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Am Kuhmühlgraben beginnen in der kommenden Woche zwischen Kettelerstraße und Karl-Herdt-Weg umfangreiche Arbeiten zur Gewässerpflege. Diese Arbeit erfolgt im Auftrag des Stadtservices der Stadtwerke Unternehmensgruppe in Abstimmung mit der unteren Wasser- und Naturschutzbehörde. Sie ist notwendig, damit der Kuhmühlgraben nicht verlandet und seine Abflussfunktion erfüllen kann.
Die Sohle des Kuhmühlgrabens ist stark verschlammt
Die Sohle des Kuhmühlgrabens ist stark verschlammt © Stadt Offenbach

Das Kuhmühltal – ein ehemaliger Altarm des Mains – ist mit seinen artenreichen Feuchtwiesen ein beliebtes Naherholungsgebiet für Spaziergänger und Radfahrer. Es dient sowohl als Retentionsraum bei Hochwasser als auch als Wasserspeicher bei Dürre. Im Kuhmühltal sind die Wiesen daher auch trotz der langen Dürre derzeit saftig grün. Dennoch muss eine gute Balance zwischen Vernässung des Feuchtgebietes und dem erforderlichen Wasserabfluss bei Starkregen gefunden werden.

Da die Sohle des Kuhmühlgrabens inzwischen stark verschlammt ist, wurde zwischen dem Stadtservice und dem Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz jetzt eine größere Pflegemaßnahme in einem Abschnitt abgestimmt. Neben der Mahd des Schilfes am Ufer erfolgt auch eine Sohlräumung, das heißt, es wird der Schlamm bis zur Grabensohle ausgehoben. Doch nicht der lange heiße und trockene Sommer ist dafür verantwortlich, dass dort das Wasser nicht mehr richtig fließt. Neben den von der oberen Wasserbehörde genehmigten Mischwasserüberläufen bei Starkregen, die über den Kuhmühlgraben abgeleitet werden, lagern sich auch Laub, Sand und abgestorbene Teile des Bewuchses auf dem Grund des Grabens ab. Das beeinträchtigt seine Funktion erheblich.
In niederschlagsarmen Zeiten ist dies kein Problem, kann aber bei anhaltenden Regenfällen dazu führen, dass die angrenzenden Grundstücke versumpfen und nur erschwert bewirtschaftet werden können. Diese Flächen sind entweder in privatem oder im Besitz der Stadt. Diese hat ihre Flurstücke verpachtet. Die meisten Grundstücke werden von landwirtschaftlichen Betrieben genutzt.

Zur Verbesserung der ökologischen Funktion des Kuhmühltales wurde im Jahr 2012 der stark veränderte und in einem Trapezprofil verlaufende Kuhmühlgraben bei Waldheim renaturiert. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch die angrenzenden Ackerflächen in Grünland umgewandelt. Die Renaturierung war eine Kompensation für verschiedene Eingriffe in Natur und Landschaft an anderen Stellen im Stadtgebiet und wurden als Biotopwertpunkte dem Ökokonto der Stadt Offenbach am Main gutgeschrieben. Der Erfolg der Arbeiten stellte sich rasch ein: an dem aufgeweiteten Graben gibt es einen abwechslungsreichen Bewuchs mit Binsen, Schilf und Röhricht, der sich dort von selbst angesiedelt hat. Mit den Pflanzen kamen auch zahlreiche Tierarten in das ökologisch wertvolle Gebiet.

Die Schlammentwicklung des gesamten Kuhmühlgrabens wird durch das städtische Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz, die untere Naturschutzbehörde, regelmäßig beobachtet. Die Pflege wird dann im Einzelfall abgestimmt und vom Stadtservice ausgeführt. In diesem Jahr wird der Graben nun durchgängig auf rund 800 Metern zwischen Kettelerstraße und Karl-Herdt-Weg ausgebaggert. Das bedeutet, dass von Montag an zunächst das Röhricht im Graben und am Ufer gemäht wird, damit dort im Anschluss ein Bagger Platz hat, um die Ablagerungen auszuheben. Für die vorgezogene Röhrichtmahd gibt es eine Sondergenehmigung. Die Arbeiten werden je nach Witterung etwa zwei bis drei Wochen dauern. Der Aushub wird zunächst an ausgewiesenen Stellen entlang des Geleitsweges zum ersten Abtrocknen etwa zwei bis drei Wochen zwischengelagert.

Fragen beantwortet das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz unter 069/ 8065-2557.

Offenbach, 14.09.2018