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Radweg Rumpenheim
Radfurt an der Rumpenheimer Fähre © Stadt Offenbach

Für die Stadt Offenbach am Main ist die Förderung des Radverkehrs als nachhaltige und emissionsfreie Mobilitätsform von zentraler Bedeutung. „Sie ist ein unerlässlicher Baustein, um die Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen“, erklärt Umwelt- und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß. „Deshalb setzt sich die Stadt seit vielen Jahren für die Stärkung des Radverkehrs als wichtige Säule eines modernen Verkehrssystems ein.“

Dieses Engagement muss aus Sicht der Stadt verstärkt werden, um die Attraktivität des Radverkehrs zu erhöhen. Der Studie „Mobilität in Deutschland“ zufolge stieg der Radverkehrsanteil in den vergangenen zehn Jahren von 9 Prozent (2008) auf 11 Prozent im Jahr 2017. Auch der erste Platz für die Stadt Offenbach beim aktuellen ADFC-Fahrradklimatest in der Kategorie „Aufholer“ in Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern bestätigt diesen Trend.

Um den Radverkehrsanteil weiter zu steigern, wurden im Jahr 2019 wichtige Maßnahmen zur Schaffung einer sicheren Infrastruktur und durchgehender Netze umgesetzt.

Anpassungen und Lückenschlüsse

Beim Bau von Straßen im Stadtgebiet Offenbach wurden Radverkehrsanlagen baulich angepasst ebenso wie Markierungen und Lichtsignale adaptiert. Lücken im System der Radwege wurden nach den Planungen des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement geschlossen. Unter anderem wurden in der Bürgeler und Rumpenheimer Straße im Zuge der Sanierung der Asphaltdecke durch den ESO Stadtservice Schutzstreifen auf rund 950 Metern markiert.

Im Anschluss an die Fertigstellung der Kanalbaumaßnahme in der Kettelerstraße im September 2019 wurde der einseitige Schutzstreifen südlich des Kreisverkehrs bis hin zur Mühlheimer Straße (B 43) fortgeführt.

Die Radfurt an der Rumpenheimer Fähre wurde im Oktober 2019 verbreitert und mit einer Rot-Markierung und Radpiktogrammen besser sichtbar gemacht. Mit dieser Maßnahme soll den wartenden Autofahrern die Radverkehrsverbindung des Mainradwegs und die Querung von Radfahrern verdeutlicht werden.

Fahrradstraßen und Bike OF

Das Team aus Mitarbeitern des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe und weiteren Radverkehrsplanern hat im vergangenen Jahr weiter an der Umsetzung des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten wegweisenden Fahrradstraßen-Konzepts (Bike Offenbach) gearbeitet.

Auf der Teststrecke Senefelderstraße wurden seit September 2018 erste Erfahrungen gesammelt und ausgewertet, die in die weitere Planung eingeflossen sind. Im Herbst 2019 haben die Bauarbeiten für die Fahrradstraßen in der Von-Behring- und Taunusstraße begonnen. Hierzu zählen die Instandsetzung der Fahrbahn der Von-Behring-Straße wie auch der Bau eines Radwegs als Lückenschluss zwischen Taunusstraße und Luisenstraße.

Bike+Ride-Anlagen sind eine wichtige Schnittstelle zur Vernetzung von nachhaltigen Verkehrsmitteln. Deshalb beteiligte sich das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement an einem Sammelantrag des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zur Erweiterung der Kapazitäten von Abstellplätzen.

An den S-Bahn-Stationen „Ledermuseum“ und „Offenbach Ost“ wurden im nördlichen und südlichen Bereich jeweils überdachte Abstellmöglichkeiten für zehn Fahrräder geschaffen. Der Standort „Marktplatz“ wurde im nordwestlichen Bereich mit zehn überdachten Radabstellplätzen erweitert. Die Radabstellanlagen stehen den Radfahrenden seit Mitte August 2019 zur Verfügung und werden bereits gut angenommen.

Radschnellverbindung

Um das Angebot für Berufspendler aus und nach Offenbach am Main weiter auszubauen, hat die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat der Stadt damit beauftragt, gemeinsam mit den Städten Frankfurt am Main, Mühlheim und Hanau eine Machbarkeitsstudie für eine geeignete Radschnellverbindung Hanau – Mühlheim – Offenbach – Frankfurt zu veranlassen.

Aufgrund der überregionalen Bedeutung einer südmainischen Raddirektverbindung hat der Regionalverband FrankfurtRheinMain im Rahmen der „Radwege-Offensive“ den beteiligten Kommunen angeboten, die Koordinierung des Prozesses einer Machbarkeitsstudie zu übernehmen. Hierzu hat ein erstes Gespräch stattgefunden, in welchem alle Beteiligten ihr Interesse am Projekt und die Bereitschaft zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie bekundet haben. Die nächsten Schritte umfassen den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung sowie die Beantragung von Fördermitteln.

AG Radverkehrsförderung

Da Offenbach durch seine flache Topographie, einem kompakten Stadtzentrum und der guten Anbindung an Radwege in die Nachbarstädte sehr gut für Radfahrerinnen und Radfahrer geeignet ist, können Marketingmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Steigerung des Radverkehrs leisten. Deswegen hat das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz bereits 2013 die AG Radverkehrsförderung ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit „weichen, nicht-investiven“ Maßnahmen im Bereich Service und Marketing. Hierzu zählen beispielsweise die Teilnahme am Stadt- und Schulradeln, die Etablierung von Fahrradaktionstagen wie die Aktion „Licht am Rad“ oder die jährlich angebotenen Radfahrkurse für Frauen. Weiterhin werden öffentlichkeitswirksame Materialien, Informationen und Karten zur Verfügung gestellt. In einem jährlichen Radverkehrsworkshop wird unter Beteiligung der Öffentlichkeit mit Fahrradinitiativen und Fachexperten des Radverkehrs in Offenbach über das Thema Radfahren diskutiert und über aktuelle Geschehnisse informiert. Außerdem werden weitere Projekte angestoßen. Neu in das Portfolio der Maßnahmen wurde das Projekt „Radfahren im Alltag“ aufgenommen, welches aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird. Es richtet sich an Frauen, die bereits Radfahren gelernt haben, sich aber im Alltags- und Straßenverkehr einer Großstadt nicht sicher fühlen und deshalb das Rad noch nicht als alltägliches Verkehrsmittel benutzen.

Offenbach fährt fair

Die Kampagne „Offenbach fährt fair“ des ADFC hat zum Ziel, mehr Fairness und Freundlichkeit zwischen allen Verkehrsteilnehmern zu fördern. Eine Geste der Freundlichkeit gegenüber Fußgängern, Rad- oder Autofahrern ist die Kernbotschaft der Aktion, ganz nach dem Motto: Auf der Straße herrscht Höflichkeit statt schlechter Laune. Mit Hilfe von Plakaten und Bannern in der Stadt soll eine größere Rücksichtnahme im Straßenverkehr erreicht werden. „Offenbach fährt fair“ wird von Beginn an maßgeblich von der Stadt unterstützt. Mit diesem Bündel von Maßnahmen, die auf verschiedensten Ebenen greifen, soll das Fahrradfahren in Offenbach auch in Zukunft weiter gefördert werden.

Offenbach am Main, 21. Januar 2020