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Grundsätzlich ist das Gebäude in seiner Gesamtheit zu betrachten, die Interaktion der Tragstruktur mit dem Baugrund. Denn die Ursache von Setzungsschäden ist nie allein der Baugrund, sondern immer die wechselseitige Beeinflussung von Gründung und Bauwerk. 

Ursachen von Zusatzlasten/Entlastungen können sein:

  • Nutzungsänderungen im Bauwerk oder in Bauteilen
  • erhöhte äußere Einwirkungen
  • Wind/Schnee
  • Alterung
  • lastbedingte Veränderungen
  • Setzungen benachbarter Fundamente
  • hohlraumbedingte Veränderungen
  • Hebungen oder Setzungen des Baugrunds zum Beispiel durch Grundwasserveränderungen
  • Nachbarbebauung.

Bei Grundwasserabsenkungen entstehen nicht nur Setzungen und Hebungen, sondern auch großräumige Verformungen.

Die Fachbeurteilung erfolgt immer standortspezifisch!

Gutachten

Gutachterlich müssen folgende Dinge beurteilt werden:

  • Bodenart, Bodenverhältnisse in Baum- und Gebäudenähe
  • Bodenschichtung
  • Wasserbindungskapazität
  • Totwassergehalte
  • Grundwasserabsenkung
  • Beurteilung der Erhitzung des Bodenkörpers
  • Hohlräume
  • Rammkernsondierungen (an verschiedenen Stellen)
  • Proben in Baumnähe, im vollversiegelten Bereich, unter betroffenen Gebäuden
  • Untersuchung der Bodenproben auf Organik, Berechnung „Streifenmodul“ (Rückschlüsse auf Setzungsverhalten)

Messpunkte ergänzen die Beobachtung der Bodenbewegungen (Setzmarken)

Folgen der Klimaveränderungen

Die Klimaveränderungen der letzten Jahre durch die Zunahme von Hitzeperioden oder durch Starkregenereignisse hat auch für Offenbach weitreichende Folgen:

Die Untersuchungen an den Offenbacher Tonen (Rupelton) haben gezeigt, dass eine lineare Schrumpfung von 0,35 bis 0,95 Prozent bei Wasserentzug (Abnahme um 1 Prozent) gegeben ist.

  • Bei tiefen Baugruben im Ton ist mit erheblichen Hebungen der Baugrubensohle zu rechnen.
  • Hochbelastete Plattengründungen im Ton reagieren sehr empfindlich auf exzentrische Belastung (ungleiche Setzungen).

Je mehr Feinanteile im Boden (unter 0,2 mm) enthalten sind, desto weniger Wasser steht für Bäume und Pflanzen zur Verfügung

  • Natürliche Wassergehalte liegen zwischen 18 und 41 Prozent
  • Temperatureinfluss: Böden trocknen bis in eine Tiefe von 5 Metern aus.

Grünschutzsatzung und Baumfällung

Die Grünschutzsatzung der Stadt Offenbach sorgt dafür, dass die  Erhaltung und Entwicklung von Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Grünbestandes in der Stadt Offenbach am Main erhalten bleibt. Dieser Grünbestand, Bäume und Laubgehölzbestände, wird geschützt: 

  1. zur Wahrung und Entwicklung seiner charakteristischen, stadtbildprägenden Funktion,
  2. zur Abwehr schädlicher Umwelteinwirkungen, zum Beispiel Luftverunreinigung und Lärm,
  3. zur Erhaltung und Verbesserung des Stadtklimas,
  4. zur Erhaltung eines artenreichen Gehölzbestandes und eines Lebensraums für Tiere sowie
  5. als Erlebnis- und Erholungsraum des Menschen.

Die gesetzliche Aufgabe der Stadt ist es, Grünbestände vorrangig zu erhalten und mit diesem Ziel zu pflegen und vor Gefährdung zu bewahren. Deshalb dürfen auch keine Bäume, die unter diesen Schutz fallen, einfach gefällt werden. Eine Fällung kann nur aus unvermeidbarem Grund erfolgen. 

Gibt es einen städtischen Baum in der Nähe von Gebäuden mit Setzungsrissen und sind alle anderen Ursachen gutachterlich ausgeschlossen, kann mit den Gutachten bei der Stadt die Fällung des Baumes beantragt werden.

Die Gutachten werden von der Unteren Naturschutzbehörde für die gesetzlich geforderte Begründung der Fällgenehmigung benötigt.

Der Antrag für die Fällung findet sich unter dem unten genannten Link.

Klimawandel

Die Stadt Offenbach hat eine Strategie zur Klimafolgenanpassung beschlossen:

Durch die aktuelle bauliche Entwicklung und weitere Verdichtung im Stadtgebiet werden die sich übergreifend vollziehenden Klimaveränderungen auch die Stadt Offenbach in hohem Maß betreffen. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist daher eine der größten Herausforderungen für Offenbach.

Die wachsende Bevölkerung muss zur Erhaltung der Lebensqualität und der Vermeidung negativer Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden in der Stadt durch gezielte Maßnahmen geschützt und unterstützt werden. Die Aufgabe der Stadt Offenbach ist es, flexibel auf klimatische Veränderungen zu reagieren.

Mit Hilfe einer Strategie zur Anpassung an den Klimawandel werden die Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich zu bewältigen und die Chancen zu nutzen sein, die sich aus den klimatischen Veränderungen ergeben.

Ziel ist es, Offenbach zu einer „resilienten Stadt“ zu entwickeln, das heißt die Stadt wird widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels, so dass die Funktionen zur Daseinsvorsorge (zum Beispiel Verkehrsinfrastruktur, Gesundheitsinfrastruktur, Katastrophenschutz etc.) auch unter langfristigen klimatischen Veränderungen nachhaltig sichergestellt sind.

Eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Stadt ist der Erhalt der nachhaltigen Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts sowie der Schutz und die Entwicklung der Schutzgüter Wasser, Boden, Luft und Biodiversität, damit nachteilige Auswirkungen des Klimawandels auf die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme vermieden oder ausgeglichen werden können und die Lebensqualität in der Stadt gewährleistet werden kann.