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Märktchen auf dem Goetheplatz
© Jessica Schäfer
Das Nordend verändert sich. An mehreren Stellen wird gebaut und neue Menschen ziehen in das Quartier. Damit es auch in Zukunft ein guter Ort zum Leben bleibt, gibt es viel zu tun. Die Stadt Offenbach hat das erkannt: Von Juli 2018 bis März 2019 konnten Bewohnerinnen und Bewohner unter dem Motto „Nordend weiter denken“ auf vielfältige Weise ihre Ideen und Anregungen für die weitere Entwicklung des Stadtteils einbringen. Daraus wurde das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) erarbeitet, in dem eine Vielzahl konkreter Maßnahmen aufgeführt sind.

ISEK Nordend – in wenigen Worten

Beschluss zum ISEK

Die im ISEK aufgezählten Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden. Es bildet die Grundlage für die Nutzung von Fördermitteln des Landes und des Bundes, die zusammen etwa 75 Prozent der Kosten tragen werden. Nachdem die Genehmigung durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im letzten Jahr erteilt wurde, konnte das Konzept im Februar 2020 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.

ISEK - kurz erklärt

Im Rahmen der Städtebauförderung unterstützen Bund und Länder gemeinsam die Entwicklung von Städten und Gemeinden. Die Stadt Offenbach ist 2017 mit ihrem dritten Standort „Nordend“ in das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ (ehemals Soziale Stadt, in Hessen hieß das Programm bislang HEGISS – Hessische Gemeinschafts-Initiative Soziale Stadt) aufgenommen worden. Das vorliegende Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) bildet die Grundlage für die Förderung. Es wurde unter Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers erarbeitet und beinhaltet eine Analyse der Stärken und Schwächen (siehe weiter unten – Analyse) und definiert Leitziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung des Nordends. Es ist eine Art Drehbuch für die kommenden gut zehn Jahre.  

Ziele für die Entwicklung des Nordends

Städtebauliche Stabilisierung und Entwicklung

  • Die Nutzungsmischung erhalten und halb-öffentliche Blockinnenbereiche aufwerten
  • Den öffentlichen Raum attraktiver gestalten
  • Das Nordend mit den angrenzenden Gebieten besser verknüpfen 

Stadtteil-Image und Öffentlichkeitsarbeit

  • Identitätsstiftende Orte herausarbeiten und sichtbar machen
  • Die Vielfalt des Nordends bekannt machen
  • Das Image des Stadtteils verbessern 

Wohnen und Wohnumfeld

  • Das Nordend als urbanen und sozial gemischten Wohnstandort weiterentwickeln
  • Das Wohnumfeld attraktiver gestalten
  • Das Sicherheitsempfinden verbessern 

Umwelt und Verkehr

  • Nachhaltige Verkehrsmittel fördern
  • Den Verkehr innerhalb des Quartiers beruhigen
  • Lösungen für den Parkplatzmangel entwickeln 

Soziale Infrastruktur, Bildung und nachbarschaftliches Zusammenleben

  • Den nachbarschaftlichen Austausch fördern
  • Zivilgesellschaftliches Engagement fördern
  • Mehr Treffpunkte im öffentlichen Raum schaffen 

Lokale Ökonomie und Beschäftigung

  • Die Kreativwirtschaft stärken und Gewerbetreibende fördern
  • Die Vernetzung der Gewerbetreibenden untereinander fördern
  • Die Qualität der Nahversorgung sichern 

Gesundheit und Umweltgerechtigkeit

  • Emissionen und Immissionen von Schadstoffen reduzieren
  • Das Nordend für alle Generationen gut gestalten
  • Das Nordend an die Folgen des Klimawandels anpassen 

Kultur, Freizeit und Sport

  • Ein bedarfsgerechtes Angebot an Flächen für Spiel, Sport und Erholung schaffen
  • Kunst- und Kulturschaffende stärken und ihre Vernetzung fördern 

Aktivierung und Beteiligung

  • Die Menschen im Nordend zur aktiven Mitgestaltung des Stadtteils anregen
  • Den kontinuierlichen Austausch zwischen Verwaltung, Bevölkerung und anderen lokalen Akteurinnen und Akteuren befördern 

Rahmenplan

Im Rahmenplan sind die Ziele und daraus abgeleitete Maßnahmen festgehalten. Er setzt einen groben Rahmen, der in der gut zehnjährigen Laufzeit des Förderprogramms Stück für Stück ausgefüllt und konkretisiert werden muss. Einige Projekte sind schon recht greifbar, zum Beispiel der Umbau des Nordrings / der Hafenallee oder des Goetherings. Andere Maßnahmen sind noch recht allgemein und ohne einen festgelegten Ort für die Umsetzung, wie zum Beispiel die Themen Klimaanpassung, Förderung der Biodiversität oder die Schaffung neuer Mobilitätsangebote. Hier gibt es in den nächsten Jahren viel zu tun, um daraus konkrete Projekte für das Nordend zu entwickeln.

