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Spatenstich mit Architekt Michael A. Landes, ABG-Geschäftsführer Frank Jun
Spatenstich mit Architekt Michael A. Landes, ABG-Geschäftsführer Frank Junker sowie den Oberbürgermeistern Peter Feldmann und Horst Schneider. Foto: Bernd Georg/Stadt Offenbach © Stadt Offenbach
Mit einem gemeinsamen Spatenstich leiteten die beiden Oberbürgermeister der Städte Offenbach und Frankfurt Mitte September den offiziellen Baubeginn für das neue Wohnquartier auf dem früheren MAN-Gelände an der Christian-Pleß-Straße ein. Dort, wo einst Druckmaschinen montiert und in alle Welt verschickt wurden, leben bald Menschen in 172 Wohnungen, die die ABG Frankfurt Holding errichtet.

Es war ein symbolträchtiger Termin, zu dem die beiden nicht nur von Amts wegen befreundeten Verwaltungschefs geladen hatten: Mit dem Wohnbauprojekt im Senefelder-Quartier beweisen Horst Schneider und Peter Feldmann einmal mehr, dass ihre Städte gar nicht mehr anders können, als gemeinsam und miteinander zu wachsen. Dementsprechend lobten sie die interkommunale Kooperation, die zwischen Frankfurt und Offenbach laut Feldmann sogar noch deutlich besser funktioniere als zwischen Frankfurt und anderen Umlandkommunen. Es handle sich um ein „Miteinander auf Augenhöhe“, betonte Feldmann vor dem gemeinsamen Spatenstich an der Baustelle: „Wir arbeiten auch mit anderen Gemeinden zusammen, die nicht so groß und stolz sind wie Offenbach, aber mit Offenbach läuft’s am besten!“

Feldmann kam an diesem Tag aber nicht nur nach Offenbach, um schöne Worte zu sprechen. Der Frankfurter Oberbürgermeister hatte auch zwei Versprechen im Gepäck: „Erstens: Wir werden niemals aufhören, übereinander Witze zu machen.“ Und zweitens? „Wir werden niemals aufhören zusammen zu arbeiten.“ Frankfurt und Offenbach seien die Motoren der Rhein-Main-Region und Vorbild für eine bessere Zusammenarbeit. Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider wiederum sprach von einer „langen und belastbaren Zusammenarbeit“, die sich bereits zwischen den Nachbarstädten etabliert habe.

Schneider verwies auch auf den geschichtsträchtigen Boden, den die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft nun in ein Wohnviertel umwandle: „Hier an dieser Stelle begann vor mehr als einem Jahrhundert die Offenbacher Druckgeschichte, eroberte High-Tech von Offenbach aus die Welt.“ Schneider selbst sei als Kind auf dem Schulweg immer mit dem Rad an dem Gelände vorbeigefahren und die vielen Blaumänner bewundert. Das alles sei nun Geschichte, ein neues Kapitel des innerstädtischen Wohnens an dieser Stelle aufgeschlagen. So baut die ABG Frankfurt Holding ein neues urbanes Quartier mit 172 Wohnungen auf dem früheren MAN-Gelände an der Christian-Pleß-Straße. Es handelt sich nach dem Bauprojekt der ABG am Hafen um das zweite Bauprojekt der Frankfurter in Offenbach. Wohneinheiten, die die Region dringend benötigt.

Sämtliche Wohnungen werden im Passivhaus-Standard errichtet, in denen nur minimale Heizkosten anfallen. 122 der neuen Wohnungen im Senefelder-Quartier werden frei finanziert und von der ABG vermietet. Insgesamt fünfzig Einheiten, die von den Städten Frankfurt und Offenbach sowie vom Land Hessen gefördert sind, werden Mietparteien zur Verfügung gestellt, deren Einkommen unterhalb der gesetzlich definierten Grenzen liegt. Mit Mitteln des Landes Hessen bauen die Frankfurter davon 32, die Offenbacher 18 Wohnungen. Zu dem neuen Komplex gehören auch 168 Stellplätze in einer Tiefgarage.

Oberbürgermeister Horst Schneider machte noch einmal deutlich, dass die zum Einzug in eine der öffentlich geförderten Wohnungen Berechtigten keinesfalls sogenannte Sozialhilfeempfänger seien, sondern berufstätige Menschen mit einem niedrigen Monatseinkommen, das unterhalb gesetzlicher Bemessungsgrenzen liegt. „Darunter fallen etwa Fachkräfte, Erzieherinnen oder die Krankenschwester aus dem Sana Klinikum“, sagte Schneider, „und nicht der Langzeitarbeitslose.“ Er hoffe, dass unter dieser „unglücklichen Debatte, die an der Realität vorbeigeht“, nun ein Schlussstrich gezogen werden könne. Schneider zeigte sich zudem erfreut, dass bei diesem Wohnbauprojekt erstmals die Wohnungspolitischen Leitlinien, die die Stadtverordnetenversammlung 2011 beschlossen hatte, fast vollumfänglich umgesetzt werden. Diese sehen bei Neubauvorhaben ab einer Größe von 50 Wohneinheiten vor, dass 30 Prozent im geförderten Mietwohnungsbau entstehen.