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Das Nordend verändert sich. An verschiedenen Stellen wird gebaut und neue Menschen ziehen in das Quartier. Damit es auch in Zukunft ein guter Ort zum Leben bleibt, gibt es viel zu tun. Die Stadt Offenbach hat das erkannt: Im Juli, September und Oktober 2018 hat sie die Bewohnerinnen und Bewohner unter dem Motto "Nordend weiter denken" zu Stadtteilrundgängen und einem Abendessen eingeladen, um mit ihnen Ideen für das Nordend zu entwickeln. Ein erster Entwurf für ein sogenanntes Integriertes Stadtentwicklungskonzept liegt nun vor und wurde am 22. März auf dem zweiten Nordendforum sowie über eine Online-Plattform diskutiert.
Märktchen am Goetheplatz
© Jessica Schäfer

Die Ergebnisse des Nordendforums fließen in das sogenannte Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für das Nordend ein. Dieses Konzept ist die Grundlage für die Förderung von konkreten Maßnahmen im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Durch das Förderprogramm Soziale Stadt (in Hessen heißt das Programm HEGISS – Hessische Gemeinschafts-Initiative Soziale Stadt) stellen das Land und der Bund in den nächsten gut zehn Jahren Fördermittel bereit, um auch ganz konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Rückblick Stadtteilrundgänge, Abendessen und Nordendforum

Rundgänge mit dem JuZ Nordend am 11. und 18. Juli 2018

Jugendliche mit Papp-Smilies vor dem Gesicht
© Marc Strohfeldt

Das Nordend ist ein Stadtteil mit einem großen Anteil an jungen Menschen. Da liegt es nahe, dass man insbesondere die Jugendlichen direkt anspricht und nach ihrer Sicht auf das Nordend befragt: wie sie sich durch das Quartier bewegen, wo sie sich treffen, was ihnen fehlt und vieles andere mehr. Das Jugendzentrum (JuZ) Nordend war für eine gemeinsame Aktion sofort bereit und so fanden zwei Rundgänge während und außerhalb der Sommerferien statt. Darüber konnten die Planerinnen und Planer einige wichtige Einblicke in die Situation und Sichtweise von jungen Menschen im Nordend gewinnen. Die Ergebnisse werden in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept eingehen.

Dokumentation der Rundgänge mit dem JuZ Nordend

Am Mittwoch, den 11. Juli 2018, fand im Rahmen des Sommerprogramms des JuZ Nordend ein Stadtspaziergang mit Kindern und Jugendlichen statt. Dem Rundgang ging ein Vorgespräch mit Herrn Malik und Herrn Aroji vom JuZ vor. Dabei wurden folgende Punkte als besonders wichtig für das Quartier festgestellt.

  • Mangel an Spiel- und Grünflächen im Quartier
  • Spielplatz am JUZ (aktuell gesperrt) und Goetheplatz als wenige Freiflächen
  • Büsingpark angrenzend an das Quartier als wichtige Freifläche
  • zwei wichtige Jugendgruppen im JUZ sind die Koch-/Zeitungsgruppe (ca. 5 Jugendliche) und die Syndikatsgruppe (ca. 20 Jugendliche), außerdem hat das JUZ
    eine Mädchenetage mit der ein Rundgang geplant wird
  • allgemein ist das Thema Barrierefreiheit als interessantes Thema neben den Belangen
    der Kinder und Jugendliche für die Soziale Stadt OF Nordend interessant. Als
    Ansprechpartnerin kann Frau Terpitz IGEL-OF e.V. (Inklusion und Co.) fungieren

Stadtteilrundgang mit vier Stationen: 

1. JuZ und geschlossener Spielplatz: größter Wunsch der Jugendlichen Wiedereröffnung/Sanierung Spielplatz,
2. Große Baustelle zwischen Nordring und Hafen / Norma auf der Ludwigstraße als Treffpunkt für Jugendliche
3. Neu gestaltete Hafenterrasse
4. Siedlung Heimathafen der Nassauischen Heimstätte mit privatem Weg durch
Innenhof

Stadtplan mit dem eingezeichneten Rundgang
© Open Street Map / Stadt Offenbach

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen 10.08.2018 JuZ Nordend OF (Syndikat Gruppe)

Spaziergang durch das Quartier, Teilnehmer: Hanif (Sozialarbeiter im JuZ), Frederik Daub, Katharina Müller

Standort 1: Spielplatz Johannes-Morhart-Straße

  • Sanierung der Brachfläche würden die Jugendlichen begrüßen; neben dem Bolzplatz am Goethering gibt es keine Grünfläche im Quartier, wo sich die Jugendlichen aufhalten können

Standort 2: NH „Heimathafen“

  • das Grundstück ist Privatgelände, wird von den Jugendlichen aber zum Fußballspielen genutzt, die Jugendlichen werden jedoch häufig von AnwohnerInnen weggeschickt
  • die Jugendlichen würden sich freuen, den Freiraum im „Heimathafen“ mit nutzen zu dürfen

Standort 3: Innenhof Andréstraße 7-9-11

  • Wohnhaus der GBO, Verbotsschilder „Ballspielen verboten“ im Durchgang zum Hinterhof
  • im Hinterhof befindet sich ein kleiner Platz mit Toren, auf dem die Jugendlichen gelegentlich spielen; die Jugendlichen werden jedoch schnell von Anwohnerinnen und Anwohner weggeschickt
  • aufgrund der Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner besuchen die Jugendlichen den Platz im Hinterhof inzwischen sehr unregelmäßig

Standort 4: Ludwigstraße Ecke Andréstraße

  • die Jugendlichen halten sich häufig an der Straßenecke auf, Sitzgelegenheiten gibt es keine, werden von den Jugendlichen jedoch als Wunsch geäußert
  • der Platz an der Straßenecke ist häufig zugemüllt
  • vor dem co-working space „schwarzraum“ in der Andréstraße sind Bänke aufgestellt, die von den Jugendlichen jedoch nicht genutzt werden dürfen
  • der Verkehr in der Ludwigstraße stört die Jugendlichen, Wunsch nach einem verkehrsberuhigten Bereich bzw. Ausweisung einer Spielstraße
  • die Radwege im Nordend, insb. in der Ludwigstraße, sind schlecht bis gar nicht ausgebaut/gekennzeichnet und sollten verbessert werden; Abstellanlagen für Fahrräder fehlen zudem

Standort 5: Heyne-Fabrik

  • die Jugendlichen nutzen die Heyne-Fabrik häufig als Durchgang und halten sich vor der Levi’s Filiale auf
  • in der Vergangenheit haben sie dort Fußball gespielt, wurden jedoch wegen der parkenden Autos und dem Lärm weggeschickt

Standort 6: Parkplatz Heyne-Fabrik

  • eine leerstehender eingezäunter Müllstellplatz wird von den Jugendlichen als Fußballplatz genutzt

Standort 7: Fußballplatz am Goethering

  • der Fußballplatz wird bei Starkregen häufig überschwemmt; Obdachlose nächtigen in den Grünflächen drum herum und der Platz ist häufig dreckig
  • die Jugendlichen wünschen sich einen anderen Belag für den Platz (Kunstrasen, Hartgummiplatz), auch die Tore können durch Tore mit Netzen ersetzt werden
  • es gibt keine vernünftige Überquerungsmöglichkeit auf der Höhe des Fußballplatzes, der Goethe-/Nordring ist viel befahren
  • es gibt keinen ausgewiesenen Radweg entlang des Nord-/Goetherings
Plan mit dem eingezeichneten Rundgang
© Stadt Offenbach

Rundgang Barrierefreiheit 7. September 2018

Teilnehmer am Stadtteilrundgang zur Barrierefreiheit
© Nassauische Heimstätte

Im Programm „Soziale Stadt“ geht es darum die Lebensqualität für alle Menschen im Stadtteil zu verbessern. Eine ganz grundlegende Voraussetzung dafür ist, dass sich alle frei bewegen und ohne Barrieren am Alltagsleben teilhaben können. Die Barrierefreiheit des öffentlichen Raumes ist dabei nicht nur eine Anforderung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sondern eine Qualität die allen Menschen zugutekommt – zum Beispiel auch Eltern mit Kinderwagen oder Kindern. Wenn mehr Menschen zu Fuß gehen sollen, müssen die Wege attraktiv sein. Um den Stand der Dinge im Nordend kennen zu lernen, fand gemeinsam mit dem Behindertenbeirat der Stadt Offenbach, dem Seniorenrat, dem Blinden- und Sehbehindertenbund, der kommunalen Altenplanerin und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein Rundgang statt.

