Sprungmarken
Suche
Suche

Wolken
© Stadt Offenbach
Die Stadt Offenbach hat in den letzten Jahren sehr deutliche sichtbare Anstrengungen unternommen, um die Grenzwerte an den Hot Spots in der Stadt zu verringern, erläuterte Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Mit der Einrichtung eines Tempo 30-Bereiches auf der Bieberer Straße konnte z.B. eine signifikante Verbesserung der Luftqualität erreicht werden.“

40 Mikrogramm Stickoxide beträgt der Höchstwert, der 2010 auf Basis einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 1999 erlassen wurde. Weil Luft aber keine Stadtgrenzen kennt und punktuelle Einzelmaßnahmen die Werte für Stickoxide (NOx) in der Luft nicht dauerhaft und vor allem nicht schnell genug senken, wurde gemeinsam mit der Stadt Frankfurt der „Masterplan Green-City“ erarbeitet.

Auf dessen Grundlage erhob die Stadt eine Bestandsaufnahme und Analyse des Mobilitätsverhaltens und entwickelt dann eine Gesamtstrategie mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog.

Der gültige Luftreinhalteplan des Landes Hessen, rechtskräftig seit Oktober 2020, übernahm diese Maßnahmen.

Dabei favorisiert die Stadt eine Verkehrsverflüssigung durch eine verkehrsabhängige digitale Ampelsteuerung, den Ausbau der Radinfrastruktur, eine Stärkung des ÖPNV, die Elektrifizierung der Busflotte, Tempo 40. Aufgrund der bereits sinkenden Werte hat die Stadt entschieden, auf ein LKW-Durchfahrtsverbot und die Einrichtung von Pförtnerampeln, etwa am Bieberer Berg, zu verzichten.

Die Einführung von Tempo 40 auf drei besonders belasteten Straßenabschnitten, wie der Mainstraße Zunächst steht ab März 2021 für drei Abschnitte eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 40 an. Das trifft die Mainstraße (etwa 1,1 Kilometer von Arthur-Zitscher- bis Kaiserstraße), die Waldstraße (rund 130 Meter von Geleits- bis Bleichstraße) und die Kaiserstraße (gut 150 Meter von Geleits- bis Große Marktstraße).

Weitere Maßnahmen betreffen die Stärkung des Radverkehrs und den Öffentlichen Nahverkehr. Mit viel Enthusiasmus wird der Ausbau der Stadt Offenbach zur Fahrradstadt vorangetrieben. So wurden Einbahnstraßen für Radler freigeben, die Infrastruktur verbessert und ein Leihradsystem für E-Bikes etabliert. Außerdem konnten mit Aktionen wie der Klimaschutz-Initiative STADTRADELN viele Menschen für diese Form der Fortbewegung begeistert werden: Bei der letzten STADTRADELN-Kampagne 2020 legten 705 Radlerinnen und Radler in 40 Teams die beachtliche Strecke von 172.955 Kilometer zurück.

Auch die E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein, die Ausweitung der Car- und Bike-Sharing-Angeboten sowie der Ausbau zusätzlicher Ladestationen wird vorangetrieben. Dazu gehört auch die Elektrifizierung der kommunalen und gewerblichen Flotten, bei der Stadtverwaltung sollen sukzessive alle Dienstfahrzeuge elektrisch unterwegs sein.

Geräuschlos und emissionsarm sind inzwischen auch die Busse der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB, die ersten 7 Busse sind im Einsatz, es folgen nun weitere in diesem Jahr. Zusätzliche Attraktivität versprechen sich die Planer mit dem Einsatz von Echtzeit-Anzeigern an den Haltestellen, die Reisenden die optimale Planung ihrer Fahrt ermöglichen. Wer für Teilstrecken doch noch ein Auto benötigt, kann dies auf den geplanten Park- und Ride-Parkplätze am Nassen Dreieck oder am Stadion stehen lassen.