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Blick auf den Nordring in Offenbach
© Stadt Offenbach / georg-foto,offenbach
Das Nordend und sein unmittelbares Umfeld Hafen und Kaiserlei stehen schon seit einigen Jahren unter Veränderungsdruck: An mehreren Stellen wird gebaut und neue Menschen ziehen in das Quartier. Das hat Auswirkungen vor allem auf den Wohnungs- und Arbeitsmarkt, aber auch auf die soziale und Bildungsinfrastruktur.

Damit das Nordend auch in Zukunft ein lebenswerter Wohnort bleibt, hat die Stadt Offenbach rechtzeitig reagiert und für das erweiterte Nordend eine Förderung durch das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ (früher „Soziale Stadt“) beantragt. Dieses sieht ein mehrstufiges Verfahren von Planung, Bürgerbeteiligung und Umsetzung vor und hat eine Laufzeit von mehr als einem Jahrzehnt. Der Bund und das Land Hessen tragen etwa 75 Prozent der Kosten. Grundlage für alle Planungen und Aktivitäten in diesem Förderprogramm ist ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK), das nun vorliegt.

Unter dem Motto „Nordend weiter denken“ konnten Bewohnerinnen und Bewohner bereits ab dem Sommer 2018 in Stadtteilrundgängen, Foren, bei einem Abendessen sowie über Interviews und Online-Befragungen ihre Ideen und Anregungen für die weitere Entwicklung des Stadtteils in den Entwurf des Entwicklungskonzepts einbringen. Nach der Genehmigung des endgültigen Entwurfs durch das zuständige Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat die Stadtverordnetenversammlung das ISEK im Februar 2020 beschlossen. Das ISEK besteht aus einer Vielzahl konkreter Maßnahmen in Bereichen wie Städtebau, Wohnumfeld, Verkehr, Lokale Ökonomie, Soziale Infrastruktur und Umweltschutz, die nun in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden sollen.

Der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Paul-Gerhard Weiß sieht das Nordend auf einem guten Weg: „Mit den beschlossenen Maßnahmen bekommt das Nordend mehr Lebensqualität für seine Anwohnerinnen und Anwohner. Durch den Umbau der Straßen Nordring und Goethering wird das Quartier besser an den Main angebunden und mit den Stadtteilen Hafen und Kaiserlei noch mehr zusammenwachsen. Mit vielen kleineren Projekten werden künftig attraktive Plätze und Freiräume entstehen.“

Auch die für Integration und Quartiersmanagement zuständige Stadträtin Sabine Groß ist optimistisch, dass mit dem Beschluss des ISEK wichtige Weichen gestellt wurden. „Das Nordend ist ein sehr lebendiger Stadtteil, in dem Menschen verschiedenster Nationalitäten und Religionen friedlich zusammenleben“, erklärt die Stadträtin, „Damit das Miteinander gut funktioniert, braucht es Freiräume für alle Altersgruppen sowie Orte und Angebote der Begegnung. Mit dem Quartiersmanagement gibt es einen solchen Treffpunkt, der allen Bewohnerinnen und Bewohnern offensteht.“

Johannes-Morhart-Spielplatz
© Stadt Offenbach / georg-foto,offenbach

Projekte zur Weiterentwicklung des Stadtteils

Einzelne Maßnahmen aus dem ISEK wurden bereits umgesetzt oder werden gerade realisiert. Die meisten im ISEK benannten Projekte müssen aber in den kommenden Jahren weiter konkretisiert und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Einige Projekte sind:

Spielplatz Johannes-Morhart-Straße: Mit Mitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ konnte bereits der Spielplatz an der Johannes-Morhart-Straße saniert und mit neuen Spielgeräten im November 2019 an die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil übergeben werden.

Nordring: Im Zuge der Hafenentwicklung ändert sich auch die Verkehrsführung am Nordring. Die neue Hafenallee nimmt den Durchgangsverkehr auf. Durch einen baumbestandenen Grünstreifen abgetrennt, wird der Nordring selbst zu einer verkehrsberuhigten Anliegerstraße mit Parkplätzen, aber auch mit Aufenthaltsbereichen. An der Nahtstelle zwischen Nordend und Hafen entsteht so ein neuer öffentlicher Raum, der die beiden Stadtteile miteinander verbinden soll. Die Fertigstellung ist Anfang 2021 geplant.

Goethering: Hier soll eine der letzten Lücken im Offenbacher Anlagenring geschlossen werden. Der Goethering wird von der Berliner Straße bis zum Mainufer als Straße mit Grünstreifen und Baumallee ausgebaut. Die Planung beginnt voraussichtlich Ende 2020.

Grüner Quartiersplatz am Karl-Carstens-Platz: Zwischen Domstraße und Berliner Straße spannt sich eine dreieckige Fläche auf, die heute überwiegend als Parkplatz genutzt wird. Hier soll ein grüner Quartiersplatz entstehen, der vielfältig nutzbar ist und mehr Grün in die verdichtete Innenstadt bringt. Damit sollen die angrenzenden Wohnungen durch bessere Luftqualität und eine attraktivere Umgebung aufgewertet sowie das Mikroklima verbessert werden.

Forschungsprojekt zur Mobilität im Quartier: Ab Ende 2020 beteiligt sich Offenbach mit dem Nordend an einem Forschungsprojekt, das neue Ansätze zur Organisation des Verkehrs in Stadtquartieren entwickeln und ausprobieren will. Unter dem Stichwort „Beweg Dein Quartier“ sollen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Nordends Ideen gesammelt und in einem überschaubaren Rahmen auf ihre Umsetzbarkeit hin erprobt werden. Ab Herbst 2020 wird es mehr Informationen zu geplanten Veranstaltungen geben.

Bürgerinnen und Bürger, die sich für das ISEK sowie für vergangene und künftige Beteiligungsmöglichkeiten interessieren, finden im städtischen Internetauftritt unter www.offenbach.de/nordendweiterdenken alle Infos zur Stadtteilentwicklung und das ISEK als PDF zum Herunterladen.

18. Juni 2020