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Naturschutzgebiet Erlensteg von Bieber, Orchideenwiese
© Rolf E. Weyh
Für den Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft, die als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, für den Naturhaushalt oder als Erholungsraum für den Menschen einen besonderen Wert aufweisen, bietet das Bundesnaturschutzgesetz die Möglichkeit, diese als Schutzgebiete oder Schutzobjekte festzulegen. Je nach Zielsetzung sind dafür unterschiedliche Kategorien vorgesehen. In Offenbach wurden im Verlauf der 1980/90er Jahre zwei Naturschutzgebiete sowie zwei große Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Daneben existieren zum Schutz kleinflächiger Objekte bzw. für Einzelschöpfungen der Natur eine Reihe von Naturdenkmalen. Seit 2008 liegt mit dem EU-Vogelschutzgebiet ein zum europaweiten ökologischen Netz Natura 2000 gehörendes Gebiet vor. Eine Karte zu den aktuellen Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie Naturdenkmalen finden Sie hier als Download.

Naturschutzgebiete

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 23) umfassen Naturschutzgebiete Flächen, die besonders wertvolle Lebensräume oder Lebensgemeinschaften wildlebender Tier- und Pflanzenarten aufweisen oder dahingehend entwickelt werden können. Ebenso können Gebiete von besonderer natur- bzw. kulturgeschichtlicher Bedeutung, die aufgrund ihrer Seltenheit, ihrer besonderen Eigenart oder ihrer hervorragenden Schönheit erhaltenswert sind, durch Verordnung festgesetzt werden. In Offenbach gibt es zwei Naturschutzgebiete: das NSG Rumpenheimer und Bürgeler Kiesgruben sowie das NSG Erlensteg von Bieber.

Landschaftsschutzgebiete

Landschaftsschutzgebiete sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist

  1. zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
  2. wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
  3. wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung.

In Offenbach gibt es das Landschaftsschutzgebiet Offenbach a. M. von 2013 sowie das Landschaftsschutzgebiet Hessische Mainauen von 1987. Sie umfassen zum einen die großen zusammenhängenden Waldgebiete im Süden der Stadt, zum anderen die überwiegend landwirtschaftlich genutzten Wiesenflächen der Gewässerauen entlang des Mains, des Kuhmühlgrabens und der Bieber. Außerdem gehören teilweise die innerstädtischen Parkanlagen dazu.

Landschaftsschutzgebiet Offenbach am Main


In 2013 wurde nach über 30 Jahren die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Stadt Offenbach am Main" novelliert. Die seit 1980 geltende Verordnung trat damit außer Kraft.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der amtlichen Dokumente. Die Landschaftsschutzgebietsverordnung besteht aus einem Verordnungstext, einer Übersichtskarte und 10 Detailkarten. Die neue Verordnung vom 18.01.2013 ist am 12.02.2013 in Kraft getreten durch eine Veröffentlichung im Staatsanzeiger Nr. 7/2013.

Naturdenkmale

Naturdenkmale sind nach Naturschutzgesetz (§ 28) Einzelschöpfungen der Natur oder kleinflächige Objekte (bis zu fünf Hektar groß), deren besonderer Schutz wegen ihrer wissenschaftlichen oder natur- bzw. kulturgeschichtlichen Bedeutung oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist. In Offenbach wurden bereits in den 1940er Jahren neben den zwei kleineren Gewässern „Entensee“ und „Oberhorstweiher“ noch zahlreiche Altbäume als Naturdenkmale festgesetzt. Im Lauf der Jahre waren einige Abgänge zu verzeichnen.

„An das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz, insbesondere die Untere Naturschutzbehörde, wurden von den BürgerInnen und den Fachbeiräten und der Umweltkommission immer wieder Wünsche herangetragen, zusätzlichen Bäumen besonderen Schutz zukommen zu lassen. Und diesen Wünschen kommen wir gerne nach.“ so Oberbürgermeister und Umweltdezernent Horst Schneider.

Seit dem Jahre 1989 hat Offenbach eine Naturdenkmalverordnung, die ursprünglich 11 Bäumen, sowie dem Oberhorstweiher und dem Entensee einen besonderen Schutzstatus verleiht. Nunmehr sind mehr als 25 Jahre vergangen, zwei Bäume gibt es durch den Lauf der Zeit bereits nicht mehr, dafür haben sich andere umso beeindruckender entwickelt.

In der Zweiten Naturdenkmalverordnung wurden jetzt 9 wertvolle Bäume im Stadtgebiet unter den besonderen Schutz „Naturdenkmal“ gestellt. Die „Zweite Verordnung zum Schutze der Naturdenkmale der Stadt Offenbach am Main“ wurde im November vom Magistrat beschlossen.

Natura 2000-Gebiet

"Natura 2000" ist ein europaweites Schutzgebietssystem zum Schutz und zur Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Pflanzen und Tiere. Die Bundesrepublik Deutschland kommt mit der Meldung dieser Gebiete ihrer Verpflichtung nach, ein zusammenhängendes Netz an geeigneten Lebensräumen zu schaffen und damit eine Koordination der Schutzmaßnahmen zu ermöglichen. Das Gebietsnetz umfasst sowohl Flora-Fauna-Gebiete nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) der EU als auch Vogelschutzgebiete nach der Vogelschutzrichtlinie (VRL) der EU. Vogelschutzgebiete - wie im Offenbacher Mainbogen - werden insbesondere ausgewiesen, um bestimmten wild lebenden Vogelarten in ihrem Verbreitungsgebiet einen vielfältigen und ausreichend großen Lebensraum dauerhaft zu sichern sowie Fortbestand und Fortpflanzung dieser Arten weiterhin zu gewährleisten. Das EU-Vogelschutzgebiet VR 5818-401 wurde 1980 durch eine Verordnung rechtsverbindlich festgesetzt.

EU-Vogelschutzgebiet: Main bei Mühlheim und Naturschutzgebiet "Rumpenheimer und Bürgeler Kiesgruben" (Schultheis-Weiher)