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Besucher an einem Infostand
Besucherinnen und Besucher an einem der sechs Infostände. © Stadt Offenbach / Kokonsult
Zur Bürgerbeteiligung „Bieber - Mitte machen“ am 29. Juli 2020 auf dem Ostendplatz waren lokales Wissen und Ideen für die Bieberer Mitte gefragt. Die Biebererinnen und Bieberer kamen mit zahlreichen Ideen. Sie teilten ihr Fachwissen mit Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, Projektleiterin Kerstin Quaiser und den weiteren Planern des Fachbereichs Stadtentwicklung und Städtebau. Moderiert wurde die Veranstaltung durch das Moderationsbüro Kokonsult.
Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß
Stadtrat Paul-Gerhard Weiß berichtet über das Förderprogramm. © Stadt Offenbach / Kokonsult

Nach der Begrüßung durch Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß diskutierten die Bieberinnen und Bieber an sechs Informationsständen „corona-gerecht“ mit ausreichend Abstand die Stärken und Schwächen des Ortskerns hinsichtlich der Förderschwerpunkte: Mobilität, Grün und Klimaanpassung, öffentlicher Raum und Aufenthaltsqualität, Nahversorgung und Soziale Infrastruktur. Die Planer nahmen die gennannten Hinweise und Erläuterungen auf Thementafeln auf, um sie im nächsten Schritt in die Bestandsanalyse des Entwicklungskonzepts einzuarbeiten. Vielfach ergaben sich aber auch gegensätzliche Anregungen und Hinweise der Bürger, beispielsweise der Wunsch nach mehr oder weniger Parkplätzen. Diese Spannungsfelder werden für die Bestandsanalyse mit zusätzlichen Zahlen und Statistiken unterfüttert und dann nochmal mit den Biebererinnen und Bieberern konkret erörtert.

Im Anschluss werden auf Basis der Bestandsanalyse Ziele formuliert und konkrete Projekte für den Bieberer Ortskern entwickelt. Erste Ideen zur Stärkung des Ortskerns brachten die Biebererinnen und Bieberer bereits mit. Die Planerinnen und Planer prüfen nun, ob und wie sie umsetzt werden können. Auch dies soll im nächsten Schritt mit den Bieberinnen und Biebern diskutiert werden.

Grafik veranschaulicht Entstehung des Entwicklungskonzeptes
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Übersicht Ideen, Stärken, Schwächen und Potenziale

Eine vorläufige Übersicht über die gesammelten Ideen, Stärken, Schwächen und Potenziale bieten die nachfolgenden Bilder der „Themenstände“. Die Planerinnen und Planer sichten und bereiten diese derzeit auf. Gerne können die Kommentare und Ideen auch über die Online-Beteiligung oder die im Ortskern verteilten Postkarten noch ergänzt werden.

Förderprogramm „Lebendige Zentren“ und das Programmgebiet

Plakat zum Förderprogramm Lebendige Zentren mit Kommentaren
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Der Ortskern ist für die Biebererinnen und Bieberer „Zuhause“ mit Freunden und Familie sowie den Vereinen. Aus Sicht der Biebererinnen und Bieberer sind besonders relevante Themen der Zustand des Bahnhofsgebäudes, die Offenlegung der Bieber sowie die zentrale Grünfläche im Ort. Die Abgrenzung des Ortskerns für das Förderprogramm wurde ebenfalls diskutiert. Sie kann je nach Betrachtungsweise, zum Beispiel historisch oder soziodemografisch, unterschiedlich vorgenommen werden.

Bedeutung: Heimat; Familie und Freunde; Fest der Vereine

Ortskern: Wo genau der Bieberer Ortskern ist, kann unterschiedlich abgegrenzt werden - je nach Perspektive (soziodemographisch, ökonomisch, historisch, ökologisch etc.)

Themen: Nahversorgung (Sparkasse); Altenheim (Kirche); die Renaturierung und Offenlegung der Bieber; das Bahnhofsgebäude; Kneipen; die Gestaltung des Ostendplatzes sowie Orte für die Jugend

Siedlungsgenese und Wohnen

Plakat zum Thema Wohnen mit Kommentaren
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Biebererinnen und Bieberer diskutierten besonders die Themen Nachverdichtung respektive Innenentwicklung, den Erhalt der historischen Baukultur und den Zustand des Bahnhofsgebäudes.