Dokumentation "Thematischer Rundgang: Barrierefreiheit im Nordend" am 7. September 2018

Am Freitag, den 7. September 2018, fanden sich etwa 20 Interessierte zusammen, um an dem Stadtteilrundgang zum Thema Barrierefreiheit teilzunehmen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Behindertenbeirats der Stadt Offenbach, des Seniorenrats Offenbach sowie des Blinden- und Sehbehindertenbunds in Hessen e.V. und Bewohnerinnen und Bewohnern des Nordends - mit und ohne Mobilitätseinschränkungen - wurde das Quartier hinsichtlich Barrierefreiheit und Hürden im Alltag unter die Lupe genommen.

Entwicklungspotenziale sahen die Teilnehmerinnen und Teilnehmern in unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise in der Ausgestaltung der Gehwege sowie die Ausbesserung von Schlaglöchern. Neben altersgerechten Stadtmobiliar fehlt es zudem an ausreichend Sitz- und Erholungsmöglichkeiten. Ein weiteres zentrales Anliegen stellt ein vollständiger barrierefreier Umbau der Bushaltestellen im Quartier dar.

An den folgend aufgeführten Standorten hat die Gruppe während des Rundgangs Halt gemacht, wobei sich nicht alle von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
genannten Anregungen und Bemerkungen explizit auf ebendiese Standorte, sondern auch auf die Gesamtsituation im Fördergebiet bezogen.

Standort 1: Stadtteilbüro Nordend

  • der Zugang zum Stadtteilbüro ist nicht barrierefrei und auch die Sanitäranlagen im Inneren sollen nur über Stufen zu erreichen sein

Standort 2: Goetheplatz

  • eine barrierefreie Querung des Platzes ist nicht ohne weiteres möglich, da Treppenstufen den Weg blockieren
  • eine Rampe ist zwar vorhanden, führt jedoch nur zu dem Wasserlauf
  • das vorhandene Mobiliar ist nicht altengerecht gestaltet, so fehlt es an Rücken- und Armlehnen

Standort 3: Kreuzung Ludwigstraße/Goethestraße

  • die Bushaltestellen im Nordend sind in der Regel nicht komplett barrierefrei gestaltet und taktile Leitlinien fehlen meist; dies wird jedoch im Rahmen der stattfindenden Modernisierung nach und nach umgesetzt
  • an der S-Bahn Station Ledermuseum fehlt es an Aufzügen am Ein-/Ausgang Ludwigstraße/Berliner Straße
  • parkende Autos blockieren teilweise die Haltestellen, sodass die Busse nicht nah genug am Bordstein halten können
  • zwar gibt es an vielen Kreuzungen Zebrastreifen, die Bordsteine sind jedoch nicht an jeder Querung abgesenkt
  • es gibt wenige Behindertenparkplätze im Quartier, die auch ohne Anwohnerausweis genutzt werden können

Standort 4: Ludwigstraße/Höhe Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach e.V.

  • Schlaglöcher entlang der Ludwigstraße stellen große Barrieren und teilweise Gefahren für Menschen dar, die mit einem Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind

Standort 5: Ludwigstraße/Andréstraße

  • die NORMA-Filiale ist neben dem Netto in der Taunusstraße ein zentraler Ort der Nahversorgung, verfügt jedoch über keine (Behinderten-)Parkplätze
  • entlang der Ludwigstraße/Andréstraße existieren keine Möglichkeiten zum Verschnaufen, beispielsweise in Form von Sitzmöglichkeiten

Standort 6: Andréstraße/Heyne-Fabrik

  • Erholungsgebiete und ausreichend Grün gibt es im Nordend nicht, das Hafengebiet ist für viele Personen im Quartier zu weit entfernt bzw. eine gute, barrierefreie Anbindung zwischen dem Nordend und dem Hafengebiet fehlt
  • hohes Potenzial wird in den Hinterhöfen gesehen, durch deren Öffnung und Gestaltung würden Aufenthaltsräume für Kinder und Senioren entstehen

Standort 7: Andréstraße/Bettinastraße

  • die Bushaltestelle in der Bettinastraße ist barrierefrei und verfügt über taktile Leitlinien, die jedoch nicht einheitlich bis zum Übergang fortgeführt sind

Standort 8: Pirazzistraße/Goethestraße

  • die Straßenquerung zum ASB Seniorentreff in der Pirazzistraße könnte durch einen weiteren Zebrastreifen altengerechter gestaltet werden
  • es besteht zudem ein Stellplatzmangel für Mobilitätseingeschränkte vor dem ASB Seniorentreff

Rundgang „Nordend lieben und leben“ 14. September 2018

Stadtteilrundgang am 14. September 2018
© To Kuehneinfo@to-kuehne.com

Das Nordend ist ein sehr bunter Stadtteil. Hier leben Menschen mit Wurzeln in sehr vielen verschiedenen Regionen der Welt. Sie alle haben ihr eigenes Nordend, ihre Orte und alltäglichen Wege. In diesem Rundgang ging es darum, ein paar dieser Lebenswelten und damit den Stadtteil besser kennenzulernen. Für die Vorbereitung wurde mit Wolfgang Malik jemand gefunden, der unter anderem als Leiter des JuZ schon sehr lange im Nordend aktiv ist und mit sehr vielen Menschen in Kontakt kommt. Begleitet wurde er von Moussa Hadduude, der im Nordend aufgewachsen ist, mittlerweile studiert und im Jugendzentrum arbeitet.

Dokumentation Stadtteilrundgang "Nordend lieben und leben" am 14. September 2018

Am Freitag, den 14. September 2018, fanden sich etwa 20 Interessierte zusammen, um an dem Stadtteilrundgang mit dem Thema „Nordend lieben und leben“ teilzunehmen. Herr Malik - Leiter des Jugendzentrums Nordend - übernahm die Führung bei diesem Rundgang gemeinsam mit Moussa Hadduude, Bewohner des Viertels, Student auf Lehramt und Mitarbeiter des JUZ Nordend. Vonseiten der Stadt Offenbach nahm Herr Kurtz – Fachreferent für den Bereich Stadtentwicklung und Städtebau – teil. Herr Eichberger und Herr Steiger vertraten die Projektstadt (NH).

Allgemein sahen die Rundgang-Teilnehmerinnen und Teilnehmer städtebauliche Defizite und Entwicklungspotenziale in unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise das Fehlen öffentlicher Frei- und Grünflächen, kleine Aufenthalts- und Kommunikationszonen sowie Kita- und Spielplätzen. Im Rahmen des Rundgangs wurden verschiedene Stopps eingelegt. Dabei wurde besprochen, welche Bedeutung diese Orte für die Bewohnerinnen und Bewohner des Nordends haben.

1. Stadtteilbüro Nordend und Goetheplatz
– Die Einrichtung „Afip!“ sowie der Goetheplatz werden positiv wahrgenommen. Nutzungen rund um und auf dem Platz, wie beispielsweise das Märktchen, beleben den Platz. Dennoch merken viele Teilnehmer an, dass der Platz, für seine Zentrale Lage, Aufgabe und Scharnierfunktion sehr schlicht „gestaltet“ ist und eine Aufwertung begrüßenswert wäre.

2. Restaurant Förster Goethestraße Ecke Ludwigstraße
– Das Restaurant stellt für eine Vielzahl der Rundgang-Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine der wenigen gastronomischen Einrichtungen im Quartier dar. Es fungiert als wichtiger Treffpunkt. Viele der Teilnehmer erhoffen sich, dass es in den kommenden Jahren wieder ein steigendes, stabileres Angebot an Einzelhandel und Gastronomie geben sollte und fragen hier nach Fördermöglichkeiten.

