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Welche Maßnahmen die Stadt treffen kann, um die zunehmende Trockenheit des Stadtbodens zu bekämpfen, beschreibt Heike Hollerbach vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Die Prognosen sind insgesamt nicht gut“, sagt sie, „denn die klimabedingten Wirkungen auf Gebäude, Infrastruktur und unser Leben nehmen weiter zu. Vor allem die Gefahr durch mehr Hitzetage sowie veränderte Niederschläge stellen Großstädte wie Offenbach vor große Herausforderungen.“ Von den Auswirkungen des Klimawandels sind die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen, aber auch die Infrastruktur, Wirtschaft und die „grüne Umwelt“, also die Bäume, besonders betroffen.

„Unser Grundwasser ist zu niedrig, die versiegelten Flächen nehmen zu. Mit Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept und dem Klimakonzept 2035, das gerade in der Diskussion ist, muss auf die Folgen der Veränderungen reagiert werden.“ Zu den Maßnahmen zählt bei Neubauten darauf zu achten, dass Regenwasser nicht in den Kanal geleitet wird, sondern auf dem Grundstück versickern kann. Eine Entsiegelung von Flächen ist auch im Bestand denkbar, beispielsweise bei Innenhöfen, durch Beschattung von Fassaden oder Dachbegrünung. „Wir müssen bei allen Entscheidungen auf die Klimaauswirkungen achten und bewusst Gegenmaßnahmen einleiten, bevor es zu spät ist.“

Schon heute sind die Folgen gravierend: Das Grundwasser wird trotz starker Niederschläge im Winter nicht mehr hinreichend aufgefüllt, das Wasser fließt an der Oberfläche weg und versickert nicht. Das Umweltamt verzeichnet im Stadtgebiet je nach Örtlichkeit eine Absenkung des Grundwassers von bis zu 160 Zentimetern. Am Schultheisweiher fiel der Grundwasserpegel während der Trockenheit um 70 Zentimeter innerhalb eines Sommers. Allein 2019 sind zahlreiche Stadtbäume vertrocknet. Viele Bäume müssen wegen Schäden oder Krankheiten gefällt werden. Geschwächte Bäume sind anfälliger für Stürme und stellen eine Gefahr für die Verkehrssicherheit dar, mit den Neupflanzungen sind hohe Kosten verbunden, auch durch die notwendige Pflege und Bewässerung in den Anfangsjahren. „Jeder Baum ist wichtig angesichts der Klimaveränderungen. Das fängt schon mit dem Schatten an, der notwendig ist, um an extremen Hitzetagen überhaupt noch auf die Straße gehen zu können. Die Straßenbäume schützen vor zusätzlicher Verdunstung von Feuchtigkeit und vor Materialermüdung an Hausfassaden, die durch enorme Temperaturschwankungen beeinträchtigt werden.“ 

16. Oktober 2020