Sprungmarken
Suche
Suche

Spätestens seit dem verheerenden Hochwasser in der Eifel ist klar, dass der Klimawandel stattfindet und Wetterextreme zunehmen. Auch in Offenbach häufen sich Starkregenereignisse und Hitzewellen, zumal die Stadt weiterwächst und mehr Flächen versiegelt werden, das Verkehrsaufkommen sowie Luft- und Lärmbelastungen zunehmen und die Herausforderungen zur Bewältigung des Wandels komplexer werden. Maßnahmen, die den Klimawandel bremsen und dessen Folgen eindämmen, sind also wichtiger denn je. Mit dem Klimakonzept 2035 hat die Stadt Offenbach bereits die Weichen für wichtige Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen gestellt. Weil Klimaschutz zuhause anfängt, bietet das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz schon lange Haus-zu-Haus-Energieberatungen an, bei denen Hauseigentümer konkret über ihre Möglichkeiten, mit kleinen Maßnahmen und Umbauten, aktiv zu werden, sowie über Fördermöglichkeiten beraten werden. Daran knüpft nun die Erstellung eines integrierten Quartierskonzeptes für alle Stadtteile an: „Das Bewusstein und auch der Wille mehr für den Klimaschutz zu unternehmen, ist inzwischen in weiten Teilen der Gesellschaft angekommen. Was konkret vor Ort gemacht werden kann und ob es für die Umsetzung Fördergelder gibt, ist jedoch oft nicht bekannt und das stellt eine Hürde dar. Hier setzt unser Programm Energetische Quartierskonzepte an. Wir zeigen den Wohnungsbaugesellschaften, den Unternehmen und den Eigentümerinnen und Eigentümern, welche Maßnahmen für eine klimagerechte Umgestaltung vor Ort ergriffen werden können“, erklärt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Sabine Groß. Starten soll die Erstellung des integrierten Quartierskonzeptes in der südlichen Innenstadt und dem Senefelderquartier, die beiden Pilotstadtteile sollen wichtige Informationen für zukünftige quartiersbezogene Investitionen zur Reduzierung von Treibhaus-Emissionen liefern. Unterstützt wird das Projekt mit Fördermitteln aus dem Klimafonds in Höhe von rund 96.000 Euro.

„Für das Quartierskonzept erfolgen eine Bestandaufnahme sowie eine Potentialanalyse. Darin halten wir Gebäudezustand, Energieversorgung, klimagerechte Mobilität und Anpassung an die bereits auftretenden Klimawandelfolgen fest. Anschließend wird ein Sanierungskonzept erstellt und die Umsetzung begleitet“, erläutert Heike Hollerbach, Amtsleiterin vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. „Für die Umsetzung wird es ein Sanierungsmanagement geben. Das heißt konkret, dass es eine Anlaufstelle für Fragen der Finanzierung und Förderung geben wird“, so Groß weiter. Die südliche Innenstadt ist erst der Anfang, in den nächsten Jahren will Hollerbach mit ihrem Team weitere Quartiere auf Klimaschutz und Klimaanpassung prüfen.

Der Magistrat hat dem Vorhaben bereits zugestimmt, die Stadtverordnetenversammlung entscheidet am 9. September über den Grundsatzbeschluss. Das Projekt wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert, weitere Mittel fließen aus dem Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt.

Offenbach am Main, 1. September 2021