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Querschnitt zum Klima in Offenbach
Querschnitt zum Klima in Offenbach © Stadt Offenbach / Johanna Wagner
Für Häuslebauer und Eigenheimbesitzer hat das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz ein Modellhaus konstruiert. Es zeigt die Möglichkeiten auf, wie ein Haus kühl gehalten und Wasser sinnvoll eingesetzt werden kann.
Modellhaus zur Klimaanpassung
Modellhaus zur Klimaanpassung © Stadt Offenbach / Michael Schick

Grünes Dach

Ein Dach muss viele verschiedene Funktionen erfüllen. Normalerweise wird es gedämmt, um Wärme drinnen zu halten und damit Energie beim Heizen zu sparen. Auch im Sommer hilft eine Dämmung, damit Hitze nicht so schnell nach innen dringen kann. Doch irgendwann hat die ungeheure Energie der Sonne auch die Dämmung aufgeheizt - dann ist es besonders schwierig, Räume wieder zu kühlen.

Ein mit Pflanzen begrüntes Dach leistet hier mehr, denn es speichert Feuchtigkeit und gibt diese nach und nach ab. Darunter bleibt es deutlich kühler als bei einem normalen Dach. 

Doch es kann noch viel mehr: Weil die Pflanzen auf einem Substrat wachsen können Pflanzen und Substrat viele Liter Regenwasser aufnehmen, bevor das Wasser in die Kanalisation oder in eine Zisterne fließt. Wie ein Schwamm saugt sich das begrünte Dach voll. Das hilft auch, die Kanalisation bei Starkregen zu entlasten und Schäden durch überlaufende Kanäle zu vermeiden. 

Wasser aus so einem Dach ist auch gleichzeitig vorgefiltert, wenn es zum Beispiel Brauchwasser in einer Zisterne werden soll. 

Grüne Fassade

Fassadenpflanzen bringen einen weiteren Schutz vor Hitze für das Haus und reinigen gleichzeitig die Luft. Damit es keine Interessenkollision mit Insekten und Vögeln gibt, werden Fassadenteile begrünt, die nicht zu nah an den Fenstern liegen. Hilfreich sind auch Verschattungsmöglichkeiten von außen für die Fenster - dann kann die Sonne das Innere der Räume nicht direkt aufheizen. 

Wasser versickern

In Offenbach sinkt an vielen Stellen der Grundwasserspiegel - mit gravierenden Folgen für Bäume und Sträucher aber auch für Gebäude: Wenn der Boden schrumpft, bewegt sich auch das darauf stehende Gebäude und kann Risse bekommen. Daher ist es wichtig, so wenig Flächen wie möglich zu versiegeln. Um das Grundstück optimal nutzen zu können, ist deshalb versickerungsfähiges Pflaster eine Lösung.
Modellhaus zur Klimaanpassung
Modellhaus zur Klimaanpassung © Stadt Offenbach / Michael Schick

Wasser sammeln

Das Regenwasser, das auf das eigene Grundstück fällt, ist kostenlos und zugleich kostbar. Deshalb ist beim Modellhaus auch eine Zisterne zur Brauchwassergewinnung eingebaut. Damit kann zum Beispiel die Toilette gespült oder der Garten gewässert werden - dann kommt das Wasser auch wieder dem Grundwasser zu Gute.

Zum Sparen von Energie hat das Modellhaus eine Photovoltaik-Anlage: Sie verwandelt die Lichtenergie der Sonne in elektrische Energie, mit der sich das Haus mit Strom versorgen lässt. 

Wer hat es gemacht?

Das Haus hat der Offenbacher Klimaanpassungsmanager Lukas Glitsch entworfen. Damit informiert das Umweltamt auf Veranstaltungen über  „klimagerechtes Bauen".

Das Haus, mit dem Maßstab 1:50, fand seinen ersten Einsatz auf der Offenbacher Baumesse und wird weiterhin auf zahlreichen Informationsveranstaltungen des Umweltamtes eingesetzt. 

Passend zum Modellhaus bietet das Umweltamt auch die Broschüre „Klimaangepasstes Bauen und Wohnen“ an, welche die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels in unserer Region veranschaulicht und Hauseigentümern erklärt, wie sie sich dagegen wappnen können.

Weiterführende Links:

https://www.offenbach.de/microsite/klimaschutzaktion/Klimawandel/Anpassungskonzept/klimaanpassungsstrategie-offenbach.php 

Modellhaus zur Klimaanpassung Stadt Offenbach / Michael Schick
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