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Das alte Stellwerk an der Bismarckstraße
Das alte Stellwerk an der Bismarckstraße. © Stadt Offenbach
„Keine fancy Kunstideen“, sondern „flexibel“, „wandelbar“ und „verschiedenen Anforderungen“ gerecht werden soll das alte Stellwerk an der Bismarckstraße in Zukunft sein, erklärt Jana Bleckmann. Sie hat sich im Rahmen ihres Kunststudiums an der Hochschule für Gestaltung (hfg) mit dem Gebäude beschäftigt und treibt das Projekt nun gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen außerhalb des universitären Rahmens mit anderen Interessierten eigenständig weiter voran.

Heiner Blum, Professor für Experimentelle Raumkonzepte, der die Studentinnen und Studenten eingeladen hatte, sich mit verschiedenen Plätzen und Gebäuden im Senefelder Quartier zu beschäftigen, bleibt in beratender Funktion präsent. Ohnehin war die hfg schon beim Robert Johnson Club, Waggon am Kulturgleis, den OflovesU-Touren und dem Institut für Klangforschung in den Zollamtstudios Inkubator für etliche studentische Initiativen in der Stadt.   
Was jetzt genau in dem historischen Gebäude an den Bahngleisen an der Bismarckstraße entstehen kann und wie die Nachbarschaft auf dem seit Jahren ungenutzten Grundstück an der Bismarckstraße 118 eingebunden werden kann, wurde am vergangenen Sonntag, 21.Juli, bei einem ersten Treffen diskutiert. Dazu hatten sich die Studentinnen und Studenten Referenten von der Hamburger Planbude eingeladen. „Die Planbude ist aus den Protesten um den geplanten Abriss der Esso-Häuser entstanden,“ erklärt Jana Bleckmann, „wir wollen auch gemeinsam mit den Anwohnern auf Augenhöhe etwas entwickeln und haben jetzt die Strategien und Konzepte kennengelernt und entwickelt, mit denen die Einbeziehung der Nachbarschaft möglich sein kann.“

Dieser Ansatz entspricht auch den Stadtplanern um Marion Rüber-Steins im Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Dort gibt es seit längerem Ideen, das an die Bahnunterführung angrenzende rund 1.000 Quadratmeter große Areal zu entwickeln. Mit Fördermitteln aus dem Stadtförderungsprogramm HEGISS wurde die Fläche im vergangenen Jahr von der Stadt erworben. Angrenzend an den Fußweg zur Bahnunterführung soll eine kleine öffentliche Grünfläche und dahinter ein Neubau vor der heutigen Brandwand entstehen. „Wir denken dabei an ein gemeinschaftliches Wohnprojekt ähnlich dem Mehrgenerationenhaus in der Weikertsblochstraße mit halböffentlicher Mitnutzung des denkmalgeschützten Stellwerks“, erklärt Rüber-Steins. Dafür werden nun interessierte Kooperativen und Bauherren gesucht. Alternativ ist auch die Entwicklung des Geländes durch die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach GBO denkbar.

Um das unwirtliche Areal schon jetzt wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, wurde im Schulterschluss mit dem Quartiersmanagement Senefelder Quartier ein Raum in dem Eckgebäude zur Bismarckstraße frisch gestrichen und wieder nutzbar gemacht. Auch ein WC und eine kleine Küche gibt es. Bis zum geplanten Abriss im kommenden Jahr können sich interessierte Initiativen mit einem kurzen Ideenpapier beim Quartiersmanagement vorstellen. „Von Tanzkursen auf dem Platz, kleinen Ausstellungen bis unaufwändigen Barabenden ist eigentlich alles ist möglich“, sagt Tobias Kurtz, „wichtig ist, dass es ein Miteinander gibt und die Nachbarschaft möglichst gut einbezogen wird.“ Mit den Studentinnen und Studenten ist ein Anfang gemacht, die Ideensuche hat begonnen.

Das Quartiersmanagement Senefelder Quartier ist übrigens jeden Dienstag in der Bismarckstraße 118 ansprechbar, dort sollen vorerst alle Fäden zusammenlaufen.  Wer sich der Gruppe um Jana Bleckmann anschließen möchte, kann per E-Mail Kontakt aufnehmen: stellwerksystemliorg

26. Juli 2019