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Wo die Rohrstraße ins offene Feld zwischen Rumpenheim, Bürgel und Mühlheim mündet, hat sich die gewohnte Landschaft verwandelt. Anstelle des bekannten Anblicks landwirtschaftlich genutzter Flächen treffen Spaziergänger nun auf mehrere mit Draht eingezäunte Bereiche entlang der Wege.
Vögel
© Martin Mecnarowski (http://www.photomecan.eu/) / CC-BY-SA-3.0

Das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement hat hier Sträucher und Heckenpflanzen gesetzt als artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen für den Umbau im Kaiserlei. Sie bieten Bluthänfling und Stieglitz eine neue Heimat, die vorher am Kaiserlei brüteten. Die Zäune schützen die neuen Pflanzen vor ihren Fressfeinden. Sobald die Pflanzen kräftig genug sind, werden die Zäune wieder entfernt. Um Eichen, Feldahorne und Kirschbäume von acht Meter breiten Hecken aus Strauchrosen, Liguster, Hartriegel und weiteren Gehölzen wurden angepflanzt. Insgesamt entstehen 400 laufende Meter Heckenflächen – um die Hecken herum sollen sich blütenreiche Wiesenstreifen etablieren. Findlinge grenzen die Flächen locker zu den sie umgebenden landwirtschaftlichen Flächen ab. Eine Ausgleichsmaßnahme richtet sich besonders an den Bluthänfling – hier wurden kleinere Hecken in lockeren Abständen angelegt, in deren Mitte im Sommer unter anderem Sonnenblumen blühen werden.

Ansichten der neu angepflanzten Flächen mit Sträuchern
Ansichten der neu angepflanzten Flächen mit Sträuchern © Stadt Offenbach

Aufwertung des Feldes auch für andere Tiere

Die Gestaltung der Flächen berücksichtigt die Biotopansprüche von Bluthänfling und Stieglitz, wertet jedoch die Feldflur auch für viele andere Vögel, Säuger und Insekten auf und trägt auch für Spaziergänger langfristig zur Verschönerung des Landschaftsbilds und so einem höheren Erholungswert bei. Auf die Verträglichkeit mit den umgebenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde ebenfalls Rücksicht genommen.

Aufgrund der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) der Europäischen Union ist bei größeren Bauvorhaben im Vorfeld zu prüfen, ob durch das Vorhaben in Lebensräume von Arten des Anhangs IV der FFL-Richtlinie und Vogelarten des Artikel 1 der Vogelschutzrichtlinie eingegriffen wird – und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um diese zu kompensieren und die Baumaßnahme durchführen zu können.

Die Prüfung ergab, dass im Plangebiet auch die Vogelarten Bluthänfling und Stieglitz vorhanden waren, die einen ungünstigen Erhaltungszustand aufweisen, und deren Fortpflanzungsstätten durch die Rodung der dortigen Gehölzflächen wegfallen. Daher sind vor Baubeginn an anderer Stelle Heckenpflanzungen in ausreichender Größe anzulegen, um den Vögeln so langfristig eine neue Heimat zu bieten.

Offenbach am Main, 29. März 2017