Sprungmarken
Suche
Suche

Fragezeichen
© pixabay.com

Wo wurde die Stickoxidbelastung in OF gemessen, wo wurden Grenzwerte überschritten und wie hoch waren diese?

Es gibt eine Messstation des HLNUG in Offenbach an der Unteren Grenzstraße. Die aktuellen Werte finden Sie über den nachfolgenden Link.

Messwerte der Luftmessstation auf der Seite des HLNUG

Darüber hinaus gibt es Standorte mit Passivsammlern an der Bieberer Straße, Unteren Grenzstraße und Mainstraße. Bei allen handelt es sich ebenfalls um offizielle Messpunkte des Landes! Passivsammler sind kleine, unauffällige Döschen, die auf ca. 3m Höhe an Straßenschildern oder Laternen angebracht werden. In ihnen befindet sich eine Lösung, welche mit NO2 reagiert. Dadurch kann später im Labor die durchschnittliche Luftschadstoffbelastung für einen Zeitraum (max. 2 Monate) ermittelt werden. Aufschluss über die Messwerte einzelner Tage geben die Passivsammler im Unterschied zur Luftmessstation jedoch nicht.

Unterschiede zwischen Luftmessstation und Passivsammler an der Unteren Grenzstraße:

Die Messwerte des Passivsammlers waren in der Vergangenheit häufig deutlich höher als die der Luftmessstation. (2019: Messstation ca. 45 μg/m³/a; Passivsammler ca. 36 μg/m³/a )

Die vorherrschende Windrichtung und die Entfernungen zwischen Hauswand und Messeinheit lassen den Rückschluss zu, dass es bei der Straßenseite mit der Luftmessstation zu einer besseren Luftdurchmischung kommt, während es bei der Seite mit dem Passivsammler eher zu einer Konzentrationsanreicherung kommt.

Welche Maßnahmen stehen im Luftreinhalteplan und wie ist der aktuelle Stand?

Zu den wichtigsten Maßnahmen der Luftreinhaltung zählen die Umrüstung der Lichtsignalanlagen zur Schaffung grüner Wellen (Verkehrsverflüssigung), der Umstieg der Stadtbusflotte auf Elektroantriebe sowie die Ausweisung von Tempo-40-Zonen im Stadtgebiet.

Alle Maßnahmen zur Luftreinhaltung, welche zuvor im Masterplan Green City und der Gesamtstrategie zur Luftreinhaltung zu finden waren, werden nun im „Luftreinhalteplan für den Ballungsraum Rhein Main – 3. Fortschreibung Teilplan Offenbach“ zusammengefasst. Er wurde in Abstimmung zwischen der Stadt Offenbach am Main und dem dafür zuständigen Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erstellt.

Er steht auch auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter https://umwelt.hessen.de/umwelt-natur/luft-laerm-licht/luftreinhalteplanung sowie des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie unter https://www.hlnug.de/themen/luft/luftreinhalteplaene/publizierte-luftreinhalteplaene-nach-eu-recht.html zur Einsichtnahme zur Verfügung.

Hat das Coronavirus mit seinen Kontakteinschränkungen Auswirkungen auf die Messwerte?

Im Jahr 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 war zu beobachten, dass die Einschränkungen infolge des COVID-19-Virus, positive Auswirkungen auf die Luftschadstoffbelastung haben. Dadurch, dass Menschen im Home-Office arbeiten und keine größeren Veranstaltungen wie Messen und Fußballspiele stattfinden, gibt es auch weniger Verkehr auf den Straßen. Für das Jahr 2020 wurden die immissionsschutzrechtlichen Grenzwerte im gesamten Stadtgebiet eingehalten.

Kommt ein LKW-Durchfahrtsverbot?

Das Land Hessen hat das LKW- Durchfahrtsverbot als optionale Maßnahme in den Luftreinhalteplan aufgenommen. Die Wirkungsberechnung der Maßnahmen des Luftreinhaltplans zeigte, dass auch ohne das LKW-Durchfahrtsverbot die Grenzwerte für NO2 im Jahr 2021 eingehalten werden können. Ob die Maßnahme benötigt wird hängt von der in 2021 zu überprüfenden Wirkung der anderen Maßnahmen ab.


Stärkung Radverkehr

Das Fahrrad-Straßen-Projekt (Bike OF) ist eine der größten und teuersten Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs. Insgesamt werden sechs wichtige Verkehrsachsen zu Fahrradstraßen. Auf ihnen gilt Tempo-30 gilt, Fahrräder haben Vorfahrt und Radlerinnen und Radler dürfen nebeneinander fahren.

Darüber hinaus fanden in der Vergangenheit folgende Umsetzungen statt: Freigabe bestimmter Einbahnstraßen für den Rad-Gegenverkehr, Öffnung der Fußgängerzone für Radler, Ausbau von Schutzstreifen für den Radverkehr etc.

ÖPNV

In Offenbach rollen bereits die ersten E-Busse und der E-Busbetrieb wird in diesem Jahr Schritt für Schritt ausgeweitet.

Bis Ende 2021 werden knapp die Hälfte aller Offenbacher Stadtbusse elektrisch betrieben.

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Förderung des ÖPNV und damit als Anreiz zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn ist die Ausweitung der Taktzeiten der OVB-Linien.

Dienstfahrzeuge der Stadtverwaltung

Die Dienstfahrzeuge der Stadtverwaltung sind in großen Teilen bereits auf umweltfreundliche Antriebe umgestellt, sowohl Gas als auch Elektrofahrzeuge sind im Einsatz. Bei der Neubeschaffung wird grundsätzlich auf Elektro oder Gas gesetzt. Dienstfahrzeuge von Stadt und SOH sind bereits elektrisch angetrieben, auch Kehrmaschinen fahren zum Teil bereits mit Strom.

Hier finden Sie eine Übersicht der Dienstfahrzeuge:

E-Mobil-Stationen

An sechs E-Mobilstationen im Stadtgebiet können nun sechs E-Autos und 20 E–Bikes ausgeliehen werden. Dies deckt den aktuellen Bedarf, der noch nicht allzu hoch ist. Die E-Mobil-Angebote sind ein ergänzendes Angebot im Verkehrsmix. Weitere Ladeinfrastruktur ist in Planung, jedoch die Umsetzung von der Finanzierung abhängig.

Förderung

Für die umfangreichen Maßnahmen der Luftreinhaltung erhält die Stadt Offenbach Fördergelder in Millionenhöhe. Die Maßnahmen aus dem Luftreinhalteplan, wie die Verflüssigung des Verkehrs, der Fahrradstraßenbau von Bike Offenbach und die Umrüstung der Busflosse auf Elektrofahrzeuge, werden aus den Förderprogrammen der Nationalen Klimaschutzinitiative und des Sofortprogramms Saubere Luft mit insgesamt über 16 Mio. Euro bezuschusst.