3. Ehemalige Druckerei Berthold Bettinastraße
– Die Entstehung des neuen Wohnraums sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer positiv. Bemängelt werden das Fehlen von Grünflächen und ein hoher Versiegelungsgrad im Quartier. Die Höfe stellen nach Meinung der Teilnehmer*Innen Räume mit
Gestaltungspotenzial dar. Auch wird darüber diskutiert, ob Teile dieser halbprivaten Flächen nicht zugänglicher gemacht werden könnten, angefangen mit denen der GBO.

4. Jugendzentrum
– Die Einrichtung wird von Kindern und Jugendlichen gut angenommen. Ein
Schwerpunkt der Einrichtung liegt in der politischen Bildung. Besonders wichtig für das Quartier ist die sogenannte Mädchenetage. Dieser Bereich des Jugendzentrums ist den Mädchen des Quartiers vorbehalten.
– Die Jugendlichen wünschen sich allgemein mehr Freiflächen bzw. Spiel- /Bolzplätze. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommt die Frage, ob das JUZ für die wachsende Nachfrage (Stichpunkt Zuwuchs, Hafen) gewappnet ist. Der JUZ erscheint vielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als sehr schlicht ausgestattet und in die Jahre gekommen.

5. Café & Billard Bar Pulse (Ecke Ludwigstraße)
– Der Besitzer engagiert sich für eine bessere Integration. Für viele Migranten aus den Balkanstaaten fungiert das Café als erste Anlaufstelle. Für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist dies ein erster Blick in die Einrichtung: „Da würde ich mich alleine nicht rein trauen“. Interessanterweise geht es dem Tourguide Moussa beim neu eröffneten und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer als „hipp“ bezeichnetem Café genauso: „das ist nicht für uns“. Darauf wurde diskutiert, dass es viele Orte im Quartier gibt, in denen Kulturleben parallel stattfindet. Der Wunsch nach Orten bei denen Begegnung stattfindet ist ausgeprägt.

6. Norma
– Neben dem Hafen wird der Platz vor dem Norma als Treffpunkt von Jugendlichen genutzt, was den enormen Nachfragedruck auf die wenigen Freiflächen im Quartier andeutet.
– Der Norma ist neben dem Netto eine zentrale Versorgungseinrichtung für Güter des täglichen Bedarfs. Auffällig ist an dieser Stelle die Heynefabrik, welche laut den Menschen vor Ort „nichts mit dem Viertel zu tun hat.“ Gelobt wurde die recht frisch angesiedelte Levis Niederlassung, die schon diverse Projekte mit Bewohnerinnen und Bewohner sowie Jugendlichen aus dem Quartier initiiert hat.

7. Hafen
– Viele Bewohnerinnen und Bewohner sehen die Entwicklung kritisch, da sie das Gefühl haben, dass Mieten unter anderem aufgrund angrenzender Projekte, wie beispielsweise der Hafenentwicklung, steigen. Gleichzeitig stagniert im Nordend die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität. Der Wunsch, dass auch Projekte im Nordend (wie die Neugestaltung des Parks) in „Hafenqualität“ stattfinden soll, klingt ebenfalls durch.

Nordend-Dinner am 21. September 2018

gedeckter Tisch
© Nassauische Heimstätte

Ein gemeinsames Essen bringt die Menschen zusammen. Mit dieser Idee wurde zum Nordend-Dinner eingeladen, bei dem das Zusammenkommen auch dazu diente, miteinander ins Gespräch über den Stadtteil zu kommen und verschiedene Sichtweisen kennenzulernen. Dem kostenlosen Angebot folgten gut 20 Anwohnerinnen und Anwohner. Unter ihnen waren gerade erst zugezogene ebenso wie langjährige Bewohnerinnen und Menschen, die sich im Nordend sozial engagieren. Der Abend begann mit einer kleinen Vorspeise und einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer. Nach der Suppe wurden im nächsten Schritt fiktive Personen vorgestellt, wie sie im Nordend leben könnten oder auch nicht. So wurde die Vielfalt des Stadtteils und seiner Bewohnerinnen und Bewohner anschaulich. Nach dem Hauptgang schließlich wurde mit vorbereiteten Fotos über die Zukunft des Nordends und die Wünsche der Anwesenden für den Stadtteil diskutiert. Eine Mandelcreme rundete den Abend ab.

Dokumentation „Nordend Dinner“ am 21. September 2018

Speisekarte Norden-Dinner
© Nassauische Heimstätte

Am Freitag, dem 21. September 2018, fanden sich etwa 15 Interessierte zusammen, um an dem Nordend Dinner im Stadtteilbüro am Goetheplatz teilzunehmen. David Brautmann und Nicolas Kremershof vom Urban Media Project führten als Moderatoren durch den Abend.

Zwischen den Gängen des Menüs, das eine kulinarische Reise durch die Küchen des Quartiers darstellte, sollte genügend Platz sein für einen ungezwungenen, aber moderierten Austausch unter den Teilnehmern. Von Seiten der Stadt Offenbach nahm Herr Kurtz, Fachreferent für den Bereich Stadtentwicklung und Städtebau teil, die Projektstadt (NH) wurde durch Herrn Kuhlenkötter und Frau Schmitz-Stadtfeld vertreten.

Erster Gang: Bruschetta – Italien – Vorstellungsrunde
Als „Starter“ stellten sich alle Teilnehmer der Reihe nach vor und erzählten in Kürze, was sie mit dem Stadtteil verbindet. Die Teilnehmer kamen teils aus dem Hafen, teils aus dem Nordend und deckten einen breiten Bogen von Altersgruppen und Hintergründen ab. Es waren sowohl „Alteingesessene“ sowie Zugezogene dabei. Ebenfalls anwesend war eine
Einzelhändlerin aus dem Quartier.

Alter Ego-Karte: Hermann, 52, und Maribet, 47
© Nassauische Heimstätte

Zweiter Gang: Gemüsebrühe mit Flädle – Deutschland – Alter Egos
Um den Teilnehmerkreis künstlich zu erweitern und die Teilnehmer für andere Zielgruppen und Milieus zu sensibilisieren und so einen Perspektivwechsel zu fördern, bekam jeder einen Alter Ego (siehe Foto). Die fiktiven Personen deckten einen breiten Fächer ab. Vom Berufspendler über die jungen Studenten, die eine Wohnung im Quartier suchen, bis zu Alteingesessenen, die die anstehenden Veränderungen fürchten. Der Programmpunkt wurde sehr positiv aufgenommen und öffnete, laut Teilnehmer, noch mal den Blickwinkel.

Dritter Gang: Gemüsecurry mit Kichererbsen und Kokosmilch – Indien / Pakistan 

Werteworkshop

Um die Gedanken, Vorstellung und Ideen der Teilnehmer auf eine kreative Art zu sammeln war der letzte moderierte Teil des Dinners ein Werte- bzw. Assoziationen-Workshop. Hier wählte jeder Teilnehmer aus einem Pool von 200 abstrakten, bunten Bilder zwei aus und formulierte seine Vision für das Quartier in Zukunft. Frei nach der Fragestellung „Wie wollen wir im Nordend in Zukunft leben?“. Die Vorstellungen der Teilnehmer sind natürlich sehr divers, lassen sich jedoch in folgende Themen clustern:

Aufenthaltsqualität und Grün
– Gegebenenfalls Umgestaltung von verkommenen Grünstreifen
– Öffentlichere Nutzung von Hinterhöfen oder Flächen der Baugesellschaft
– Bänke oder Sitzgelegenheiten, die den Dialog fördern

Junges Quartier
– Orte, an denen Kinder spielen können
– Orte, an denen Kinder und Jugendliche laut sein können, eventuell Richtung Autobahn
– JUZ aufwerten und für die Zukunft (auch mit Blick auf Zuzug) wappnen

Miteinander und soziale Mischung
– Mieten müssen bezahlbar bleiben
– Café als Begegnungsort
– Gastronomie fördern, auch gesundes Angebot
– Miteinander Stärken (Beispiel Märktchen wird gelobt)
– Keine Einfamilienhausidylle als Leitbild, lieber Urbanität und Miteinander fördern
– Kreative Lösungen, um spannende Orte zu erzeugen (Beispiel: Straße in Zürich)

Gestaltung
– Mehr Farben, mehr Gestaltung. Offenbachs kreatives Potential nutzen
– Viertelübergreifendes Konzept für Fassadengestaltung / Sanierung

Vierter Gang: Mandelcreme – Türkei – ungezwungener Austausch und Ausklang
Beim Dessert wurde unter den Teilnehmern in netter Atmosphäre angeregt weiterdiskutiert.