Stärken: Historische Strukturen, alte Gärten im mittelalterlichen Ortskern; Bieberer Idendität

Schwächen: Zustand Bahnhofsgebäude; steigende Wohnpreise; Parksituation Schloßmühlstraße; "Gefahrenpunkt" Kreuzung Schloßmühlstraße / Wikingerstraße; fehlendes Angebot für Senioren; negative Folgen der Nachverdichtung (Parker, Rasen, Grün)

Potentiale: Herausarbeiten historischer Strukturen, ausgewogene soziale Mischung stärken; Wohnumfeld stabilisieren; Zusammenspiel verschiedener Nutzungen sichern; Stärkung der Bieberer Identität; Leerstände aktivieren

Ideen: Gestaltungssatzung zur Sicherung der historischen Baukultur; historischer Stadtrundgang; Ostendplatz als Festplatz; Wochenmarkt; Begrünung und Entsiegelung von Höfen; Naturgärten

Grün und Klimaanpassung

Plakat zum Thema Grün und Klimaanpassung mit Kommentaren
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Zum Thema Grün gab es zahlreiche Ideen. Die Erhöhung des Grünanteils im Ortskern und die Qualifizierung der Grünflächen wurde besonders diskutiert. Es ergaben sich aber auch mehrere kontroverse Anregungen bzw. Spannungsfelder.

Stärken: Alte, gut strukturierte Gärten; viel Grün mit hoher Biodiversität um den Bieberer Ortskern herum

Schwächen: wenig öffentliche Grünflächen im Ortskern; Pflege und Qualität der Grünflächen; zu wenige Mülleimer; Überhitzung im Sommer; Überschwemmungen

Potentiale: Erhöhung des Grünvolumens - insbesondere des Straßengrüns; Stärkung des privaten Grüns; Herausarbeitung Grünverbindungen; Qualifizierung der Grünflächen und der Pflanzkübel an der Aschaffenburger Straße

Ideen: Offenlegung der Bieber; Sensibilisierung und Anreizprogramm zur privaten Begrünung; Lern- und Gemeinschaftsgärten; Wildbienenwiese auf Ostendplatz; Qualifizierung des Platzes am ehemaligen Rathaus; Patenschaften für Baumscheiben

Spannungsfelder:
- Mehr Straßenbäume für besseres Klima und mehr Aufenthaltsqualität;
- Mehr Sitzbänke für mehr Aufenthalts- und Lebensqualität; mehr Mülleimer für sauberes Wohnumfeld; 
- Offenlegung Bieber (Ostendplatz);
- Keine weiteren Straßenbäume, damit keine Parkplätze wegfallen, kein Gehweg angehoben wird und kein Laub liegt
- Keine weiteren Sitzbänke, damit kein weiterer Lärm und Müll entsteht
- Keine zusätzlichen Mülleimer, da sonst zusätzlicher Müll produziert wird
- Ostendplatz als Festplatz oder Wochenmarkt
- Gefahr von Überschwemmung

Nahversorgung und soziale Infrastruktur

Plakat zum Thema Nahversorgung / soziale Infrastruktur mit Kommentaren
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Die Biebererinnen und Bieberer nannten zum Thema Nahversorgung und soziale Infrastruktur besonders viele Stärken. Aber auch die fehlenden Treffpunkte für Jung und Alt wurden sehr häufig thematisiert. Das Bahnhofsgebäude und dessen mögliche Nutzung beschäftigte viele Bürger und führte zu vielen Ideen. Kontroversen taten sich nicht auf.

Stärken: gute Ärzteversorgung; Nahversorgung ist intakt; kurze Wege; lebendiges Vereinsleben; Supermarkt im Ortskern

Schwächen: Kneipensterben; fehlende Treffpunkte (Bürgerhaus); fehlende Drogerie; fehlende Orte für Kultur; fehlende Orte für Jugend; kein Mittagstisch-Angebot

Potentiale: Vorhandene Spielplätze modernisieren; Fußgängerverkehr stärken; Stärkung und Unterstützung des Vereinslebens; Treffpunkte für Jung und Alt

Ideen: Bahnhofsgebäude als Café; Stadtteilbüro oder Jugendzentrum; Alten- und Seniorenheim; Wohnen für Mehrgenerationen; Wochenmarkt auf dem Ostendplatz; Pfarrheim als Vereinstreffpunkt

Öffentlicher Raum

Plakat zum Thema öffentlicher Raum mit Kommentaren
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Die Diskussion über den öffentlichen Raum drehte sich vor allem um die historischen Strukturen, den zentralen Ostendplatz und den Grünanteil in Bieber. Auch die Pflege und Instandhaltungsmaßnahmen wurden häufig genannt. Spannungsfelder taten sich hinsichtlich der Nutzung des Ostendplatzes auf. Aber auch die Themen „Sitzbänke“ und „historisches Pflaster“ wurden kontrovers diskutiert.

