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Eiche
© Umweltamt/ Stadt Offenbach
Im vergangenen Jahr prüften Gutachter die Standfestigkeit von drei als Naturdenkmal eingestuften Bäumen in Offenbach. In Rumpenheim wurde am 30. Oktober 2018 an zwei Eichen auch öffentlich angekündigte Zugversuche unternommen. „Dabei fieberten die Mitglieder des Naturschutzbeirates und der Bürgerinitiative Rumpenheim mit. Gerade die ortsbildprägende Stieleiche an der Schloßgartenstraße sorgte für Spannung, ihre Höhlungen und der Pilzbefall deutlich sichtbar“, berichtet Heike Hollerbach, Umweltamtsleiterin und gibt Entwarnung: „Der Baum ist stand- und bruchsicher – der nächste Versuch wird erst in vier Jahren notwendig. Wir freuen uns über das gute Ergebnis.“

Auch die Säuleneiche im Schlosspark hat die Prüfung der Standsicherheit bestanden. „Für die Bruchsicherheit müssen wir etwas tun“, erklärt Hollerbach. Die holzabbauenden Pilze sorgen dafür, dass der Baum instabiler wird. Eine Entlastung kann durch eine nochmalige Einkürzung der Krone herbeigeführt werden. Auch könnte eine Einzäunung des Baumes für ein langes und vor allem sicheres Miteinander von Baum und Mensch führen. „Wir werden die verschiedenen Möglichkeiten ausarbeiten und die Empfehlungen des Naturschutzbeirats einholen“.

Nicht mehr sicher ist dagegen ein anderes Naturdenkmal: Die Säuleneiche (Quercus robur ‚Fastigiata‘) in der städtischen Kindertagesstätte Rödernstraße mit einer Baumhöhe von 21 Metern und einem Stammumfang in ca. 1,3 Meter Höhe von  4,70 Meter. Die Gutachter fanden im Dezember bei einer Kronenuntersuchung an mehreren Stellen Bruchgefahr. Die Holzzersetzung schreitet zu schnell voran. „Dieser Baum ist schon länger unser Sorgenkind – wir mussten ihn bereits deutlich einkürzen. Zuletzt um rund 5 Meter in der Höhe. Dazu haben wir sechs Kronensicherungen einbauen lassen. Doch nun hat er die Baumbeurteilungsnote 5 bekommen: Sehr schlechter Allgemeinzustand, gravierende Schäden und Mängel“, erläutert Hollerbach.

Der Baum ist stark von Pilzen wie dem Eichenwirrling befallen, der Braunfäule erzeugt. Er entwickelt sich, zuerst unentdeckt,  im Kernholz und zersetzt es. Wenn man seine Fruchtkörper außen am Baum wahrnimmt, hat er sich bereits stark ausgebreitet. Auch der Zunderschwamm ist anzutreffen, der meistens auf älteren, geschwächten Bäumen zu finden ist. Ein weiteres gut sichtbares Zeichen, dass der Baum stark geschwächt ist, sind die inzwischen fünf Spechthöhlen, die in der Baumkrone zu finden sind. „Es besteht die Gefahr, dass der Baum auseinander bricht. Und das können wir an einem solchen Standort nicht verantworten. Deswegen folgen wir der Empfehlung des Gutachters und werden, wenn auch schweren Herzens, den Baum fällen lassen.“  Ein weiterer Rückschnitt bringe keine Sicherheit, der Baum hat bereits jetzt mit den letzten Rückschnitten zu kämpfen und wird sich nicht mehr erholen.

„Ökologisch ist die Fällung dieses Baums natürlich ein großer Verlust, aber die Sicherheit geht vor, den Naturschutzbeirat haben wir umgehend unterrichtet. Es wird nun geprüft, ob ein Teil des Baumstamms auf eine öffentliche Fläche gelegt werden kann, z. B. in den Dreieichpark, dies hätte einerseits symbolischen Wert, da der Baum für die Bürgerinnen und Bürger sichtbar wäre, er würde außerdem als Anschauungsobjekt der Umweltbildung dienen und der Stamm könnte als Heimat holzbewohnender Insekten noch eine ökologische Funktion erfüllen und etwas für den Artenschutz tun“ so Heike Hollerbach.

Offenbach am Main, 14. Januar 2019

Eiche Umweltamt/ Stadt Offenbach
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