Ausblick
Zu beobachten ist, dass viele der Teilnehmer vom Dinner auch den Weg zum Nordend Forum am 13. Oktober 2018 gefunden haben. So entstehen aus der Beteiligung nicht nur wertvolle Ideen und Feedback sondern auch Freundschaften und ein Nachbarschaftsnetzwerk.

Rundgang Grüne Freiräume am 28. September 2018

Terrasse eines Restaurants mit Pflanzen
© Nassauische Heimstätte

Das Nordend ist ein typisches innerstädtisches Quartier aus der Zeit der Industrialisierung, mit einer sehr hohen baulichen Dichte und wenigen Freiräumen. An vielen Stellen, wo über lange Jahre Baulücken und Brachflächen das Bild prägten, haben sich gerade in den letzten Jahren neue Bauprojekte entwickelt. Es stellen sich damit viele Fragen: Welche Freiräume gibt es im Nordend für Kinder, Jugendliche, Erwachsene? Welche Qualitäten haben sie? In welchem Zustand befinden sie sich? Wo können noch Freiräume entstehen? In einem Rundgang wurden vorhandene Freiräume besichtigt und Möglichkeiten diskutiert, wie z.B. Straßen und Plätze attraktiver werden können. 

Dokumentation "Thematischer Rundgang: Grüne Freiräume und Treffpunkte" 28. September 2018

Standort 1: Goetheplatz

  • der Goetheplatz ist einer der wenigen Treffpunkte im Nordend und wird
    derzeit vielfältig von den Anwohnerinnen und Anwohner genutzt (Märktchen, Urban Gardening Projekt)
  • am Goetheplatz fehlt es an Fahrradabstellflächen
  • die bauliche Aufteilung des Platzes wird als ungünstig bewertet
    • die teils hohen Mauern am Wasserspiel sind gefährlich für Kinder, das Wasserspiel sollte grundsätzlich anders gestaltet werden
    • das gepflanzte Beet ist schlecht an den übrigen Teil des Platzes angebunden
    • der Übergang zwischen dem Platz und dem Beet könnte zum Beispiel als Boulebahn umgestaltet werden
    • es fehlt an Spielgeräten für Kinder
    • an den Baumschutz sollen Sitzelemente eingefügt werden
    • der Platz bietet nicht genügend Schutz vor dem Verkehr, viele Menschen halten sich nicht an die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit; Hecken oder eine partielle Einzäunung des Platzes könnten zu einem stärkeren Sicherheitsgefühl beitragen

Standort 2: Bernardstraße

  • entlang der Bernardstraße fehlt es an Sitzmöglichkeiten
  • die Pflege der Straßenbäume könnte von Anwohnerinnen und Anwohner übernommen werden (Baumpatenschaften)

Standort 3: Kreuzung Bernardstraße/Taunusstraße

  • die breit angelegten Fußwege sollten besser genutzt werden (zum Beispiel durch die Schaffung von Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten)
  • vor Geschäften und Lokalen sowie vor den Wohnhäusern fehlt es an
    Fahrradständern
  • PKW Parklätze sollten besser gekennzeichnet werden, um Falschparken
    vorzubeugen
  • die Taunusstraße soll zukünftig eine Fahrradstraße werden (derzeit läuft
    ein Modellvorhaben in der Sennefeldstraße)

Standort 4: Johannes-Morhart-Straße

  • die mit Altlasten verunreinigte Freifläche wird in einem aufwändigen
    Verfahren bereinigt, bevor mit dem Bau des Spielplatzes begonnen werden
    kann.
  • das JuZ und die Mädchen-Etage sollten mit einem Übergang direkt mit
    dem Spielplatz verbunden werden; dafür sollte der Zaun entfernt werden
    und die Straßenoberfläche entsprechend gestaltet werden
  • mit der Entwicklung des Spielplatzes sollte über eine Sperrung der Straße für den Autoverkehr nachgedacht werden
  • angeregt wird eine Verlängerung des Spielplatzes in den Straßenraum
    herein
  • die Zufahrt hinter der Freifläche (Parkplatz vom Kindergarten) dient
    häufig als Ablageort von Haus- und Sperrmüll

Standort 5: „Heimat Hafen“ Andréstraße

  • der „Heimat Hafen“ ist Privatgelände und die Nutzung der
    Spielmöglichkeiten nur für Anwohner*innen erlaubt

Standort 6: Andréstraße 7-9-11

  • der Spielplatz im Innenhof ist sehr versteckt, das Spielen ist ebenfalls nur Anwohnerinnen und Anwohner erlaubt

Standort 7: GBO Holzhaus Taunusstraße

  • das Holzhaus der GBO ist ein positives Beispiel für innerstädtische und
    nachbarschaftsverträgliche Nachverdichtung (Modellprojekt)

Standort 8: Nordring

  • die Schrittgeschwindigkeit in der Straße, die parallel zur Hafenallee
    verläuft, wird häufig missachtet
  • die Sitzgelegenheiten sind zu nah an der Fahrbahn platziert und bieten
    wenig Aufenthaltsqualität

Standort 9: Innenhof Andréstraße 29

  • der Spielplatz auf der Hochebene ist eine interessante Lösung, generell
    sollte die Nutzung von Flachdächern stärker überprüft werden
  • der Spielplatz ist sehr unscheinbar und besitzt keinen barrierefreien Aufgang
  • die Durchmischung des Quartiers wird als erhaltenswert erachtet. Durch eine Ausweisung als Milieuschutzgebiet könnte die Stadt vom kommunalen Vorkaufsrecht Gebrauch machen

Standort 10: Andréstraße Ecke Ludwigstraße

  • die Nutzung der Post- und Stromkästen als Zeitungsablage sollte verstärkt kontrolliert werden
  • an Straßenecken entlang der Ludwigstraße fehlt es an
    Fahrradabstellanlagen
  • die Vorgärten/Abstandsgrünflächen der Wohngebäude sowie der Heynefabrik bieten ein Potential für eine öffentliche Nutzung (z.B. mit Sitzgelegenheiten). Dies sollte verstärkt beworben werden, beispielsweise durch ein Anreizprogramm.

Standort 11: EVO Parkplatz Andréstraße

  • die EVO besitzt entlang des Nord- und Goetherings bereits einige Parkplätze, eine Umgestaltung des Parkplatzes in der Andréstraße als Spielplatz wäre eine Möglichkeit einen Treffpunkt zu schaffen und Flächen zu entsiegeln.

Standort 12: Goethering (nicht besucht)

  • der Goethering soll zukünftig mit einer Gestaltung analog zum August-
    Biebel-Ring bis an den Main geführt werden

Nordendforum am 13. Oktober 2018

Teilnehmer diskutieren miteinander
© Sabine Antonius

Den vorläufigen Höhepunkt der Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner des Nordends bildete das Nordendforum als große öffentliche Veranstaltung direkt auf dem Goetheplatz. Das Wetter zeigte sich auch Mitte Oktober noch von einer sehr sommerlichen Seite und so konnten Stellwände und Tische mit Informationen und Diskussionsmöglichkeiten aufgebaut werden. Das Büro ProjektStadt präsentierte seine bisherige Analyse des Stadtteils auf mehreren Plakaten. Bürgerinnen und Bürger konnten sich diese erklären lassen und weitere Aspekte hinzufügen. Herr Kuder vom vhw (Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung) präsentierte die Ergebnisse einer Bürgerbefragung, die er mit seinem Team im Frühjahr durchgeführt hatte.

Daneben gab es drei Tische mit großen Luftbildern, wo Anregungen, Ideen, Kritikpunkte, etc. zu verschiedenen Themen geäußert werden konnten. Die Themen waren: 1. Wohnen und Wohnumfeld 2. Öffentlicher Raum und Verkehr 3. Infrastruktur, Kultur, Lokale Ökonomie.

Begleitet wurde der Nachmittag vom Spielmobil der Caritas, das es auch Eltern mit Kindern ermöglichte, sich ausführlich zu informieren und an den Diskussionen zu beteiligen. Für das leibliche Wohl sorgten das Stadtteilbüro, das Crêpes-Mobil des Projektes „Jugend stärken im Quartier“ und die Bäckerei Anteplizade aus der Bettinastraße.

