Sprungmarken
Suche
Suche

Nachdem die Stadtwerke Unternehmensgruppe am vergangenen Mittwoch Kostensteigerungen im Geschäftsfeld Mobilität bekannt gegeben hat, stellte Mobilitätsdezernentin Sabine Groß am Freitag, 31.05.2019, klar, dass es sich bei den genannten knapp zwei Millionen Euro um ein „Worst Case Szenario“ handelt – hochgerechnet für das gesamte Jahr 2019. Groß, die in ihrer Funktion zugleich Aufsichtsratsvorsitzende von MMO (Main Mobil Offenbach) und Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) ist, unterstreicht, dass die nun bekannt gewordenen Kosten auch bei früherer Kenntnis in vergleichbarer Höhe entstanden wären.

Personalbedarf bedeutend höher

„Die Ausweitung des Angebotes an Busverkehren in der wachsenden Stadt Offenbach hat einen höheren Preis als ursprünglich berechnet.“ Wie bereits mitgeteilt, musste Personal aus dem Ausland über ein Leiharbeitsunternehmen angeworben werden, da der Personalbedarf nicht auf dem heimischen Arbeitsmarkt gedeckt werden kann. Es hat sich zudem herausgestellt, dass der Personalbedarf bedeutend höher ausfällt als ursprünglich angenommen wurde. Dies liegt daran, dass viele Leiharbeiter frühzeitig abbrechen. Weiterhin wurde durch die Nutzung eines notwendigen zweiten Betriebshofes in der Daimlerstraße zusätzliches Personal benötigt, weil die Fahrtzeit dorthin bereits als Arbeitszeit gilt und die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrerinnen und Fahrer nicht beeinträchtigt werden dürfen.

Sabine Groß: „Diese Mehrkosten hätten früher erkannt werden müssen. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, und ich werde das auch nicht kleinreden. Wichtig ist jetzt, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen und Einsparungen zu erarbeiten, um die jetzt prognostizierten Kostenüberschreitungen für das Gesamtjahr zumindest teilweise wieder zu kompensieren.“ Die Geschäftsführung der OVB habe, so Groß weiter, bereits zahlreiche Möglichkeiten vorgeschlagen, die jetzt geprüft werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir weit unter den aktuell für das Gesamtjahr 2019 prognostizierten 2 Millionen Euro Mehrausgaben abschließen können.“

Intensive Aufarbeitung ist erfolgt

Wie Groß weiterhin ausführt, ist direkt nach Bekanntwerden der Planüberschreitung eine intensive Aufarbeitung durch die Geschäftsführung der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) in Zusammenarbeit mit der internen Revision der Unternehmensgruppe erfolgt. „Die Gründe für die Planüberschreitung sind erkannt. Mit dem neu vorgesehenen kaufmännischen Geschäftsführer aus der Unternehmensgruppe soll gewährleistet werden, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passieren kann.“ Diese personelle Verstärkung im Geschäftsfeld Mobilität der SOH hatte der hauptamtliche Magistrat gemeinsam beschlossen. „Es wird beispielsweise ein Frühwarnsystem für Kostenüberschreitungen installiert, die Berichtszeiträume an die zuständigen Gremien werden verkürzt, die Zugriffsrechte des Controllings auf interne Daten werden ausgeweitet“, so Groß.

Im Mobilitätsbereich werden in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund 35 Millionen Euro getätigt werden. „Die Ausweitung der Verkehre durch den Nahverkehrsplan um fast ein Drittel des bestehenden Angebots und die Umstellung auf Elektromobilität sind große Herausforderungen für Offenbach“, betonte Groß abschließend.

31. Mai 2019