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Was gefällt den "Senefelderinnen" und "Senefeldern" an ihrem Viertel? Was sollte verbessert werden? Würden Sie es eher mit einem Schaf oder einem Tiger vergleichen? Das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement interviewte Anwohnerinnen und Anwohner. Einige Interviews lesen Sie hier.
Anja Bamberger und Jürgen Blümmel - Artefakt Offenbach
Anja Bamberger und Jürgen Blümmel - Artefakt Offenbach © tresurban

Seit wann wohnen / arbeiten Sie hier im Viertel?

Wir leben seit 25 Jahren im Viertel. Den Laden haben wir seit zwei Jahren. Wir wollten keinen Laden in der Innenstadt aufmachen, sondern auf jeden Fall hier im Viertel. Daher hat sich das gut ergeben.

Artefakt Offenbach: "Die Mietpreise für den Einzelhandel sind auch hier sehr hoch"

Was antworten Sie, wenn man Sie fragt in welchem Viertel Sie wohnen / arbeiten?
Im Senefelder Quartier. Oder „An der Senefelder“. Oder in der östlichen Innenstadt.

Gibt es Orte oder Plätze im Viertel, die Sie gerne aufsuchen?
Ja, am Friedrichsweiher im Park hier gegenüber. Wir gehen auch gerne zum Bäcker Ködel, zum Blumenladen oder zur Pizza Al Massimo Richtung Post. Cafés gibt es leider nicht. Nur die Bäckerei gegenüber, die zwei afghanische Brüder führen, ist zu einem netten Treffpunkt hier im Viertel geworden.

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgen hier wegziehen: Was würde Ihnen am meisten fehlen?
Uns würde alles fehlen. Wir wohnen hier schon sehr lange, unsere Kinder sind hier zur Schule gegangen. Die Nachbarschaft würde uns fehlen - die Offenheit und das Unkomplizierte. Außerdem würde uns die Nähe zur Innenstadt fehlen.

Ist Ihnen im Viertel schon einmal etwas Besonderes passiert, was Sie als typisch für das Viertel bezeichnen würden?
Typisch finden wir die Offenheit des Viertels. Durch das Krankenhaus kommen auch viele Ortsfremde hierher. In unseren Laden kommen so viele verschiedene Menschen - auch ältere Menschen aus dem nahegelegenen Mehrgenerationenhaus. Es ist eine gesunde Mischung.

Mit welchem Tier würden Sie das Viertel vergleichen und warum?
Mit einem Schaf. Gutmütig und zahm.

Mit welchem Adjektiv würden Sie das Viertel beschreiben?
Gemütlich.

Was stört Sie hier im Viertel?
Uns stören der Fluglärm und dass es den Radweg auf der Senefelderstraße nicht mehr gibt.

Was fehlt Ihnen hier? Was müsste sich hier Ihrer Meinung nach verändern?
Ein Café, ein italienischer Supermarkt, überhaupt mehr Einzelhandel sollte es hier geben. Aber die Mietpreise für den Einzelhandel sind auch hier sehr hoch. Viele Läden stehen deshalb leer. Es fehlt eine Plattform im Viertel, auf der eine Diskussion darüber stattfinden könnte, wie viel welcher Raum wert ist. Wir würden uns wünschen, dass die Stadt als Zwischeninstanz treuhänderisch Läden untervermieten könnte, umso dem Leerstand entgegenzuwirken. Eine Art Gewerbeverein oder eine Interessensgemeinschaft fehlen auch. Es wäre schön, wenn es mehr Kultur hier im Viertel geben würde. Die Senefelderstraße sollte verkehrsberuhigt werden und es sollten Fahrradvorrangstraßen entstehen.

Dr. Ivanka Barashka
Dr. Ivanka Barashka © tresurban

Seit wann arbeiten Sie hier im Viertel?

Ich habe die Zahnarztpraxis 2003 übernommen.

Dr. Ivanka Barashka: Das Viertel ist wie ein Affe. "Immer in Bewegung und sprunghaft."