Dolumentation "Nordendforum" am 13. Oktober 2018, Goetheplatz Offenbach

Am Samstag, den 13. Oktober 2018, verwandelte sich der Offenbacher Goetheplatz für einen Nachmittag in das Nordendforum. Gemeinsam haben die Stadt Offenbach, ProjektStadt sowie der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. (vhw) eine offene Beteiligungsaktion organisiert und veranstaltet. Ziel der Veranstaltung war es, in einen öffentlichen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürger des Nordends zu treten.

Um sich über das Programm „Soziale Stadt“, die bisherigen Analyseergebnisse, den aktuellen Planungsstand des Spielplatzes in der Johannes-Morhart-Straße sowie die Ergebnisse der Milieustudie vom vhw zu informieren, wurden Informationsstände aufgebaut. Kern der Veranstaltung war jedoch die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger sowie Expertinnen und Experten des
Nordends um gemeinsam Maßnahmen entwickeln zu können. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Frau Rüber-Steins (Stadt Offenbach), Herrn Kurtz (Stadt Offenbach) und Herrn Daub (ProjektStadt) konnten die Bürger*innen an drei Thementischen – „Wohnen und Wohnumfeld“, „Soziale Infrastruktur, Kultur und lokale Ökonomie“ und „Verkehr und Freiraum“ – notwendige Maßnahmen, Ideen, Stärken und Schwächen auf beschreibbare
Fähnchen auf Luftbildern des Quartiers punktuell verorten. Allgemeine Hinweise wurden auf Plakatwänden festgehalten. Auf diese Weise wurden rund 200 Beiträge gesammelt.

Abgerundet wurde das Nordendforum durch ein Rahmenprogramm: Die kleinen
Besucher*innen konnten sich am Spielmobil der Caritas austoben, es gab Crèpes, Bratwürste und Getränke vom Stadtteilbüro sowie orientalisches Fingerfood.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Offene Veranstaltung mit durchgehend reger Beteiligung durch Bewohner*innen des Nordends sowie Expertinnen und Experten (zum Beispiel beruflich mit dem Nordend verbunden). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben etwa 200 Beiträge hinterlassen.

Rahmenprogramm

  • Informations- und Beteiligungsstände der ProjektStadt, Stadt Offenbach und vhw
  • Spielmobil der Caritas
  • Crèpemobil, Getränke und Bratwurststand vom Stadtteilbüro, Fingerfood

Ablauf

  • Begrüßung und Einführung durch Frau Rüber-Steins, Tobias Kurtz (Stadt Offenbach)und Frederik Daub (ProjektStadt)
  • Vorstellung bisheriger Analyseergebnisse, des aktuellen Planungsstands des Spielplatzes Johannes-Morhart-Straße und der Ergebnisse der Milieustudie vom vhw an Plakatwänden; Diskussion mit Bürger*innen an den Plakatwänden; Ergänzung der Analyse durch Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
  • Erarbeitung von Maßnahmen mit Bürger*innen an drei Thementischen:
    • Wohnen und Wohnumfeld
    • Soziale Infrastruktur, Kultur und lokale Ökonomie
    • Verkehr und Freiraum
    • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben mittels beschreibbarer Fähnchen ihre Maßnahmenvorschläge im Nordend auf Luftbildern verortet.
    • An Plakatwänden wurden weitere Maßnahmen und Ideen sowie Stärken und Schwächen des Quartiers aufgeschrieben.

Dokumentation

  • Für diese Dokumentation wurden die Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilenehmer auf den Luftbildern und Plakaten weitestgehend wörtlich auf die folgenden Karten und Tabellen übertragen. Es wurden lediglich Rechtschreibfehler korrigiert.
Stadtplan mit den einzelnen diskutierten Standorten
© Stadt Offenbach

Thementisch: Öffentlicher Raum & Verkehr

Auf der Karte verortete Maßnahmen und Ideen:

1 Erholungsareal mit Strand
2 Gut ausgebaute Fahrradwege
3 Neuer Spielplatz
4 Der neue Spielplatz am Hafen ist toll
5 Am Hafen gefällt mir besonders diese Wannen, in denen man planschen kann (Brunnen)
6 Mit Parkhäusern Fläche für Naherholung zurückgewinnen (Privatgärten). Dach des Parkhauses mit Photovoltaik versehen
7 Nordring ist eine Barriere zum Hafenviertel
8 Bauliche Verbindung des Nordendes und des Hafens (Verkehrsachse sollte keine Barriere werden)
9 Erholungsallee am Nordring
10 Sinnvolle Nutzung für großflächigen verkehrsberuhigten Bereich (Zum Radfahren gut geeignet)
11 Die Ampelschaltung über den Nordring/Hafenallee beschleunigen
12 Ampelschaltung Fußgänger feindlich und gefährlich!
13 Nilgänse vertreiben/entfernen. Das Mainufer wieder für den Menschen nutzbar machen
14 Sportfeld Umgestaltung -> Sandboden zum Gummiplatz
15 Besserer Ausbau für Fußgänger + Radfahrer Nordring + Goetheplatz
16 Schließen des Rings als Parkanlage
17 Quartiersgarage, um parkende Autos aus Straßenraum zu bekommen
18 Parkplatz Heynefabrik ankaufen und zur Grünfläche/Park/Spielplatz herrichten
19 Möglichst viel ruhenden Verkehr raus aus dem Viertel, dafür bessere Radwege + Treffpunkte
20 Keine Hunde Toilette
21 Kein Garten, kein Hof
22 Fußgängerüberquerung in der Andréstraße verbessern - die Beeteinfassung sind eine Sperre
23 Parkplatz zurückbauen (Parkhaus?) und Grünflächen / Park entwickeln
24 Floating Bazar mehr Gastroboote wie Backschaft
25 Freiflächen erhalten / Begrünungsflächen schaffen
26 Bessere Park + Ride Vernetzung für Pendler
27 Kaiserleibrücke: Fahrradweg zu dunkel
28 Keine Möglichkeit für Radfahrer, direkt abzufahren
29 Park wie bei EZB
30 Gefährliche Kurve, da Autos parken und der Gegenverkehr mittig auf der Straße fährt
31 Anliegerstraßen konsequent durchsetzen!
32 Den Goethering endlich umgestalten
33 Lilistraße wieder zur Einbahnstraße machen
34 Zebrastreifen gegen Zuparken sichern! Umgestaltung notwendig
35 Fehlende ÖPNV-Verbindung zwischen Nordend und Hafencity
36 Schließung des Rings (Verbindung) als Parkanlage August-Bebel-Ring -> Goethering -> Nordring
37 Schutzräume für Fledermäuse, Vögel, Eichhörnchen erhalten
38 Zebrastreifen gegen Zuparken sichern
39 Durchgehender Grünstreifen am Goethering
40 Grünverbindungen schaffen Dreieichpark zum Main / Büsingpark Richtung Westen
41 Parkhäuser fürs Quartier, damit die Straße frei werden
42 Innenhöfe begrünen statt bebauen
43 Geschwindigkeitsbegrenzung in der verkehrsberuhigten Zone viel mehr überwachen.
44 Goetheplatz frei von Autoverkehr gestalten
45 Goetheplatz neu denken: Dreh- und Angelpunkt
46 Fußball/Basketball und keine Parkplätze mehr am Rand der Plätze
47 Bitte mehr Sauberkeit auf den Goetheplatz mehr Mülleimer
48 Goetheplatz Blumenbeet
49 Es gibt keine Sicherheit
50 Das Märktchen ist toll
51 Weniger Barrieren auf dem Goetheplatz
52 Den Brunnen am Goetheplatz abends länger in Betrieb lassen
53 Zugang Bernhardstraße hin zum Quartiersbüro (Richtung Ludwigstr.) sperren, Ausnahme Anlieger
54 Rolltreppen müssen immer funktionieren
55 Grünfläche anlegen
56 Gut geschützte Parkanlagen
57 Fehlende Grünflächen
58 Parkplätze/Freiflächen

Nicht verortete Maßnahmen und Ideen:

