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Pilz am Baum
Der Flache Lackporling. Ein häufiger Pilz an nahezu allen einheimischen Laubbaumarten. © Stadt Offenbach

Pilze spielen eine große Rolle in unserem Ökosystem.

Viele Bäume leben mit Pilzen zusammen (in Symbiose), sie begünstigen sich und versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen. Der Baum gibt Zucker an die Pilze und die Pilze geben Stickstoff und Phosphor aus dem Boden an den Baum. Das sind die sogenannten Mykorrhizapilze.

Pilzerkrankungen an Bäumen entstehen durch holzzerstörende Pilze. Diese können durch sehr spezifische Enzyme in den Pilzfäden  die Bestandteile des Holzes aufspalten und aufnehmen.

Man unterscheidet drei große Gruppen: Weißfäulepilze, Braunfäulepilze und Moderfäule. Die Pilze können am Stamm und/ oder in den Wurzeln vorkommen. Alle nehmen die Kohlenhydrate (z. B. in Form von Cellulose) auf. Nur die Weißfäuleerreger können auch das Lignin der Bäume verwerten. In der Natur ist das sehr wichtig, da nur so die Bäume „verrotten“ und wertvoller, neuer Nährboden entstehen kann. Der Übergang, ob Pilze lebendes Holz oder totes Holz verwerten ist fließend.

Viele Bäume können jahrelang mit diesen Pilzen leben. Wenn der Befall eines lebenden Baumes zu sehr fortschreitet, kann jedoch seine Standfestigkeit darunter leiden. Stadtbäume müssen auf diese Pilze kontrolliert werden um ein Umfallen der Bäume aufgrund der Pilzerkrankung zu verhindern (Verkehrssicherung). Die meisten Baumpilze sind wirtsspezifisch, gehen also nur an eine Baumart.

Typische Baumpilz-Gruppen an Stadtbäumen sind z. B. Porling, Tramete, Zunderschwamm, Lackporling, Hallimasch. Häufig und bekannt ist auch der Brandkrustenpilz.

Ein Einfluss durch den Klimawandel ist ebenfalls vorhanden. Die Stadt Offenbach hat bereits ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet. https://www.offenbach.de/microsite/klimaschutzaktion/Klimawandel/Anpassungskonzept/klimaanpassungsstrategie-offenbach.php)

Die verringerte Niederschlagsmenge und die höheren Temperaturen können besonders Stadtbäume, die sowieso schon unter schwierigen Bedingungen wachsen, zusätzlich schwächen.

Das macht sie für die Pilze angreifbarer. Sie können sich schlechter wehren, da sie insgesamt weniger vital sind. Sie haben den „natürlichen Feinden“ weniger entgegenzusetzen.

So wie es auch unter Pflanzen und Tieren Klimawandel-Günstlinge gibt, so gibt es sie auch unter den Pilzen.

Sie wandern mit den Temperaturen mit und breiten ihr Vorkommensgebiet stetig aus. Ein Beispiel ist der Pilz Cryptomstroma corticale, der die Rußrinden-Krankheit an Ahorn auslöst. Er ist ein typischer Schwächeparasit, der ausnutzt, dass sein Wirtsbaum nicht genug Energie aufbringen kann. Durch die trockenen Sommer breitet er sich immer weiter aus.

Die gesundheitlichen Folgen für den Menschen durch die Sporen des Pilzes sind aber nicht typisch für holzzerstörende Pilze im Allgmeinen! Er produziert außergewöhnlich viele Sporen und dadurch entsteht die Gefahr für Menschen. Von den anderen typischen Pilze, die Bäume schädigen, geht diese Gefahr nicht aus.

 

Was kann man dagegen tun?

  • Bei Pflanzungen nicht nur auf eine Baumart setzen, sondern mischen.
  • Genauso heimische Baumarten mit Trockenheitsresistenten Baumarten mischen.
  • Bestände, die mit der Rußrindenkrankheit befallen sind, roden und das Holz vernichten (Ausbreitung verhindern).
  • Wasserstress vermeiden, also weniger Versiegelung,
  • mehr Grünflächen in bebauten Bereichen,
  • bei Bauvorhaben Versickerung von Dachflächen konsequent umsetzen,
  • Grundwasserspiegel regelmäßig kontrollieren und mit allen Möglichkeiten wieder auffüllen.