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SR Paul Gerhard Weiss, Klaus Fiedler,
Klaus Fiedler überreicht Stadtrat Paul-Gerhard Weiß den aktuellen Ornithologischen Jahresbericht über Offenbach © Stadt Offenbach / georg-foto.de
Über die Vogelwelt in Stadt und Kreis Offenbach informiert der Ornithologische Jahresbericht 2018. Klaus Fiedler vom Arbeitskreis Offenbach der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hat das druckfrische Werk dem Umweltdezernenten Paul-Gerhard Weiß vorgestellt. Der nunmehr 35. Jahresbericht wurde erneut gemeinsam vom HGON-Arbeitskreis Offenbach und dem Kreisverband Offenbach des Naturschutzbundes Offenbach (NABU) aufgelegt und kann ab sofort bestellt werden.

Wie üblich bildet der Sammelbericht, zusammengestellt von Peter Erlemann, Mara Greve und Alexander Zaigler, den Schwerpunkt der Publikation. Grundlage sind die Beobachtungen von 197 Personen, die überwiegend im Internet auf www.ornitho.de eingegeben wurden und dort einsehbar sind. „Insgesamt standen rund 25.000 Meldungen zu 226 Arten und Hybriden zur Verfügung, was einen leichten Rückgang an Daten bedeutet“, teilte Klaus Fiedler mit. „Dennoch war es eine Herausforderung, diese auszuwerten und übersichtlich darzustellen.“ Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß dankte allen Meldern für ihre Beobachtungen.

Zu den nennenswerten Beobachtungen im Berichtszeitraum zählt die Feststellung, dass Brutvögel zunehmend in Bedrängnis geraten. Wie Fiedler ausführte, konnte im Berichtszeitraum nicht mehr festgestellt werden, dass Kiebitz und Schwarzhalstaucher gebrütet haben. „Somit müssen diese beiden Arten wohl endgültig von der Liste der Brutvögel gestrichen werden.“ Sorge bereitet den Ornithologen auch der Rotmilan, auch bei dieser Art konnte keine erfolgreiche Brut bestätigt werden. „Die Ansiedlung vom Bienenfresser ist leider nicht dauerhaft geblieben, und offen bleiben muss, ob eine junge Zwergdommel und zwei junge Rohrweihen im Kreisgebiet aufgewachsen sind.“ Doch es gibt auch eine gute Nachricht: „Vom Wappenvogel des NABU, dem Weißstorch, gab es erstmals seit der Wiederansiedlung drei erfolgreiche Bruten mit zusammen acht flüggen Jungen“, freute sich Fiedler.

Immer wieder tauchen in Stadt und Kreis Offenbach aber auch einst seltene Arten auf, die kurzzeitig rasten oder über unser Gebiet hinwegziehen. Im Jahr 2018 waren solche Raritäten ein Goldregenpfeifer im März, zwei Schwarzkopfmöwen im April, je eine Zwerg- und Weißbart-Seeschwalbe im Mai und eine Pfuhlschnepfe im September. Erneut sehr auffällig für unsere Region war der Herbstzug vom Kranich. Diesmal wurden etwa 41.500 dieser faszinierenden Vögel auf ihrem Zug nach Südwesten beobachtet. Und zum Ausklang des Jahres erschienen zunehmend Birkenzeisige, bei denen es sich zu einem großen Teil um „Taigabirkenzeisige" aus dem Nordosten Europas gehandelt hat.

Neben dem Sammelbericht widmen sich in der neuen Ausgabe des Ornithologischen Jahresbericht verschiedene Autoren unter anderem den nationalen und internationalen Wasservogelzählungen, dem Einflug von „Taigabirkenzeisigen“, den Schwalbenbrutpaaren in Langen, Egelsbach und Dreieich sowie den Ergebnissen des Schwalbenmonitorings in Rödermark und der Balz und Brut von Wendehälsen im Landkreis Offenbach. Unter dem Titel „Fliegende Edelsteine“ wird außerdem von Libellen-Beobachtungen am Angelweiher berichtet.

Der Bericht kann ab sofort schriftlich bei Klaus Fiedler, Am Hinterberg 23, 63073 Offenbach, oder per E-Mail an klaus.fiedler.ofgmxde  für 10 Euro pro Exemplar angefordert werden.

Offenbach am Main, 12. Juli 2019