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Umweltministerin Priska Hinz in Bieber
Ministerin Priska Hinz informiert sich über die geplante Renaturierung der südlichen Bieber. Von links: Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber, Ministerin Hinz und Sergej Justus von der Unteren Wasserbehörde beim Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. © Stadt Offenbach
Anlässlich ihrer Sommerreise durchs Land zollte die Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz, ihre Anerkennung über das Klimaschutzkonzept, das die Stadt Offenbach erarbeitet hat. Erst jüngst hatte das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz die Gesamtstrategie zum Umgang mit dem Klimawandel öffentlich vorgestellt. Bei ihrem Besuch in Offenbach am 13. Juli informierte sich Hinz über die wichtigsten Maßnahmen. Im Isenburger Schloss begrüßte Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber die Ministerin, es folgte ein kurzer Vortrag zu den Auswirkungen des Klimawandels in Offenbach.

Klimawandel in Offenbach bereits spürbar

Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, führte dort den Teilnehmenden anschaulich vor Augen, welche Auswirkungen die zuletzt zugenommenen Starkregenereignisse, aber auch Hitzeperioden auf die Innenstadt haben. Ministerin Hinz nahm bei ihrem Besuch in Offenbach außerdem die Bieber in Augenschein. Dort, im gleichnamigen Stadtteil Bieber, stellte Projektleiter Sergej Justus vom Offenbacher Umweltamt das Projekt zur Renaturierung der südlichen Bieber vor. Zu den weiteren Stationen zählte auch ein Besuch der Ministerin beim Deutschen Wetterdienst.

Starkregen, Sturzfluten, Hochwasser, zunehmende Hitzetage und anhaltende Trockenheit sind nur einige der klimarelevanten Wetterphänomene, die in Zukunft zunehmen werden. „Der Klimawandel findet bereits jetzt statt und wird auch zunehmend spürbar in der Stadt“, so Hollerbach, die ihre Einschätzung wiederholte, dass die Veränderung der Lufttemperatur und die Art und Weise, wie Regen in Offenbach herunter kommt, nicht mehr zu ändern sein wird. „Die Gewässer haben einen Niedrigstand, so wie jetzt der Schultheisweiher, der seit Jahresbeginn neun Millionen Wasser verloren hat. „Die negativen Auswirkungen dieser Wetterereignisse sind nicht vermeidbar, aber wir können sie abmildern beziehungsweise dort vermeiden, wo die Ursachen erkennbar sind.“

Anpassung an Folgen des Klimawandels eine der größten Herausforderungen

Die Entwicklung Offenbachs als attraktiver Wohn- und Arbeitsort im Zentrum des Rhein-Main-Gebietes hänge maßgeblich davon ab, wie dies gelingt. Als Kommune in der Haushaltskonsolidierung hat sich die Stadt dazu verpflichtet, durch die Ansiedlung von Gewerbe und die Entwicklung von Wohngebieten sowohl die Zahl von Arbeitsplätzen als auch die Einwohnerzahl zu erhöhen. „Vor diesem Hintergrund und der weiteren Verdichtung im Stadtgebiet durch die aktuelle bauliche Entwicklung werden die sich übergreifend vollziehenden Klimaveränderungen auch unsere Stadt in hohem Maß betreffen. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist daher eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre für Offenbach.“

Die Gesamtstrategie für die Anpassung an den Klimawandel zeigt, so Hollerbach, in welchen Bereichen und an welchen Orten in der Stadt ein hoher Handlungsbedarf besteht. Als Handlungsfelder identifiziert wurden: Gesundheit und Soziales, Verkehrsinfrastruktur / Luftbelastung, Industrie und Gewerbe, Wasserwirtschaft, Gebäude, Grünflächen, Land- und Forstwirtschaft, Biodiversität und Ökosysteme. „Für diese Bereiche haben wir Anpassungsziele definiert und Maßnahmen zusammengestellt, um Offenbach widerstandsfähig zu machen. Wir dürfen aber nicht zulassen, dass aus Mangel an Personal oder Geld die Schäden für die Offenbacher Infrastruktur und Menschen weiter in Kauf genommen werden.“

Hintergrund Klimaschutzkonzept

Integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet

Mit Fördermitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat die Stadt Offenbach von März 2016 bis April 2017 ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel erarbeitet. Mit dem politischen Beschluss des Integrierten Klimaschutzkonzeptes durch die Stadtverordnetenversammlung am 22.6.2017 wurden die Grundlagen gelegt, um erste Maßnahmen zukunftsweisend zu verankern. Die Anpassung an den Klimawandel ist eine Querschnittsaufgabe, die viele verschiedene Bereiche des staatlichen und privaten Handelns betrifft. In den Kommunen treffen diese Bereiche direkt zusammen, so dass der Stadt eine wichtige Vorreiter- und Multiplikatorrolle obliegt.

Folgen des Klimawandels sollen vermieden oder minimiert werden

Nachteilige ökonomische, ökologische und soziale Folgen des Klimawandels zu vermeiden oder zu minimieren ist der gesellschaftliche Auftrag der Stadt Offenbach. Durch die Kooperation mit ansässigen Wirtschaftsunternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie der ausführlichen Information und Beteiligung der Stadtgesellschaft, sollen der Standort Offenbach langfristig gestärkt und ökonomische Schäden durch Wetterextreme verhindert werden.

Ziel: Offenbach zu „resilienter Stadt“ entwickeln

Ziel ist es, Offenbach zu einer „resilienten Stadt“ zu entwickeln, das heißt, die Stadt widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen, so dass die Funktionen zur Daseinsvorsorge (zum Beispiel Verkehrsinfrastruktur, Gesundheitsinfrastruktur, Katastrophenschutz etc.) auch unter langfristigen klimatischen Veränderungen nachhaltig sichergestellt sind.

Wichtigste Schritte

Wichtigste Schritte sind die Gründung einer Strategiegruppe innerhalb der Verwaltung und des Stadtkonzerns, um gemeinsam die Maßnahmen umzusetzen. Zusätzliche Ressourcen müssen geschaffen werden, zum Beispiel durch die zeitlich befristete Projektstelle für einen/ eine Umsetzungsmanagers/ -managerin im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, damit die notwendigen Maßnahmen wie eine Abflusssimulation für die Starkregenereignisse vorangebracht werden können.