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© Stadt Offenbach

Welche Grünbestände sind durch die Grünschutzsatzung geschützt?

Die Satzung gilt für das gesamte bebaute Stadtgebiet einschließlich aller Stadtteile sowie im Geltungsbereich von Bebauungsplänen, sie gilt nicht für Dauerkleingärten.

Nach der Satzung zum Schutz der Grünbestände in der Stadt Offenbach am Main ist ein Antrag auf Beseitigung geschützter Grünbestände erforderlich bei,

  • Laubbäumen und Eiben, die - gemessen in einem Meter Höhe - einen Stammumfang von mehr als 60 cm haben (liegt der Kronenansatz niedriger als ein Meter, so ist der Stammumfang unter dem Kronenansatz ausschlaggebend)
  • mehrstämmigen Laubbäumen und Eiben, wenn - gemessen in einem Meter Höhe - die Summe der Einzelstammumfänge 100 cm überschreitet (liegt der Kronenansatz niedriger als ein Meter, so ist der Stammumfang unter dem Kronenansatz ausschlaggebend)
  • Nadelbäumen (ausgenommen Eiben), die - gemessen in einem Meter Höhe - einen Stammumfang von mehr als 120 cm haben
  • Laubgehölzbestände (Hecken, flächenhafte Gebüsche und flächenhafte Baumbestände) ab einer bewachsenen Fläche von 30 Quadratmetern.

Dürfen Bäume auf dem eigenen Grundstück ungehindert gefällt werden, oder muss die Fällung beantragt werden?

Auf Privatgrundstücken dürfen außerhalb der Vogelbrutzeit (15. März bis 31. Juli) nur Bäume und Hecken unterhalb des Schutzmaßes ohne Genehmigung entfernt werden.

Aber: Falls sich brütende Vögel in den Grünbeständen befinden, ist eine Beseitigung grundsätzlich untersagt!

Für die Beseitigung von geschützten Bäumen und Laubgehölzbeständen (Hecken, Gebüsche) ist eine schriftliche Genehmigung erforderlich. Diese kann beim Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz beantragt werden.

Gibt es Einschränkungen bei der Beseitigung von Bäumen und Hecken in Dauerkleingärten?

Hier gibt es keine Genehmigungspflicht nach der Satzung, aber es gilt das Verbot des Bundesnaturschutzgesetzes: Wo brütende Vögel vorhanden sind, ist die Beseitigung untersagt.

Was muss ich beachten, wenn ich meinen Baum zurückschneiden möchte?

Fachgerechte Rück- oder Pflegeschnitte sind genehmigungsfrei. Während der Vogelbrutzeit (15. März bis 31. Juli) sind sie allerdings nur erlaubt, wenn nachweislich keine Vögel in den Gehölzen brüten.

Muss ich für einen gefällten Baum einen Ersatzbaum pflanzen?

Ja, sofern es ein geschützter Baum war. In der Regel muss pro gefälltem Baum ein Laubbaum nachgepflanzt werden. Ein Baum ist in der Regel auch pro 30 qm beseitigter Gehölze zu pflanzen.

Bei einer geplanten Beseitigung ist immer zu prüfen, ob eine Ersatzpflanzung ortsnah möglich ist. Ist eine Ersatzpflanzung nicht oder nicht vollständig möglich, ist eine Ausgleichszahlung zu leisten.

Was passiert, wenn Bäume ohne Genehmigung gefällt werden?

Bei illegalen Fällungen wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, das eine Bußgeldzahlung bis zu 100.000,00 € zur Folge haben kann. Die Pflicht zur Ersatzpflanzung besteht trotzdem.

Aber wenn von meinem Baum eine unmittelbare Gefahr ausgeht …?

Wenn ein Baum akut bruch- oder umsturzgefährdet ist, kann er ohne Genehmigung sofort beseitigt werden. Die Fällung ist dem Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz jedoch anzuzeigen.

Kann ein Nachbar die Fällung eines Baumes veranlassen, der zu nah an seinem Grundstück steht?

Einen Antrag auf Erteilung einer Fällgenehmigung kann nur der Eigentümer des Grundstücks stellen, auf dem der Baum steht. Weigert er sich, den störenden Baum zu beseitigen, kann man nur privatrechtlich dagegen vorgehen. In diesem Fall entscheidet ein Gericht darüber, ob der Baum gefällt werden muss.

Informationen zum Nachbarschaftsrecht finden Sie in der Broschüre des Hessischen Justizministeriums:

Einzureichende Unterlagen

  • Antrag
  • ein aussagefähiger Lageplan
  • Fotos des zu beseitigenden Grünbestandes
  • Nachweis, dass Sie Eigentümer/in des Grundstückes sind
  • Begründung zum Erfordernis der Fällung / Rodung

Kosten

Die Genehmigungsgebühr beträgt pro Baum 120,00 Euro, kann im Einzelfall aber auch nach Arbeitszeit ermittelt werden. Weiterhin kann die Zahlung einer Ausgleichsgebühr festgesetzt werden, wenn eine Ersatzpflanzung nicht möglich ist. Die Genehmigung enthält eine entsprechende Zahlungsaufforderung.

Bearbeitungsdauer

ca. 3-4 Wochen nach Antragseingang