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Verkehr Bahn und Autos
© Stadt Offenbach
Zum erfolgreichen Strukturwandel der Stadt Offenbach vom Industriestandort zum modernen Dienstleistungszentrum gehört die Sicherung der Mobilität für alle Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Um die Erreichbarkeit der Region auch in Zukunft zu sichern und gleichzeitig die Beeinträchtigung der Bürgerinnen und Bürger durch den Verkehr so gering wie möglich zu halten, müssen sich alle Verkehrsarten (Kfz-Verkehr, Öffentlicher Personennahverkehr, Radverkehr und Fußgängerverkehr) ergänzen und die Verkehre des Umweltverbundes eine besondere Förderung erfahren. Die Grundlagen dafür bilden eine zuverlässige Verkehrsplanung und ein leistungsfähiges Straßennetz.

Mobil heute und in Zukunft mit dem Verkehrsmanagementplan

Der Verkehrsmanagementplan 2015 (VMP) bildet den Rahmen der Verkehrssystementwicklung in Offenbach bis zum Jahr 2015. Er analysiert die Anforderungen an die Mobilität in der Stadt Offenbach und setzt die Ziele für die Zukunft fest. Der VMP wurde im Jahr 2007 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Er ersetzt den Generalverkehrsplan der Stadt Offenbach von 1986 und bildet die Klammer für die verschiedenen Konzepte und Strategien der Verkehrsplanung in der Stadt.

Zwei Handlungsansätze finden im Verkehrsmanagementplan Berücksichtigung: Verkehrsmanagement und Mobilitätsmanagement.

Während Verkehrsmanagement dazu dient, den tatsächlich vorhandenen Verkehr zu beeinflussen, um die Verkehrsnachfrage und das Angebot an Verkehrssystemen optimal aufeinander abzustimmen, wird im Mobilitätsmanagement versucht, durch Informationen, Anreize und Restriktionen oder durch siedlungsstrukturelle Maßnahmen das Mobilitätsverhalten der Menschen zu beeinflussen. Konkret bedeutet das,

  • dass die Verkehrsabläufe durch ein Paket von aufeinander abgestimmten, gemeinsam wirkenden Maßnahmen beeinflusst werden,
  • dass dabei betriebliche, organisatorische, rechtliche, finanzielle oder informatorische Maßnahmen zum Einsatz kommen,
  • dass ein verkehrsmittelübergreifender Ansatz verfolgt wird,
  • dass der Schwerpunkt der Handlungsansätze auf Verkehrsvermeidung sowie zeitliche, räumliche oder modale Verkehrsverlagerung und Verkehrslenkung gelegt wird,
  • dass räumlich, zeitlich oder situationsbezogen flexible bzw. zielgruppenspezifische Maßnahmen angewendet werden und
  • dass betriebliche Aspekte bereits bei der Planung von Infrastrukturen berücksichtigt werden.
Verkehr auf der Schloßstraße
© Stadt Offenbach

Der VMP musste sich in eine bestehende Planungsstruktur, bestehend aus einer Vielzahl verschiedener Pläne mit Bezug zum Verkehr, sinnvoll einfügen. Die frühere Verkehrsentwicklungsplanung (Generalverkehrsplanung) wurde durch den VMP weiterentwickelt. Zugleich wurden parallel entwickelte Ansätze zum Verkehrsmanagement zu einem homogenen Konzept zusammengeführt.

Hinsichtlich der Weiterentwicklung und des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur setzt der VMP einen Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens der Ziele und Strategien des Verkehrsmanagements erfolgen konkrete Infrastrukturplanungen. Die baulich-räumlichen Vorgaben der Bauleitplanung wurden durch den VMP aufgenommen, umgekehrt gibt der VMP aber z.B. durch das Aufzeigen verkehrlicher Problembereiche Hinweise zur Fortschreibung der Bauleitplanung.

Verkehrsmittelbezogene Fachplanungen wie der Nahverkehrsplan oder Radverkehrs- und Parkraumkonzepte ergänzen den VMP bzw. wurden in ihn integriert.