Dabei können auch private Initiativen gefördert werden. Als Ansprechpartner vor Ort steht hierfür das Quartiersmanagement im Stadtteilbüro am Goetheplatz bereit.

Stadtteilplan, der die einzelnen Entwicklungsmaßnahmen darstellt
Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept zum Download © Stadt Offenbach

Städtische Projekte für das Nordend

Umgesetzte Maßnahmen

Luftbild Spielplatz Johannes Morhart-Straße
Luftbild Spielplatz Johannes Morhart-Straße © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Spielplatz Johannes-Morhart-Straße
Die Sanierung des Spielplatzes wurde unter anderem mit Mitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert. Dadurch konnte der einzige öffentliche Spielplatz des Nordends im November 2019 wieder an die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil übergeben werden.

Die Jugendlichen aus dem benachbarten JUZ Nordend und aus der Mädchenetage waren bei der Gestaltung und bei der Eröffnungsfeier beteiligt.

Leider mussten im Vorfeld viele Bäume, die den Spielplatz früher prägten, gerodet werden. Neu gepflanzt wurden 36 Bäume, die natürlich noch wachsen und gedeihen müssen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten und im Sommer Schatten spenden. Hier sind die Anwohner und Nutzer des Spielplatzes aufgerufen, wachsam zu sein, dass die jungen Bäume sich wunschgemäß entwickeln können und nicht durch Vandalismus oder Unachtsamkeit geschädigt werden.

Laufende Maßnahmen

Luftbild vom Nordring
Nordring © Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach

Nordring
Im Zuge der Hafenentwicklung ändert sich auch die Verkehrsführung am Nordring. Die neue Hafenallee nimmt den Durchgangsverkehr auf. Durch einen baumbestandenen Grünstreifen abgetrennt, wird der Nordring selbst zu einer verkehrsberuhigten Anliegerstraße mit Parkplätzen, aber auch mit Aufenthaltsbereichen. An der Nahtstelle zwischen Nordend und Hafen entsteht so ein neuer öffentlicher Raum, der die beiden Stadtteile miteinander verbinden soll. Die Fertigstellung ist für Anfang 2021 geplant.

Maßnahmen in Vorbereitung

Goethering
Goethering Ecke Bettinastraße, Blickrichtung Nordend © Stadt Offenbach

Goethering
Am Goethering soll eine der letzten Lücken im Offenbacher Anlagenring geschlossen werden. Während der August-Bebel-Ring als erster Abschnitt bereits um 1870 hergestellt wurde, wird nun, gut 150 Jahre später, auch der nördlich angrenzende Goethering von der Berliner Straße bis zum Mainufer als Straße mit Grünstreifen und Baumallee ausgebaut. Der Umbau soll beginnen, sobald die Großbaustelle am Kaiserlei abgeschlossen ist.

Die Bürger werden in die Planung, die voraussichtlich Ende 2020 startet, eingebunden.

Parkplatz zwischen Domstraße und Berliner Straße
Parkplatz zwischen Domstraße und Berliner Straße © Stadt Offenbach

Grüner Quartiersplatz am Karl-Carstens-Platz
Zwischen Domstraße und Berliner Straße spannt sich eine dreieckige Fläche auf, die heute überwiegend als Parkplatz genutzt wird.

Hier soll ein grüner Quartiersplatz entstehen, der vielfältig nutzbar ist und mehr Grün in die verdichtete Innenstadt bringt. Damit sollen die angrenzenden Wohnungen durch bessere Luftqualität und eine attraktivere Umgebung aufgewertet sowie das Mikroklima verbessert werden.

Fotomosaik, das Projekte im Nordend darstellt
© Stadt Offenbach

Forschungsprojekt zur Mobilität im Quartier
Ab Ende 2020 beteiligt sich Offenbach mit dem Nordend an einem Forschungsprojekt, das neue Ansätze zur Organisation des Verkehrs in Stadtquartieren entwickeln und ausprobieren will. Unter dem Stichwort „Beweg Dein Quartier“ sollen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Nordends Ideen gesammelt und in einem überschaubaren Rahmen auf ihre Umsetzbarkeit hin getestet werden. Ab Herbst 2020 wird es mehr Informationen zu geplanten Veranstaltungen geben.

