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Ob es die Schwalbe als Glücksbringer, Wetterbote oder als Synonym für theatralische Schauspielerei im Fußball ist - Schwalben sind aus der deutschen Kultur kaum wegzudenken.
Dennoch haben sie es wegen moderner Entwicklungen wie dem Insektenschwund, der intensivierten Landwirtschaft und der hohen Verdichtungs- und Sanierungsrate in Siedlungsgebieten immer schwerer.
Schwalben auf einer Leitung
© Stadt Offenbach

Ab Mitte April kommen die ersten Schwalben nach ihrer langen Reise über die Sahara in ihre deutsche Heimat zurück, um hier ihre Jungen großzuziehen. Leider finden die standorttreuen Vögel dabei immer seltener geeignete Bedingungen für den Nestbau vor. Viehställe und Scheunen sind immer öfter geschlossen gebaut, Fassaden nach Sanierungen oft ungeeignet für den Nestbau. Viele Hauseigentümer wissen zu wenig um die Vorteile einer Kolonie der fleißigen Insektenfänger unterm eigenen Dach. Und auch das Nistmaterial, feuchter, offen liegender Lehm, wird immer knapper.

Doch Sie können etwas tun, um die Schwalben zu unterstützen! Bieten Sie den Tieren optimale Bedingungen, dann ziehen sie womöglich unter Ihrem Dach ein.

Es gibt im Handel künstliche Schwalbennester, bevorzugt bewohnt werden jedoch meist selbstgebaute Nester. Es sollte also am Haus an geeigneter Stelle, am besten im geschützten Bereich hoch oben unter der Dachtraufe, die Wand grob verputzt oder die Fassade so angeraut sein, dass das aus Lehm gebaute Nest gut haften kann. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Nest mit zunehmendem Gewicht samt Küken herunterfällt. Auch geeignetes Baumaterial können Sie zur Verfügung stellen: Wenn Sie im Garten oder Innenhof ohnehin lehmigen Boden haben, genügt es, eine freiliegende Stelle, an der Katzen und Marder keine Deckung finden, feucht zu halten. Sie können aber auch eine künstliche Lehmpfütze schaffen, indem Sie Ton- oder Lehmerde in einem Bottich, einer Wanne oder einer Teichfolie befeuchten und zur Verfügung stellen. Der Naturschutzbund empfiehlt, die Lehmpfütze in einem Bereich bis maximal 300 m von der Niststätte entfernt anzulegen.

Gegen Verschmutzungen durch herabfallenden Kot helfen übrigens handelsübliche Regalbrettchen, die mindestens einen halben Meter, am besten leicht schräg abfallend unterhalb der Nester an der Fassade angebracht werden.

Damit die Schwalben genug Nahrung zur Fütterung ihrer Jungen finden, ist es natürlich hilfreich, wenn der Garten insektenfreundlich gestaltet ist: Lassen Sie ruhig die ein oder andere „wilde Ecke“ entstehen und verzichten Sie auf den Einsatz von Pestiziden.

Der Volksmund sagt: „Schwalben bringen dem Haus, an dem sie nisten, Glück und Segen.“ – Probieren Sie es doch einfach aus!

 

Quellen:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/schwalbenfreundliches-haus/22148.html

https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-haus/schwalben/

Offenbach am Main, 30.03.2020
Schwalben auf einer Leitung Stadt Offenbach
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