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Um die Notwendigkeit der Klimaanpassung in Städten zu verstehen, muss vorab ein Blick auf die Besonderheiten des Klimas in der Stadt geworfen werden.

Grund für die erheblichen Temperaturunterschiede sind die vielen Beton- und Asphaltflächen der Innenstädte sowie die dichte Bebauung: Wärme wird gespeichert und erfrischende Winde werden abgeschwächt. Wer von uns schon einmal aus dem Umland in die Stadt gekommen ist, fühlt es sofort: die Hitze ist spürbar stärker und macht uns oftmals mehr zu schaffen.

Dieses Phänomen wird auch häufig als Wärmeinseleffekt bzw. im Englischen als urban heat island effect beschrieben.

Wärmeinseleffekt, auch "Urban Heat Island Effect"
Wärmeinseleffekt, auch "Urban Heat Island Effect" © Stadt Offenbach

Die dichte Bebauung stellt eine immer größer werdende Problematik dar. Nicht nur, weil das Thermometer häufiger in Bereiche ansteigt, die uns gesundheitlich mehr belasten, sondern weil für uns damit auch noch mehr Probleme verbunden sind:

  • Schlechte Luftreinigung und Sauerstoffproduktion durch fehlende Pflanzen
  • Schadstoffanreicherung durch fehlende Winde
  • Überschwemmungen und unzureichende Grundwasserneubildung durch mangelnde Versickerungsflächen
  • u.v.m.

Wie das Stadtklima aussieht, zeigen wir auf der Klimafunktionskarte. Sie basiert auf Daten zu

  • Baubestand (Höhe, Dichte und Art der Bebauung)
  • Grün- und Freiflächen (Wälder, Felder, Stadtparks, Gewässer, landwirtschaftliche Flächen, u.v.m.)
  • Lokale Klimafaktoren

Durch moderne Analysemethoden lassen sich anhand dieser Daten Aussagen darüber treffen, welche Gebiete besonders wertvoll für die Verbesserung des Stadtklimas sind.

In Offenbach befinden sich diese Frischluftentstehungsgebiete überwiegend am Stadtrand, wie der Leonhard-Eißnert-Park im Stadtteil Bieber, der Buchhügel im Süden der Stadt oder das Gebiet rund um den Schultheis-Weiher in Bürgel und Rumpenheim. In größeren Städten nehmen jedoch auch innerstädtische Parks eine solch wichtige Funktion für das Stadtklima ein.

Nicht ohne Grund werden große Stadtparks wie der Tiergarten in Berlin, der Hydepark in London oder Central Park in New York auch häufig als Grüne Lungen bezeichnet.

Durch die aufsteigende warme Luft der Innenstadt, wird durch einen natürlichen Prozess die neue frische und saubere Luft über Grüngürtel oder auch breite Straßen aus größeren begrünten Flächen angezogen.