Mehr Fahrradständer im gesamten Gebiet
Mehr Fahrradwege
Es muss mehr besser werden!
Verkehrskonzept für das Nordend erstellen (Einbahnstraßenregelungen prüfen)
Konzept / Studie / Untersuchung zur Begrünung von Innenhöfen und Fassaden
Tempo 30 überwachen!
Sitzplätze für ältere Bewohner. Bsp.: Alizeplatz nicht fixiert
Weniger Fluglärm
Das wir alle Spaß haben
Spiel und Fitnessgeräte für Jung und Alt. Vielleicht am Wasser?
Mehr Straßenreinigung
Dass wir auch alle arbeiten können.
Anbindung Frankfurt
Gute Infrastruktur
Offenbacher Innenstadt gut erreichbar
Tempo 30 kontrollieren
Tempo 10 kontrollieren
Quartiersgaragen "Parken außerhalb"
Mehr Sitzplätze mit Dach
Carsharing fördern.
Fahrradstraßen ausbauen (ohne Schlaglöcher) Bspw.: Luisen/Taunusstraße + Bernhardstraße
Fluglärmbegrenzung dauerhaft sicherstellen
Mehr verkehrsberuhigte Zonen
Kombination verschiedener Verkehrsmittel stärker bewerben/ins allgemeine Bewusstsein rücken
Luisenstraße als Promenade vom Hafen bis Bahndamm
Vom Hafen ins Nordend: Ludwigstraße aufwerten, Beleuchtung von Nordring freundlich gestalten
Grünstreifen in den Alleen ausbauen und pflegen!
Fehlende Hundewiese
Mehr Fahrradstraßen
Mehr große Mülleimer im öffentlichen Raum
Fehlende öffentliche Toiletten
Bessere Radwege zum Stadtrand, um ins Grün zu kommen
Bushaltestellen oft nicht Überdacht
Keine Anbindung des Hafens an das Nordend

Karte mit verorteten Ideen rund um soziale Infrastruktur, Kultur, Ökonomie
© Stadt Offenbach

Thementisch: Soziale Infrastruktur, Kultur und Lokale Ökonomie

Auf der Karte verortete Maßnahmen und Ideen:

1 Infotafeln im Hafen zur Information über Veranstaltungen
2 Bewegungsparcours für Erwachsene
3 Ungenutzte Brachflächen
4 Es gibt nicht viele Kindergärten deswegen: mehr Kindergärten
5 Juz als Vorzeigeort (mit dem Park) umgestalten
6 Johannes Morhart Straße vor Kita, Juz und Spielplatz als Verbindung gestalten
7 JUZ aufwerten
8 Das Capitol müsste das Programm anpassen (auch preiswerte Karten anbieten)
9 Fröbelschule als neuen Schulstandort entwickeln
10 zu wenige Cafés (z.b. dort im Leerstand)
11 Lob für das Quartiersmanagement! (Sauberkeit, Initiative, Gestaltung der Grünflächen
12 Regelmäßig am Donnerstag stattfindender Mark ist sehr beliebt und wertet den Platz auf
13 Das Märktchen ist toll
14 Mehr Bierzeltgarnituren auf dem Goetheplatz aufstellen
15 Es ist gut das eine Kiosk da ist
16 Goetheschule bezüglich Gebäude und Schulhof überlastet (900 Schüler)
17 Keine Parkmöglichkeiten für die Lehrer der Schillerschule
18 Domstraße in ihrer Kleinteiligkeit erhalten
19 Keine Mehrzweckhalle am Kaiserlei
20 OF-Center beleben, verschönern, Miete senken, dreckig, unattraktiv, zu wenig belebt
21 Besseres Kinoprogramm (vielseitigeres Angebot)
22 Mehr Freizeitangebote

Nicht verortete Maßnahmen und Ideen:

Veranstaltung heute zu wenig umworben
Gemeinsame Reinigungsaktion Nordend schöner machen
Mehr Aufenthaltsorte für Kinder und Jugendliche
Kleinkunstbühne
Mehr Zusammenarbeit mit der FH, Gestaltung von Fassaden, öffentlicher Raum
Innenhöfe sollen erhalten bleiben, Begrünung vs. Verdichtung
Mehr Kunst im Öffentlichen Raum
Soziales Miteinander stärken (z.B. durch interkulturelle Veranstaltungen, bei denen immer ein anderes Land vorgestellt wird)
Urban Gardening
Moderntanz-Kurse
Größeres und bezahlbares Sportangebot (Pauschalangebot - Einen Beitrag zahlen, alle Sportarten ausüben können)
Angst vor Gentrifizierung
Schwimmbad
Mehr Spielplätze
Weniger Fluglärm
Mehr Einzelhandel (Bücher, Metzger)
Mehr Spielplätze mehr Schaukeln
Ich wünsche mir ein Spielplatz
Mehr miteinander
Flächen, die brach liegen begrünen! Selbstinitiative!
Mehr Begrünung, Bäume, Sträucher, Blumen, weniger Versiegelung
Kulturvereine zusammenbringen
Streetwork ausbauen
Treffpunkt für neu zugezogene Migranten schaffen um diese bei der Integration unterstützen zu können
Sehr gutes Theaterangebot im Capitol
Hochwertige Konzerte in der EV. Johanneskirche
Konzerte der Capitol Classic länger
Treffpunkt für Frauen
Das Stadtteilfest spricht nur einen sehr begrenzten Bewohnerkreis an.
Hafenmeisterei erhalten (Biergarten?)
Veranstaltungen, die regelmäßig stattfinden und die Örtlichkeiten zwischen Goetheplatz und Hafenplatz wechseln z.B. Freiluft
Theater und Open Air Kino
Open Air Kino Hafen 2 nah am Main und FFM

Karte mit eingetragenen Standorten zum Thema Wohnen
© Stadt Offenbach

Thementisch: Wohnen und Wohnumfeld

Auf der Karte verortete Maßnahmen und Ideen:

1 Hafenmeisterei erhalten
2 Wir müssen viele Häuser günstiger machen
3 Mehr Spielplätze
4 Dachbegrünung
5 Mindestens eine Bank an Haltestellen
6 Papierkörbe 3x in der Woche leeren Mo/Mi/Fr
7 Altbauten mit Aufzügen versehen, damit Familien mit Kinderwagen und Ältere nicht umziehen müssen
8 Fassadenbegrünung
9 Förderung "grüner" Innenhöfe
10 Goetheplatz ständig vermüllt am Wochenende. Alkoholisierte Männer.
11 Das Stadtteilbüro ist super!!! Bitte so weiter führen
12 Fehlende öffentliche Toiletten
13 Besonders am Goetheplatz fehlen Cafés und Restaurants, Metzger usw.
14 Lärmbelästigung durch Gaststätte (24 Std Betrieb)
15 Spielplatz auf "Hochhaus" (altes Arbeitsamt)

Nicht verortete Maßnahmen und Ideen:

"Tageszettel" für Anwohner die nur selten Auto oder Besuch haben
Von städtischer Seite muss verhindert werden, dass bestehende Wohnräume so teuer werden, dass die Bewohner ausziehen
Termine wie heute besser / breiter kommunizieren
Mehr Hinweisschilder (kein Sperrmüll…) in verschiedenen Sprachen
Sperrmüll Container Projekt
Fassadenbegrünung
Mehr Grün
Mehr Grün in den Straßen, Bäume Beete Plätze
Engagement der ansässigen Läden "Bernhard lädt ein", Märktchen
Schönes Kultur Café mit Programm für alle
Sperrmüll wird einfach auf die Straße geworfen
Viele Leerstände
Wir halten zusammen
Innenhöfe begrünen und Garagen größer
Begrünung von Häuserwänden
Häuserwände schöner gestalten Farbe etc. Zusammenarbeit mit FH + Kunstgestaltung

Weitere Informationen zur Bestandsaufnahme

Analyse – Wo steht das Nordend heute?

Parallel zu den öffentlichen Veranstaltungen im Nordend hat das beauftragte Büro ProjektStadt alle verfügbaren Informationen und vorhandenen Planungen für das Nordend zusammengetragen und ausgewertet. Diese fundierte Analyse bildet zusammen mit den Anregungen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger die Grundlage für konkrete Maßnahmen, die im nächsten Schritt entwickelt werden sollen und die dabei helfen sollen, die Lebensqualität im Nordend zu steigern.

