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In Offenbach nehmen die Verkehrsbetriebe (OVB) ab dem 18. Mai 2020 wieder den Normalbetrieb auf, auch um die nötigen Hygieneabstände in den Bussen zu gewährleisten. „Das bedeutet, dass die vollen Kosten entstehen, aber die Einnahmen auf absehbare Zeit geringer bleiben werden“, erläutert Mobilitätsdezernentin Sabine Groß. Verkehrsexperten gehen bundesweit von einem Rückgang der Fahrgäste zwischen 75 und 90 Prozent aus. Das öffentliche Mobilitätsangebot mit Bus und Bahn gehört zur Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger. „Wir können darauf nicht verzichten.“
Stadträtin Sabine Groß
© georg-foto, offenbach am main
In Offenbach rechnet der OVB mit bis zu 770.000,00 Euro weniger Einnahmen monatlich. „Rücklagen können beim öffentlichen Personennahverkehr nicht gebildet werden – es ist bundesweit ein Zuschuss-Geschäft“, so Sabine Groß. Die städtischen Verkehrsbetriebe können die entgangenen Einnahmen auch in Zukunft nicht durch Gewinne ausgleichen. Kredite sind keine Lösung. Denn ohne Gewinne können diese schwerlich zurückgezahlt werden. Vor diesem Hintergrund hat die Offenbacher Mobilitätsdezernentin sich an den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gewendet. Sie fordert ein Konzept zur Sicherung der Finanzierung des öffentlichen Mobilitätsangebotes in Deutschland. „ Zwar gab es Soforthilfen und die öffentliche Zuwendungen wurden weitergezahlt, z. B. die Regionalisierungsmittel. Aber wir brauchen dringend einen Ausgleich der Einnahme-Ausfälle durch die Corona-Pandemie aus Steuermitteln“, konkretisiert Groß.

In Offenbach nutzten rund 11 Millionen Fahrgäste 2019 das städtische Busangebot. Ein gut ausgebauter ÖPNV ist ein Garant für funktionierende Mobilität, insbesondere in einer wachsenden Stadt wie Offenbach. Die Zahl der Einwohner in Offenbach steigt kontinuierlich und liegt inzwischen bei über 140.000 Menschen. Immer mehr Autos drängen sich auf dem zunehmend überlasteten Straßennetz. Allein von 2015 bis 2019 sind 4.475 Fahrzeuge hinzugekommen. Die Folge dieser anhaltenden Entwicklung: Mehr Staus, mehr Lärm, schlechtere Luft. Ohne ein gutes ÖPNV-Angebot werden Autos zukünftig vermehrt im Stau stehen und der Parkraum wird nicht ausreichen. 

 „Bürgerinnen und Bürger müssen die Möglichkeit haben mit dem ÖPNV beispielsweise zur Arbeit oder zur Schule zu kommen oder  am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Corona-Krise darf zudem nicht dazu führen, dass sich die bedrohliche Klimakrise noch verschärft, indem klimaschädigende Mobilität zunimmt. Dafür muss die Finanzierung gesichert werden. “

Groß unterstützt einen Vorstoß der Landesverkehrsminister in dieser Sache und verweist auf die Unterstützung für andere Wirtschaftszweige wie die Luftfahrt.

Offenbach am Main, 17. Mai 2020