Bis dahin läuft das Forschungsprojekt zunächst in der Essener Nordstadt.

Auswahl weiterer geplanter Projekte

Goetheplatz, Blickrichtung Südosten
Goetheplatz, Blickrichtung Südosten © Stadt Offenbach

Goetheplatz
Der Goetheplatz ist der zentrale Treffpunkt im Nordend und Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen. Er soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden, um den sich ändernden Anforderungen besser gerecht zu werden.

Bürgerinnen und Bürger hatten bei der Erarbeitung des ISEKs bereits zahlreiche Ideen eingebracht, wie der Platz aufgewertet werden könnte. Häufig benannt wurden Wünsche nach mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grün und mehr Spielflächen auf dem Platz.

Kartenausschnitt mit Park am Nordkap
Masterplan 2030 © Stadt Offenbach / AS&P

Park am Nordkap
Die Fläche der ehemaligen Teer-Fabrik Lang liegt seit vielen Jahren brach. Altlasten verhinderten bislang eine neue Nutzung. Der Bereich zwischen Kaiserleistraße und Mainufer könnte in den nächsten Jahren neu entwickelt werden, mit Bürogebäuden im Süden und Westen und einem Park in der Mitte, möglichst mit Zugang zum Ufer.

Bereits im Masterplan wurde diese Idee festgehalten und als „Park am Nordkap“ bezeichnet. Hier könnte in erreichbarer Distanz zum Nordend eine dringend benötigte öffentliche Freifläche entstehen, mit Angeboten für alle Generationen.

Mögliche weitere Projekte in den nächsten Jahren

  • Beruhigung und Umgestaltung der Johannes-Morhart-Straße
  • Nutzung und Gestaltung von Flächen unterhalb der Autobahn A661
  • Umgestaltung der Schulhöfe
  • Maßnahmen für Klimaschutz- und Klimaanpassung – auch die Förderung privater Maßnahmen
  • Förderung der Biodiversität
  • Sanierung der denkmalgeschützten Bodenmosaike und des baumbestandenen Allee-Mittelstreifens der Kaiserstraße
  • Grundhafter Ausbau des westlichen Nordrings und Lückenschluss des Mainuferradwegs zwischen SG Wiking und Goethering

Beteiligungsmöglichkeiten

Das Nordend gemeinsam gestalten

Das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ lebt davon, dass neben den städtischen Projekten auch private Akteure im Stadtteil aktiv werden. Um dieses Engagement zu fördern, gibt es verschiedene Angebote, die von der Information über städtische Projekte über den regelmäßigen Austausch, Bürgerbeteiligung und Beratung bis hin zu finanzieller Unterstützung reichen. Erster Ansprechpartner im Nordend ist hierfür das Quartiersmanagement im Stadtteilbüro am Goetheplatz. 

Quartiersmanagement und Stadtteilbüro

Das Quartiersmanagement ist Ihr Ansprechpartner im Nordend für alle Fragen rund um die Entwicklung des Quartiers, das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ und bürgerschaftliches Engagement. Auf Wunsch kommt das Quartiersmanagement auch gerne in Ihre Organisation oder Ihre Firma, um Sie über das Förderprogramm zu informieren.

Das Stadtteilbüro in der Bernardstraße 63 ist als Sitz des Quartiersmanagements Nordend Anlaufstelle und Treffpunkt für Bewohnerinnen und Bewohner. 

Runder Tisch Nordend

Alle zwei Monate trifft sich der „Runde Tisch Nordend“ im Stadtteilbüro. Dort kommen interessierte Bewohnerinnen und Bewohner mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Stadtverwaltung, dem Quartiersmanagement und der Polizei zusammen. Ursprünglich entstand der Runde Tisch aus einem präventiven Ansatz, um Sicherheit und Ordnung im Quartier zu stärken. Mittlerweile werden dort aber auch allgemeine Themen der Stadtteilentwicklung diskutiert. In Zukunft wird der Runde Tisch auch die Anträge im Verfügungsfonds diskutieren und über die Mittelvergabe entscheiden.

Beteiligung bei Einzelprojekten

Der besondere Anspruch des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ ist die aktive Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner an der Entwicklung ihres Quartiers. Diese kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn öffentliche Projekte umgesetzt werden. So wird es bei den nun anstehenden Projekten „Goethering“ und „Grüner Quartiersplatz zwischen Domstraße und Berliner Straße“ die Möglichkeit geben, sich in der Planung und Umsetzung der Projekte mit einzubringen.

Bürgerbeteiligung Stadtteilentwicklung Nordend