Was antworten Sie, wenn man Sie fragt in welchem Viertel Sie arbeiten?
Nicht weit vom Zentrum, in der Nähe des Hauptbahnhofs, Richtung städtische Kliniken.

Gibt es Orte oder Plätze im Viertel, die Sie gerne aufsuchen?
Es gibt keine Orte, die ich aufsuche, aber vor dem Klinikum ist es schön geworden.

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgen hier wegziehen: Was würde Ihnen am meisten fehlen?Mir würden meine fast hundert älteren Stammkunden fehlen. Meine treuen Patienten sind der Grund, weshalb ich noch hier bin.

Ist Ihnen im Viertel schon einmal etwas Besonderes passiert, was Sie als typisch für das Viertel bezeichnen würden?
Persönlich ist mir noch nichts passiert. Das Viertel hat aber keinen guten Ruf.

Mit welchem Tier würden Sie das Viertel vergleichen und warum?
Mit einem Affen. Immer in Bewegung und sprunghaft. Die Menschen wechseln hier schnell ihre Wohnungen.

Mit welchem Adjektiv würden Sie das Viertel beschreiben?
Zentral und auch schön (es gibt sehr schöne Häuser hier).

Was stört Sie hier im Viertel?
Mich stört, dass es so schmutzig und unordentlich ist. Jedes Jahr wird es schlimmer.

Was fehlt Ihnen hier? Was müsste sich hier Ihrer Meinung nach verändern?
Meiner Meinung nach, müsste es mehr Aufklärung über Müllentsorgung und -trennung geben. Außerdem fehlen sportliche Angebote für die Jugendlichen. Ein Raum für die Bulgarische Gemeinde hier im Viertel, in dem sie sich regelmäßig treffen kann, wäre auch schön.

Karl Kosilo
Karl Kosilo © tresurban

Seit wann wohnen Sie hier im Viertel?

Seit 1988.

Karl Kosilo: "Typisch finde ich, dass man sich hier kennt – man grüßt sich auf der Straße."

Was antworten Sie, wenn man Sie fragt in welchem Viertel Sie wohnen?
Ich sage immer zwischen Hauptbahnhof und Klinikum. Das Viertel hat ja keinen eigenen Namen, soweit ich weiß.

Gibt es Orte oder Plätze im Viertel, die Sie gerne aufsuchen?
Ja, am Wilhelmsplatz, im Ring-Center oder am Main halte ich mich gerne auf.

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgen hier wegziehen: Was würde Ihnen am meisten fehlen?Mir würden meine Freunde und meine Familie fehlen. Es leben noch fast alle hier im Viertel – kaum einer ist weggezogen.

Ist Ihnen im Viertel schon einmal etwas Besonderes passiert, was Sie als typisch für das Viertel bezeichnen würden?
Nichts Negatives. Typisch finde ich, dass man sich hier kennt – man grüßt sich auf der Straße, auch wenn man sich nicht beim Namen kennt.

Mit welchem Tier würden Sie das Viertel vergleichen und warum?
Momentan mit einer Raupe, die sich langsam zu einem Schmetterling entwickelt. Man merkt, dass sich im Viertel etwas tut, dass sich was bewegt.

Mit welchem Adjektiv würden Sie das Viertel beschreiben?
Familiär – im Sinne von bekannt, vertraut.

Was stört Sie hier im Viertel?
Mich stört die Achtlosigkeit der Menschen ihrer Umgebung gegenüber. Viele werfen ihren Müll rücksichtslos auf die Straße, auf die Grünflächen oder in die Büsche.

Was fehlt Ihnen hier? Was müsste sich hier Ihrer Meinung nach verändern?
Mir fehlt eigentlich nichts. Es ziehen junge Familien hierher – es verändert sich was im Viertel. Das freut mich.

Pfarrer Ulrich Knödler
Pfarrer Ulrich Knödler © tresurban

Seit wann wohnen / arbeiten Sie hier im Viertel?

Ich bin seit Februar 1999 hier Pfarrer und lebe seit dem auch hier im Haus.

Pfarrer Ulrich Knödler: "Man braucht Widerstandskraft, um es hier auszuhalten."

