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Verschiedene Bienen auf der Fläche am Friedrichsweiher
Verschiedene Bienen auf der Fläche am Friedrichsweiher © Stadt Offenbach

Aufmerksame Offenbacherinnen und Offenbacher melden zahlreiche Wildbienen in der Grünanlage am Friedrichsweiher. Nah über dem Boden fliegend sind sie auf der Suche nach Partnern – und Nistplätzen. Diejenigen, die erfolgreich sind, verschwinden in einer der vielen unterirdischen Brutröhren zur Eiablage. In diese Hohlräume werden Blütenpollen eingetragen, um schließlich ein Ei darauf zu legen und anschließend die Öffnung mit Lehm zu verschließen. Auf diese Art und Weise können mehrere Brutzellen in einem Hohlraum angelegt werden. Hier entwickelt sich aus dem Ei eine Larve bis zur Puppe, die dann bis zum nächsten Frühjahr überdauert.

Obwohl sie äußerliche Ähnlichkeiten mit ihren Verwandten Honigbiene, Wespen und Hornissen zeigen, leben die Wildbienen alleine und bilden keine Staaten, die sie unter Einsatz ihres Lebens verteidigen müssten. Sie flüchten eher, wenn sie sich bedroht fühlen und machen von ihrem Wehrstachel aller höchstens Gebrauch, wenn sie festgehalten werden. Bei vielen Wildbienen, wie der Sandbiene, ist der Stachel aber zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Heike Hollerbach, Leiterin des Offenbacher Amts für Umwelt, Energie und Klimaschutz, beruhigt: „Diese Tiere sind absolut harmlose, nützliche Blütenbesucher, die wegen der Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume neue Niststätten in der Stadt suchen und hoffentlich finden. Die Wildbienen sind inzwischen vom Aussterben bedroht und stehen daher unter speziellem Schutz durch das Bundesnaturschutzgesetz. Vor allem aufgrund ihrer Funktion als Bestäuber vieler Pflanzenarten, die zum Teil von der Honigbiene gemieden werden, nehmen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem ein.“

An der Grünfläche am Friedrichsweiher wurden die Wildbienen wieder fündig, zahlreiche verschiedene Wildbienenarten wie Mauerbienen (Osmia spec.) und Sandbienen (Andrena spec.) sind zu  beobachten. Um den Bienen ein ungestörtes Brutgeschäft zu ermöglichen und sie vor unachtsamen Tritten zu schützen, wird daher die Fläche, auf der sich die Bienen angesiedelt haben, vorübergehend abgesperrt. Die Pflegearbeiten an der Vegetation werden eingestellt. „In wenigen Wochen, wenn die Bienen ihre Eier abgelegt haben und die Brutröhren alle wieder sorgsam verschlossen sind, werden wir die Flächen wieder frei geben. Wir bitten um Rücksicht für die Wildbienen und laden alle Interessierten ein, aus angemessener Distanz die Bienen zu beobachten, um das Brutgeschäft nicht zu stören. Es ist  faszinierend und heutzutage leider ein seltenes Geschehen – daher unser Appell: schützen Sie im Interesse der Biodiversität unsere kleinen Mitbewohner.“ Tiere zu töten oder ihre Niststätten zu zerstören ist gesetzlich verboten.

“Wer die Nützlinge unterstützen und ihnen bessere Lebensbedingungen ermöglichen möchte, kann ihnen künstliche Nistplätze bauen“, erläutert Laura Popp, Biologin von der Unteren Naturschutzbehörde: „Acht bis zehn Zentimeter dicke Holzscheite, in die Löcher von sechs bis acht Millimeter Durchmesser gebohrt werden. Die sollte man dann im Garten aufstellen oder erhöht aufhängen. Selbst bei Nisthilfen in Terrassennähe sind keine Stechattacken zu befürchten, sondern bieten sich ideale Möglichkeiten diesen interessanten Tieren bei der Arbeit zuzuschauen. Mit Fragen melden Sie sich gerne bei uns.“

Weitere Tipps und Beratungen bietet das Amt für Umwelt- Energie und Klimaschutz unter der Rufnummer 069 8065-2557 oder unter der E-Mail-Adresse umweltamtoffenbachde an.

24. April 2019