Ein erster Ausschnitt dieser Analyse wurde im Rahmen des Nordend-Forums auf Plakaten präsentiert. Zu sehen sind unter anderem Karten zu den Themen: Mobilität und Verkehr, Bebauungsstruktur, Grün- und Freiflächen / Öffentlicher Raum, Nahversorgung, Nutzungsstruktur und Soziale Infrastruktur/Kultur/Freizeit/Sport.

Anlayse der Plakate

Das Offenbacher Nordend ist mit den S-Bahn-Stationen Ledermuseum und Kaiserlei sowie der Autobahn-Anschlussstelle Kaiserlei hervorragend an das regionale und überregionale Verkehrsnetz angebunden. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, Verkehrslärm und Geschwindigkeitsübertretungen stellen dagegen eine Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner dar. Straßen- und Gehwegschäden sind insbesondere für Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger gefährlich.

Mit der Nähe zur Innenstadt, dem Mainufer und Frankfurt bietet das Nordend
eine sehr gute Lage in der Metropolregion Rhein-Main. Im Quartier selbst fehlt es an einigen Stellen an direkten Wegeverbindungen für Fußgänger. So stellen einige Hauptstraßen sowie das EVO-Gelände eine „Barrierewirkung“ für Fußgängerinnen und Fußgänger und Radfahrerinnen und Radfahrer dar. Die Innenhöfe des Nordends bieten ein großes Potential, um als Abkürzung oder Aufenthaltsort genutzt zu werden.

Mit dem neu gestalteten Hafenareal und dem Büsingpark gibt es attraktive Plätze und Grünflächen unweit des Programmgebietes. Im Programmgebiet selbst gibt es hingegen nur wenige Grün- und Freiflächen sowie öffentliche Plätze, die als Treffpunkte und Aufenthaltsorte genutzt werden können. Einige vorhandene Freiflächen sind mit Altlasten belastet, so dass eine öffentliche Nutzung bisher nicht möglich ist.

Das Nordend ist ein Quartier mit einer vergleichsweise hohen Nutzungsmischung. Neben Nahversorgungs- und Gastronomiegewerbe sind zahlreiche Handwerksbetriebe im Nordend angesiedelt. Durch Umwidmungen und den Neubau von Wohnungen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Gewerbebetriebe zurückgegangen.

Im östlichen Teil des Programmgebietes ist eine höhere Nutzungsmischung erkennbar. Viele der Nahversorgungs- und Gastronomiebetriebe konzentrieren sich in der Ludwigstraße, Goethestraße, Bernardstraße und Taunusstraße. Gewerbe der Kreativbranche ist überwiegend in der Heynefabrik wiederzufinden. Der Teil des Programmgebietes westlich der Andréstraße/Pirazzistraße ist weniger stark durchmischt. Die Bereiche um das EVO-Gelände und das Gewerbegebiet zwischen Goethering und Autobahn sind rein gewerblich und industriell genutzt.

Im Quartier gibt es drei Schulen sowie Einrichtungen, die sich mit einem sozialen und kulturellen Programm an die Bewohnerinnen und Bewohner des Nordends richten. Hier sind zum Beispiel das Stadtteilbüro sowie das JUZ hervorzuheben. Weitere Freizeitangebote, Spielplätze oder Treffpunkte für Jugendliche gibt es im Nordend kaum. Viele Kinder und Jugendliche treffen sich an „informellen“ Orten oder auf privaten Grundstücken.

Bürgerbefragung – Ergebnisse

Im Frühjahr 2018 führte der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung - vhw im Auftrag der Stadt Offenbach und gemeinsam mit der Agentur Q eine groß angelegte Befragung im Nordend durch. Dabei wurden 18 ausgewählte „Experten“ befragt, die beruflich im oder mit dem Nordend befasst sind. Daneben wurden gut 50 Menschen aus dem Quartier zufällig ausgewählt und zu Gruppengesprächen eingeladen (die Auswahl berücksichtigte ein möglichst getreues Abbild der Bevölkerungsstruktur des Nordends). Die Idee hinter dieser Befragung war, mehr über die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner herauszufinden, um diese bei der weiteren Bearbeitung des Integrierten Entwicklungskonzeptes zu berücksichtigen und dabei auch mit Personen ins Gespräch zu kommen, die sich sonst selten oder gar nicht bei öffentlichen Veranstaltungen äußern.

Zusammenfassung der Interviewergebnisse

Prägende Einschätzungen zum Nordend:

  • Viele Nationen, Kulturen und Sprachen auf engem Raum
  • Eine relativ stabile und friedliche Co-Existenz zwischen Bewohnern unterschiedlichster Herkunft
  • Unternehmen, Gewerbetreibende, Arbeitsplätze und Gastronomie sorgen für Lebensqualität
  • Das Nordend hat aus Sicht von Experten und Bürgern in den letzten Jahren eine positive Entwicklung erfahren, es gilt jetzt, dies zu konsolidieren.

    Aber:
    • Ein Viertel ohne eigene Quartiersidentität (man „wohnt“, aber „lebt“ nicht im Nordend)
    • Hohe Fluktuation in der Bewohnerschaft
    • Sorge über die Mietpreisentwicklung und eine Gentrifizierung
    • Kaum lebendige „Szenen“ im Quartier, wenig Möglichkeiten der Abend- und Freizeitgestaltung
    • Wenig Zusammenhalt zwischen der „alten Bevölkerung“ und den Bewohnern des Hafenviertels
    • Die kreativen Kräfte im Quartier sind wenig mit Einrichtungen der Quartiersentwicklung vernetzt

HERAUSFORDERUNGEN UND PROBLEME AUS BÜRGERSICHT:

Müllprobleme:

  • Unangemeldeter Sperrmüll
  • Überfüllte öffentliche Mülleimer
  • Glasscherben im Nordend

Fehlende / Überlastete Spiel- und Aufenthaltsorte:

  • Der einzige Spielplatz ist gesperrt
  • Immer weniger andere Orte zum Spielen, da die letzten Baulücken geschlossen werden, Schulhöfe sind keine zufriedenstellende Alternative
  • Langeweile und Perspektivlosigkeit bei Jugendlichen durch Mangel an Aufenthalts- und Freizeiträume
  • Schulen sind eine wichtige Integrationsinstanz im Nordend und Fokuspunkt für Eltern und Kinder.
  • JUZ und Boxclub nehmen wichtige Aufgaben wahr, tun viel und werden genutzt.
  • Ihre Aufgaben nehmen zu, aber nicht ihre Möglichkeiten und Ausstattung. Das führt zu Überlastung.
  • Um sie zu bewältigen, brauchen sie mehr Möglichkeiten und Unterstützung

Fehlende Grün- und Freiflächen:

Ausnahme: Goetheplatz. Initiative für und mit Bewohnern.

Selbstgestaltete Beetflächen (unangemeldet) in den Straßen werden zurückgebaut.

Defizite bei der Infrastruktur und öffentlichen Ordnung

  • Die vielen jahrelang bestehenden Schlaglöcher sind gefährlich, z. B. für Radfahrer
  • Die hohe Zahl von Baustellen mindert die Lebensqualität (Lärm, Verkehrsbehinderung)
  • Klagen über Kriminalität / Gewalt, Pöbeleien, Drogen und Vandalismus
  • Gefühl der Unsicherheit in Teilen des Nordends (dunkle Ecken, fehlende Straßenbeleuchtung)
  • Unzufriedenheit mit der Polizei, die sich nicht genug kümmere
  • Lärmbelästigung und Pöbeleien an den Trinkhallen durch Alkoholisierte

Wünsche an die weitere Entwicklung des Nordens

  • Stabilität sichern, Mietpreisniveau halten
  • Kreativität fördern (das braucht günstigen Lebensraum)
  • Durchmischung erhalten, Initiativen für Zusammenleben und Verschönerung
    unterstützen
  • Infrastruktur (Straßen, Radwege, Grünflächen …) ausbessern, dunkle Ecken beseitigen
  • Müll / Sperrmüll beseitigen, Verwahrlosung verhindern
  • Parkplatzsituation verbessern
  • Mehr Vielfalt im Einzelhandel: Bäcker, Metzger und kleine individuelle Geschäfte
  • Mehr Sicherheit, mehr Sichtbarkeit von Stadt und Polizei, Vandalismus verhindern, gegen Raser vorgehen
  • Belästigungen bei den Trinkhallen / Kiosken eindämmen
  • Mehr Projekte und Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien (Spielplätze, Spielstraßen, (Sport-)Vereine etc.)
  • Mehr Grün- und Freiflächen sowie Begegnungsräume
  • Umdenken lernen: mehr Umweltbewusstsein, Eigeninitiative, Verantwortungsübernahme und Rücksicht auf Nachbarn
  • Bürgerprojekte fördern, Hürden abbauen für Eigeninitiative und Gestaltungsspielräume
  • Mehr neue Wohnungsangebote

ORTE:

Spielplatz Johannes-Morhart-Straße

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Gesperrt seit über 3 Jahren: Verdacht auf Kampfmittel und weitere Altlasten
  • Einziger öffentlicher Spielplatz im Nordend
  • Symbol des „städtischen Versagens“
  • Kaum bis keine Alternativen existent. Das Spielmobil auf dem Goetheplatz stellt für die wenigsten Kids einen Anreiz dar.