Was antworten Sie, wenn man Sie fragt in welchem Viertel Sie wohnen / arbeiten?
In der Innenstadt von Offenbach.

Gibt es Orte oder Plätze im Viertel, die Sie gerne aufsuchen?
Wilhelmsplatz, Büsingplatz und das Mainufer. Ich freue mich auf den Park auf dem ehemaligen MAN Roland Gelände.

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgen hier wegziehen: Was würde Ihnen am meisten fehlen?Mir würde die Nähe zur Innenstadt und zum Main fehlen und die S-Bahn nach Frankfurt. Außerdem würde mir dieses Gefühl im Viertel: „bunt statt braun“ fehlen.

Ist Ihnen im Viertel schon einmal etwas Besonderes passiert, was Sie als typisch für das Viertel bezeichnen würden?
Leider ja: zwei Überfälle, die mein Sohn miterleben musste. Einmal als Zeuge, einmal als Opfer.

Mit welchem Tier würden Sie das Viertel vergleichen und warum?
Mit einem Igel. Stachelig und anstrengend. Man braucht Widerstandskraft, um es hier auszuhalten.

Mit welchem Adjektiv würden Sie das Viertel beschreiben?
Rau.

Was stört Sie hier im Viertel?
Der Lärm. Der Fluglärm, der Lärm der vierspurigen Waldstraße und der nächtliche Lärm aus dem Internetcafé nebenan.

Was fehlt Ihnen hier? Was müsste sich hier Ihrer Meinung nach verändern?
Mir fehlt eine gesunde soziale Mischung im Viertel. Deshalb hoffe ich, dass sich durch die Neubebauung des MAN Roland Geländes einiges verbessert. Ich freue mich auf den REWE-Markt und auf den Park.

Haben Sie sonstige Anmerkungen?
Die Waldstraße ist einfach viel zu breit. Die Situation hier ist wirklich veränderungswürdig. Es sollte einen Fahrradweg geben und Grün vor der Kirche.

Simone Fricke, Tagespflege Spieleparadies
Simone Fricke, Tagespflege Spieleparadies © tresurban

Seit wann wohnen / arbeiten Sie hier im Viertel?

Ich wohne seit 25 Jahren und arbeite seit sechs Jahren hier im Viertel.

Simone Fricke: "Mich stört die Unsauberkeit, die Aggressivität einzelner Mitmenschen und die Fremdenfeindlichkeit."

Was antworten Sie, wenn man Sie fragt in welchem Viertel Sie wohnen / arbeiten?
Im Senefelder Quartier.

Gibt es Orte oder Plätze im Viertel, die Sie gerne aufsuchen?
Auf den Spielplatz nebenan gehen wir nur selten. Ich gehe mit den Kindern lieber zum Starkenburgring oder zum Märchenspielplatz, weil es dort sauberer ist.

Stellen Sie sich vor, Sie würden morgen hier wegziehen: Was würde Ihnen am meisten fehlen?Nichts.

Ist Ihnen im Viertel schon einmal etwas Besonderes passiert, was Sie als typisch für das Viertel bezeichnen würden?
Na klar: Jugendliche, die pöbeln und alkoholisierte Männer, die hier herumhängen.

Mit welchem Tier würden Sie das Viertel vergleichen und warum?
Mit einem Löwen. Ein ruhiges, aber auch zerfleischendes Tier.
Oder mit einem Papagei – für das Gerede der Leute.

Mit welchem Adjektiv würden Sie das Viertel beschreiben?
Dreckig.

Was stört Sie hier im Viertel?
Die Unsauberkeit, die Aggressivität einzelner Mitmenschen und die Fremdenfeindlichkeit.

Was fehlt Ihnen hier? Was müsste sich hier Ihrer Meinung nach verändern?
Ich wünsche mir, dass die Ideen der Bürger auch ernst genommen werden. Wir haben unsere Wünsche bei der Neugestaltung des Spielplatzes nebenan eingebracht. Sie wurden aber nicht berücksichtigt. Eine normale Rutsche wäre schon schön gewesen. Die jetzige ist zu gefährlich für die Kleinen.