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Blätter eines Ahornbaumes
© pixabay.com
Bäume sind wichtig für das Stadtklima und sorgen dafür, dass Menschen sich wohlfühlen. Daher sind sie durch die Grünschutzsatzung besonders geschützt. In der Grünschutzsatzung ist genau geregelt, welche Grünbestände und Bäume in Offenbach geschützt sind und was das bedeutet.

Die Bedeutung von Bäumen in der Stadt

Lilipark im Sommer
Bäume haben eine Vielzahl positiver Eigenschaften und Funktionen - sie spenden zum Beispiel Schatten an heißen Tagen © Stadt Offenbach

Bäume nehmen Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf, speichern den Kohlenstoff und setzen Sauerstoff frei. Im Durchschnitt kann ein Baum sechs Kilogramm CO2 pro Tag aufnehmen und gibt 4,4 Kliogramm Sauerstoff ab. Dadurch trägt jeder Baum zur Luftverbesserung bei.

Bäume werfen Schatten und senken dadurch die Temperaturen gegenüber versiegelten, nicht beschatteten Flächen.

Über die Blätter und die Rinde der Bäume verdunstet Wasser. Das führt zu einem Luftaustausch in der Umgebung des Baums und die Luft kühlt ab. Außerdem wird die als trocken empfundene Stadtluft befeuchtet.

Die Blätter der Bäume filtern Feinstaub, Stickoxide und Schwefel aus der Luft.

Straßenbäume lenken und bremsen den Wind in Straßenzügen. Dadurch erhöht sich die Qualität des Wohnumfelds und Gebäudeschäden durch Windböen können abgewendet werden.

Darüber hinaus bilden Bäume ein wichtiges gestalterisches Element, werten das Stadtbild auf und sorgen für Wohlbefinden in der Stadt. Dies gilt für Bäume auf privaten Grundstücken ebenso wie für Bäume auf öffentlichen Flächen. Auch für die Biodiversität in der Stadt spielen Bäume eine wichtige Rolle.

Schutz und Erhalt von Bäumen

Die Stadt setzt sich aus verschiedenen Gründen für den Erhalt und Schutz von Bäumen in der Stadt - sowohl auf städtischen Flächen als auch auf Privatgrundstücken - ein: Bäume im bebauten Umfeld sind wichtig für die Lebensqualität der Menschen und die Biodiversität. Grundsätzlich sollte kein Baum leichtfertig gefällt werden!

Harte Bedingungen für Stadtbäume

Die Wuchsbedingungen in der Stadt sind für Bäume nicht leicht: Der Boden rings um die Bäume ist - vor allem bei Straßenbäumen - häufig versiegelt, wodurch der Wasser- und Lufthaushalt im Boden eingeschränkt wird. Im Winter sind sie oft der Belastung durch Streusalz beziehungsweise salziges Sickerwasser ausgesetzt.

Auch trockene und heiße Sommer setzen den Bäumen in Offenbach zu: 2018 waren viele Bäume bereits im Juli ins Herbstkleid gegangen oder hatten einen Teil der Blätter abgeworfen und somit ihren eigenen Stoffwechsel heruntergefahren. Das passiert, wenn der Bodenwassergehalt nahezu den sogenannten “permanenten Welkepunkt” erreicht hat, also den Punkt, an dem kein Bodenwasser mehr für die Pflanzen zur Verfügung steht. Dadurch, dass der Baum einen Teil seiner Blätter abwirft, verdunstet weniger Wasser über die Poren in den Blättern und die Sogwirkung wird reduziert, der Baum verringert also seine Saugkraft und zieht weniger Wasser aus dem Boden. Somit reicht das Wasser länger aus und der Baum kann länger überleben. Dennoch stockt durch Wassermangel die Photosynthese und das Feinwurzelsystem des Baums, das für die Wasser- und Nährstoffaufnahme wichtig ist, kann geschädigt werden. 

Klimaexperten gehen davon aus, dass Hitzeperioden, bedingt durch den Klimawandel, in Zukunft häufiger vorkommen werden. Wissenschaftler konnten außerdem aufzeigen, dass der Klimawandel Auswirkungen auf die Austriebs- und Blütezeitpunkte der Bäume hat. 

Als Straßenbäume werden daher wo es möglich ist zukünftig Arten gepflanzt, die meist auch längere trockene und heiße Perioden überstehen, wie zum Beispiel Roteichen und Amberbäume.

Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von Bäumen

Um den Bäumen in der Stadt das Leben zu erleichtern, ist es wichtig, Stressfaktoren soweit wie möglich zu reduzieren. Um Trockenstress zu vermeiden, müssen die Bäume mit Wasser versorgt werden, wenn es über längere Zeit nicht regnet. Wichtig ist außerdem, den Bäumen ausreichend Wurzelraum zu lassen und den Boden unmittelbar um den Baum herum nicht zu verdichten und zu versiegeln. Denn je verzweigter das Wurzelwerk eines Baums ist, desto eher kann der Baum auch Trockenphasen verkraften.

Im öffentlichen Raum kann dies zum Beispiel durch große Baumscheiben geschehen. Wenn neue Bäume gepflanzt werden, achtet das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement darauf, dass Baumscheiben einen Durchmesser von mindestens zwei Metern haben und pro Baum ein Wurzelraum von mindestens zwölf Kubikmetern vorhanden ist. Der Wurzelraum kann zum Teil auch unter versiegelten Flächen, etwa unter einem Bürgersteig verlaufen.

Die Pflanzung und Pflege von Stadtbäumen im öffentlichen Raum übernimmt die Baumkolonne aus dem Stadtwerke-Geschäftsfeld Stadtservice im Auftrag des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. 

Grünflächen im Neubaugebiet An den Eichen
In Neubaugebieten wie An den Eichen wird eine angemessene Durchgrünung von Anfang an eingeplant. © Alexander Habermehl

Schaffung von klimatischen Ausgleichsflächen

Die Stadt Offenbach versucht, bestehende Grünflächen zu erhalten und im Stadtgebiet neue Grünflächen zu schaffen, zum Beispiel, indem Flächen entsiegelt werden und bestehende öffentliche Flächen begrünt werden. In Neubaugebieten wird bei der Erstellung von Bebauungsplänen auf angemessene Durchgrünung und eine entsprechende Gestaltung der Baugrundstücke geachtet.

Grünflächen sind unter anderem wichtig, weil Regenwasser dort versickern kann und dadurch zur Erhaltung des Grundwassers beigetragen wird. Außerdem tragen Grünflächen zur Kühlung der Umgebung bei, weil dort Wasser verdunstet.

Grünschutzsatzung, Baumfällungen und Ersatzpflanzungen

Durchgesägter Baumstamm
Manchmal ist die Fällung von Bäumen unvermeidbar © pixabay.com

In manchen Fällen lässt sich die Fällung von Bäumen nicht vermeiden, etwa wenn sie krank oder morsch sind oder die Verkehrssicherheit aus einem anderen Grund nicht mehr gegeben ist. 

Ab einer bestimmten Größe beziehungsweise einem gewissen Stammumfang sind Bäume und Sträucher jedoch durch die Grünschutzsatzung geschützt und dürfen nur mit einer Genehmigung des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz gefällt werden. Das betrifft sowohl Bäume auf öffentlichen Flächen als auch auf Privatgrundstücken.

Weiterhin muss für jeden gefällten Baum, der durch die Grünschutzsatzung geschützt ist, eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden. Bei Ersatzpflanzungen sollten zunehmend klimaresistente Arten verwendet werden.