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Am 21.03.2019 wurde im Rahmen der Sitzung des Ausschusses Umwelt, Planen, Bauen (UPB) eine fachspezifische Betrachtung zum Thema Bauwerksveränderungen von Heike Hollerbach, vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz präsentiert.

Ausgangslage ist die Erkundung von Ursachen zu den seit dem Dürre-Sommer 2018 vermehrt auftretenden Schadensmeldungen im Stadtgebiet.

Eine stadtinterne Expertengruppe hat, gemeinsam mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, die möglichen Ursachen besprochen und einen Leitfaden zur Analyse der betroffenen Gebäude entwickelt. In den nächsten Schritten werden sowohl weitere Gespräche mit den betroffenen Hausbesitzern geführt, insbesondere auch auf Dezernatsebene, sowie die Bodenuntersuchungen fortgesetzt.

Dieser Leitfaden zur Analyse umfasst folgende Aspekte:

  • Grundsätzlich ist das Gebäude in seiner Gesamtheit zu betrachten, die Interaktion der Tragstruktur mit dem Baugrund. Denn die Ursache von Setzungsschäden ist nie allein der Baugrund, sondern immer die wechselseitige Beeinflussung von Gründung und Bauwerk.
  • Ursachen von Zusatzlasten/Entlastungen  können sein: Nutzungsänderungen im Bauwerk oder in Bauteilen,   erhöhte äußere Einwirkungen, Wind/Schnee , Alterung, lastbedingte Veränderungen, Setzungen benachbarter Fundamente, hohlraumbedingte Veränderungen, Hebungen oder Setzungen des Baugrunds z.B. durch Grundwasserveränderungen, Nachbarbebauung.
  • Bei Grundwasserabsenkungen entstehen nicht nur Setzungen und Hebungen, sondern auch großräumige Verformungen.
  • Die Fachbeurteilung erfolgt immer standortspezifisch!

Beurteilt wird:

  • Bodenart, Bodenverhältnisse in Baum- und Gebäudenähe
  • Bodenschichtung
  • Wasserbindungskapazität
  • Totwassergehalte
  • Grundwasserabsenkung
  • Beurteilung der Erhitzung des Bodenkörpers
  • Hohlräume
  • Rammkernsondierungen (an verschiedenen Stellen)
  • Proben in Baumnähe, im vollversiegelten Bereich, unter betroffenen Gebäuden
  • Untersuchung der Bodenproben auf Organik, Berechnung „Streifenmodul“ (Rückschlüsse auf Setzungsverhalten)
  • Weitere Daten werden über die Zusammenarbeit mit dem HLNUG (Hessisches Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie) erhoben

Auswirkungen haben insbesondere die besorgniserregenden Temperaturveränderungen im Stadtklima durch die großen Hitzeeinwirkungen (im letzten Jahr waren dies in Offenbach insgesamt 106 Sommertage und 40 Hitzetage) und den dadurch verursachten erheblichen Rückgang im Grundwasserspiegel.

Die Zusammenhänge zwischen Temperatur, Bodenveränderungen, Grundwasser, Bäumen und den daraus notwendigen Untersuchungsschritten wurden in einer Präsentation dargestellt.

Die Stadt Offenbach analysiert die jeweiligen Einzelfälle durch unterschiedliche Untersuchungsschritte im Laufe diesen Jahres und arbeitet dabei mit externen Experten zusammen.

Im Übrigen hat die Stadt bereits seit 2018 eine Klimaanpassungsstrategie entwickelt, die die Stadt und ihre Bewohnern vor den Folgen der immer stärker werdenden Einwirkungen von Hitzeperioden, Starkregen und Sturmeskapaden schützen bzw. darauf vorbereiten soll.

Offenbach am Main, 22.03.2019