Stärken: Historische Strukturen; Identität durch historische Strukturen; Ostendplatz als Festplatz

Schwächen: Fehlende Parkplätze und Radwege; Leerstand; Reinigung und Instandhaltung; drohende kulturelle Verödung; Neubau am Ostendplatz als Stör-Faktor; Zustand der Gehwege und Straßen; Hauptstraße durch Verkehr dominiert

Potentiale: altes Bahnhofsgebäude; Ostendplatz; Hauptstraße als Treffpunkt; Potentiale zur Herstellung öffentlicher Plätze; historisches Ortsbild stärken; Leerstände aktivieren

Ideen: Anzengruber Straße als Platz; Außengastronomie; öffentliche Toilette; begrünte Innenhöfe; Nikolausmarkt reaktivieren; Orte für Jung und Alt (Boulebahn, Basketballkorb, Seniorenparcours, Tischtennis)

Spannungsfelder:
- Ostendplatz weiter als Festplatz nutzen;
- Sitzbänke für mehr Aufenthaltsqualität;
- "Altes" Kopfsteinpflaster im Ortskern;
- Herstellung von öffentlichen Plätzen durch Reduktion von Straßenflächen; - - Ostendplatz mit weiteren Nutzungen: Freizeitangebote für Jung und Alt, Wochenmarkt, Grünfläche mit offengelegter Bieber und Blühwiesen, weitere Sitzgelegenheiten
- Keine weiteren Sitzbänke, damit kein weiterer Lärm und Müll entsteht
- Kein Kopfsteinpflaster aufgrund von Lärm und Barrierefreiheit
- Fehlende Parkplätze und Radwege

Mobilität

Plakakt zum Thema Verkehr und Mobilität mit Kommentaren
© Stadt Offenbach / Kokonsult

Die Biebererinnen und Bieberer sind mit der Anbindung des Ortskerns sehr zufrieden. Sie brachten zum Thema Verkehr sehr viele Ideen mit. Diese befassten sich unter anderem mit Eng- und Gefahrenstellen sowie der Stärkung des Radverkehrs. Es taten sich einige Spannungsfelder auf, wie zum Beispiel hinsichtlich mehr oder weniger Parkplätze.

Stärken: Gute Erreichbarkeit

Schwächen: Autolärm; Raser; "Nadelöhr" am Stadion; ungünstige Taktung der Busse 101 und 102; fehlende Radwege; keine Trennung zwischen Fußweg und Straße; Barrierefreiheit; Ausschilderung der Unterführung; fehlende Radwege; Instandhaltung

Potentiale: Fahrradstraßen stärken; mehr Parkplätze; Tempo-30-Zonen und Verkehrsberuhigung; Prüfen der Ampelkreuzung an Dietesheimer Straße hinsichtlich Verkehr aus Bieber Nord; weniger Straße - mehr öffentliche Plätze; Fußwege

Ideen: Quartiersgarage; verschiedene Ideen für Radwege; Fußstütze für Radfahrer an Ampeln; Kurzstreckentarif; Aufweitung der Hauptstraße als Platz; getrennte Fuß- und Straßenwege; Mauerfeldstraße als Spielstraße; mehr Kontrollen; Straßengrün

Spannungsfelder:
- Kopfsteinpflaster im Ortskern zur Stärkung des historischen Ortsbilds;
- Weniger Parkplätze für mehr Bäume und eine höhere Aufenthaltsqualität; 
- Mehr Fuß- und Radwege durch Begrenzung der Straßenbreite 
- Aufweitung der Straßen für öffentliche Plätze
- Mehr Straßenbäume
- Kein historisches Pflaster im Ortskern wegen Lärm und Barrierefreiheit
- Mehr Parkplätze für Bewohner, Gehbehinderte und Kunden
- Keine schmalen Straßen
- Leitungen, Kanalisation, schmaler Straßenquerschnitt, trockene Standorte

7. August 2020