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Ährenherz
Jetzt ist später - der Klimawandel will gestaltet werden © jarts / photocase.de
Mit dem jetzt beschlossenen Klimakonzept 2035 bekennt sich Stadt Offenbach Klimaschutz und Klimawandel und bringt entsprechende Maßnahmen auf den Weg. „Um auf die negativen Auswirkungen des Klimawandels, wie Hitze, Trockenheit und Starkregen präventiv gut vorbereitet zu sein, werden wir die Synergien ausschöpfen. Unser Geld können wir nur einmal ausgeben, also machen wir Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen“, erklärt Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Insgesamt sind bis ins Jahr 2035 6,7 Million Euro geplant, ohne investive Kosten für Gebäude. Mit 62 Maßnahmen soll der Wandel gemildert werden und die Anpassung gelingen. So sieht das jetzt beschlossene Konzept unter anderem eine nachhaltige Stärkung des ÖPNV, Sanierungen im Baubestand vor sowie Regelungen für Neubauten vor. Weiterhin umfasst es Maßnahmen zur Umweltbildung und einen Hitzeaktionsplan, um gut auf besonders heiße Tage vorbereit zu sein sowie Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien in Offenbach. Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß begrüßt den Entschluss: „Damit orientiert sich die Stadt an einem klaren Fahrplan, um das übergeordnete Klimaziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung auf max. 2 Grad Celsius – besser 1,5 Grad Celsius – zu begrenzen, einzuhalten. Natürlich können wir als Stadt Offenbach nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland seine zugesagten Klimaziele erreicht. Aber nur, wenn die Kommunen ihrer Verpflichtung nachkommen, kann das überhaupt gelingen. Alle müssen mitziehen. In Offenbach bedeutet das, die lokalen Emissionen von derzeit ca. 7 Tonnen CO2- Äquivalente, das ist die Gesamtheit aller Treibhausgasemissionen, pro Person und pro Jahr alle 5 Jahre um eine Tonne zu verringern. Wenn das gelingt, liegen die Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2035 bereits unter 4 Tonnen pro Person und wäre Offenbach bis zum Jahr 2050 klimaneutral. Es werden dann also maximal noch so viele Treibhausgase verursacht, wie beispielsweise durch Waldaufforstung, auch gebunden werden können.“

Klimaanpassung planen und gestalten

Dafür wurde gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus der Stadtverwaltung, dem Stadtkonzern, der Wissenschaft sowie mit den Offenbacher Bürgerinnen und Bürgern für das Klimakonzept 2035 neun Handlungsfelder definiert: Strategisches Management, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung, Stadtentwicklung, Gebäude und Infrastruktur, Energie und Wirtschaft, Mobilität, Gesundheit und Soziales, Wasser und Boden sowie Biodiversität und Grünflächen. Je nach den örtlichen Begebenheiten, wie der lokalen Energieerzeugung, dem Baubestand oder auch dem Verkehrssystem, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten um Emissionen in Städten zu verringern. „Alle reden immer von Klimaanpassung, aber das führt in die Irre,“ meint Hollerbach. „Denn das Klima wandelt sich schleichend, kein unabänderliches Schicksal, aber nicht das Klima passt sich an, sondern wir müssen uns dem Wandel anpassen, noch können wir reagieren und sogar Vorbereitungen treffen, in dem wir entsprechend planen.“ So müssen neu gepflanzte Stadtbäume anderen Voraussetzungen genügen und beispielsweise resistenter gegenüber Hitze und Trockenheit sein, um Schatten zu spenden und CO2 zu speichern. Oder müssen Gebäude so gebaut werden, dass sie nicht überhitzen und stromfressende Klimaanlagen benötigen. „Klimaschutz und Klimaanpassung gehen also häufig Hand in Hand.“

Klimaneutralität gibt es nicht zum Nulltarif

Erklärtes Ziel des Klimakonzepts 2035 ist die Verringerung von Emissionen, neben dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auch weiterer klimaschädlicher Gase, wie beispielsweise Methan. Methan entsteht beim Abbau von Kohle, beim Reisanbau, auf Mülldeponien oder in der Landwirtschaft und ist zwanzigmal mal klimaschädlicher als CO2. Was die Entwicklung der CO2- Emissionen angeht, ist die Stadt Offenbach zumindest auf einem guten Weg. Denn diese wurden mit Umsetzung des Klimaschutzgesetzes in den letzten 10 Jahren, bis zum Jahr 2019 von ca. 11,6 auf 6,4 Tonnen pro Jahr verringert. Grund dafür war unter anderem die Schließung der Alessa- beziehungsweise Clariant-Werke im Jahr 2009 zurückzuführen. Allerdings sind mit der Ansiedelung neuer Gewerbedienstleister und Rechenzentren bereits höhere CO2-Ausstöße zu erwarten. “Wir werden nur dann klimaneutral, wenn wir unsere Lebensweise anpassen und verantwortungsvoll handeln“, weiß Hollerbach: „Das ist unser Ziel.“

Link zum Konzept: Klimakonzept Offenbach 2035

www.offenbach.de/klimakonzept2035

Offenbach am Main, 5. Januar 2021