Beispiel in den neuen Gebäuden in der Friedhofstraße? Wir möchten die Menschen kennenlernen und zusammenbringen“, erklärt Weber. Deshalb sind beide gerade als Spaziergänger unterwegs, schauen in Hinterhöfe, sprechen mit Anwohnern, Initiativen, Engagierten und Machern. Schließlich geht es darum, gemeinsam ein freundliches Miteinander, gute nachbarschaftliche Beziehungen und eben Umgebung zu gestalten. Dazu stehen Wahl und Weber mit anderen Verwaltungsdisziplinen im Austausch, „wir treffen natürlich uns auch mit Vertretern der Sozial- und Bildungspolitik und Stadtplanern, um Machbarkeiten zu klären und Ideen umzusetzen.“  
Darüber hinaus gibt es das Stadtteilbüro als Anlaufstelle. In den frisch renovierten Räumen laufen auch in Zukunft alle Fäden zusammen, hier finden Anwohner Rat, Tat und auch Raum.  Dragana Reichert managet das Büro und ist montags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr und freitags bis 13 Uhr erreichbar.  Julia Wahl und Jens Weber bieten jeden Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr eine Sprechstunde an. 

25. April 2019