"Bolzplatz-Käfig"

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Fußballplatz ist schwer zugänglich
  • Aschenplatz speziell im Sommer unangenehm aufgrund des Staubs
  • Verletzungsgefahr ist hoch
  • Viele Kinder wissen gar nichts davon
  • Hoher Pflanzenbewuchs schreckt ab

Jugendzentrum Johannes-Morhart-Straße 7

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Wichtiger Treffpunkt für die Jugendlichen
    im Nordend
  • Einrichtung bzw. die Verantwortlichen sollten bei Projekten beteiligt werden, um beispielsweise die Interessen der Jugendlichen zu vertreten
  • Wird von außen teilweise falsch wahrgenommen („immer geschlossen“,
    „nur für Ausländer“)

Boxclub Hafenallee 19

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Präventionsprojekt, Idee: mit diszipliniertem Training und Hausaufgabenbetreuung Kinder und Jugendliche auf „die richtige
    Bahn“ bringen
  • Kooperation mit Schulen: Schüler mit schlechter Note 3 (insbesondere
    Schulabbrecherkandidaten nehmen verpflichtend Teil)
  • Dem Verein fehlt es an fachlich qualifizierten Kräften
  • Sehr hohe Kooperationsbereitschaft für ISEK (Integriertes Standtentwicklungskonzept)

Berliner Straße 120

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Wichtig als Teil des Freizeitangebots, hat an Attraktivität verloren
  • Mängel im Gebäudebestand
  • Leerstehende Ladenflächen
  • Müll / Verschmutzung im Gebäude

Goetheplatz und das Märktchen

Was uns Bürger dazu sagten:

  • "Hotspot" des Nordends, einer der gepflegten Orte
  • Märktchen – jeden Donnerstag
  • Afip – jeden Donnerstag „Bar-Abend“
  • Spielmobil: wird kaum angenommen
  • Abends sehr laut, da starkfrequentiert
  • Wird als positiver Entwicklungsschritt für das Nordend erachtet
  • Preisgestaltung richtet sich an Besserverdienende
  • „Szenetreffen“ im Anschluss an den Markt

Kioske

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Teil der Stadtteilkultur, aber auch Ort der Belästigung in Form von
    Lärm und Pöbelei
  • Frauen meiden diese Orte häufig aufgrund von Sicherheitsbedenken

Heyne Fabrik

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Kreativstandort (Mode, Kunst, Gestaltung, etc.)
  • Wirkt aufgrund der Bauweise als Gated Community
  • Kaum Interaktion und Beziehungen mit Nordend
  • Einzelne Firmen zeigen Interesse, sich für das Nordend einzubringen

Hinterhöfe

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Im Nordend sind noch viele große Hinterhöfe unbebaut
  • Oft findet sich auch dort illegaler Sperrmüll
  • Sie bieten viel Raum für Gestaltung
  • Durch vollständige Versiegelung bieten sie sich nur bedingt als Ort
    zum Verweilen / Spielen für Kinder an

Kirchengemeinde St. Peter

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Ort der Begegnung
  • Offene, engagierte Gemeinde, geht auf ihr lokales Umfeld zu und schafft Kontakte
  • Ist sehr interessiert an der Entwicklung des Nordends

Hafengarten

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Einer der wenigen direkt erreichbaren grünen Orte
  • Manche kritisieren mangelnde Ordnung, Mundraub, umgestürzte Bauzäune,
    keine Verantwortlichen
  • Platz der Begegnung, der immer verlegt werden musste. Erfolgloses
    Bürgerbegehren zum Verbleib

Hafen

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Hafen sorgt für Strukturveränderung, wertet das Nordend auf. Gehört aber
    nicht zum Nordend
  • Dient als Aufenthaltsort, auch für Jugendliche
  • Konflikte zwischen Bewohnern des Hafenviertels und des Nordends, die
    sich dort nicht willkommen fühlen

Capitol Theater

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Steht aus Sicht der Bewohner in Konkurrenz zum Kulturangebot der
    Stadt Frankfurt (und verliert)
  • Kein Gesprächspartner besucht dort Veranstaltungen
  • Das Capitol liegt zwar im Nordend, habe aber wenig mit dem Nordend
    zu tun

Baustellen im Nordend

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Hohe Zahl an Baustellen im Nordend
  • Deutliches Signal für Modernisierung, Aufwertung, Gefahr der Gentrifizierung.
  • Anwohner wurden nicht informiert; Verkehr, Lärm und Behinderungen
    werden als ärgerlich empfunden
  • Starke Einschränkung der Lebensqualität der direkten Anwohner über
    Jahre hinweg

Baustellen (Kaiserlei und Goethering)

Was uns Bürger dazu sagten:

  • Kaum jemand weiß, das dort passiert und für wen
  • Vermutung: Nicht für die Bewohner des Nordends, hohe Mietkosten?
  • Befürchtung: Führt zu Mietsteigerungen im Nordend
  • Befürchtungen über künftige Beeinträchtigungen durch den Betrieb der Gebäude
  • Kaum bis kein Wissen über Planung bei Bewohnern
  • Baustelle reicht bis auf die Straße. Sicheres Radfahren derzeit unmöglich
  • Kritik: Blockrandbebauung (Image von Renditenmaximierung, keine attraktive Architektur
  • LEH (Edeka) soll dort ansässig werden

Büsingpark

Was uns Bürger dazu sagten:

  • „Vorzeige-Objekt“, sehr positive Entwicklung
  • Früher kaum einsehbarer Drogenort, heute offen und gepflegt
  • Café im Park wird gelobt
  • Hundekotproblematik dank Kottütenspendern unter Kontrolle
  • Teilweise überfüllte Mülleimer

Diskussion der Ideen auf dem zweiten Nordendforum und online

Zeitstrahl mit Darstellung der Analyse- und Konzeptphase
© Nassauische Heimstätte

Nach der intensiven Beteiligungsphase im September und Oktober hat das beauftragte Büro ProjektStadt am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) gearbeitet. Alle gesammelten Informationen wurden zusammengebracht, mögliche Konflikte benannt und Möglichkeiten abgewogen. Auf dieser Grundlage wurden Vorschläge für Entwicklungsziele und konkrete Maßnahmen formuliert.

Zweites Nordendforum

Ein erster Entwurf für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept für das Nordend liegt nun vor. Am 22. März konnten sich Interessierte auf dem 2. Nordendforum, das in den Räumen des Boxclub Nordend stattfand, über die Planungen informieren und gemeinsam diskutieren, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen aus ihrer Sicht am wichtigsten für den Stadtteil sind.

Vom 8. bis 31. März hatten die Bewohnerinnen und Bewohner zudem die Möglichkeit, sich online über die Maßnahmen zu informieren und diese auch zu kommentieren oder Ideen einzubringen. Die Online-Beteiligung ist beendet, die Kommentare und Vorschlage sind unter dem unten stehenden Link zu sehen.

Karte mit verorteten Ideen rund um soziale Infrastruktur, Kultur, Ökonomie Stadt Offenbach
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