Durch die EU-Umweltrichtlinien sind umweltbezogene Planungen im Bereich des Lärmschutzes und der Luftreinhaltung verbindlich erforderlich geworden. Da Verkehrsmanagement ein wesentliches Instrument zur Begrenzung der verkehrsrelevanten Umweltbelastungen ist, musste der VMP auch eng mit diesen Planungen verzahnt werden.

Innerhalb eines Lenkungskreises, in dem sowohl die fachlich angesprochenen Ämter als auch die relevanten lokalen und regionalen Organisationen (z.B. Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main (heute "Regionalverband FrankfurtRheinMain), Einzelhandelsverband, Industrie- und Handelskammer (IHK), Behindertenverbände, Polizeipräsidium Südosthessen, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB), Gesellschaft für ein integriertes Verkehrsmanagement in der Region Frankfurt/Rhein-Main (IVM)) vertreten waren, wurden ein Zielkonzept entwickelt und Handlungsfelder für den VMP definiert.

Derzeit laufen vorbereitende Untersuchungen für eine Fortschreibung des VMP. Unter anderem ist die Stadt Offenbach Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH). Der Nahmobilitätscheck bildet dabei eine wichtige Grundlage für die Fortschreibung des VMP.

Handlungsfelder des Verkehrsmanagementplans 2015

Handlungsfeld "Radverkehrskonzept"

Das Fahrrad als flexibles individuelles Verkehrsmittel stellt bei der Stadtgröße und der Topographie in Offenbach grundsätzlich eine gute Alternative zu anderen Arten der Fortbewegung dar. Zugleich trägt es weiteren Zielen (Schutz der Umwelt, Wirtschaftlichkeit des Verkehrs) sehr gut Rechnung. Die Akzeptanz hängt jedoch sehr stark von der Gestaltung und der Sicherheit des Radwegenetzes ab.

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg ist eine Netzplanung, die viele wichtige Quellen und Ziele auf möglichst direktem Weg verbindet und gleichzeitig das Offenbacher Radwegenetz in die regionalen Netze mit einbindet. Das vorhandene Netz sollte entsprechend weiter ausgebaut werden. Dabei sind die Bedürfnisse des Berufsverkehrs ebenso zu berücksichtigen wie die des Freizeitverkehrs.

Nach Möglichkeit sollten Achsen mit gemäßigtem Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs als Rückgrat des Netzes definiert und mit einer gut begreifbaren Wegweisung ausgestattet werden. An Kreuzungen und Querungsstellen ist der Verkehrssicherheit besonderes Augenmerk zu widmen; gleiches gilt für Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen im Längsverkehr. Die Radverkehrsförderung muss neben der Netzplanung ergänzt werden um weitere Angebote, welche die regelmäßige Nutzung des Fahrrades komfortabel und sicher machen.

Handlungsfeld "Parkraumkonzept"

Das bisher bereits erfolgreiche Parkraumkonzept mit den zentralen Komponenten Bewohnerparken, Sicherung der Erreichbarkeit für Kunden- und Besucher und Steuerung des Parkraums für Beschäftigte soll fortgeführt und weiterentwickelt werden. Als Themen werden neben der Arrondierung der Bewohner-Parkzonen und der verschiedenen Gebührenzonen die Überprüfung des Parkleitsystems, die zu erwartende Parkraumnachfrage, das zukünftige Parkraumangebot, die Entwicklung von Maßnahmen zur besseren Auslastung der Parkhäuser und die Verbesserung der Informationssysteme behandelt.

Handlungsfeld "Mobilitätsmanagement für Kitas und Schulen"

Aufbauend auf der obligatorischen schulischen Verkehrserziehung und auf erfolgreichen Projekten wie der Busschule der Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) werden Maßnahmen entwickelt, die Kinder und Eltern nachhaltig zu umweltfreundlichem Mobilitätsverhalten ermuntern und dafür günstige Rahmenbedingungen schaffen. Dies sind unter anderem die Bildung von Gehgemeinschaften („Walking Bus“) und die Erstellung von Schul- und Radwegeplänen unter Beteiligung der Kinder. Auf diese Weise fließen die Erfahrungen der Kinder in die Planung ein und die Kinder erlernen praktisches bürgerschaftliches Engagement. Die schulbezogenen Planungen können so auch in integrierte Quartiers-Verkehrsplanungen münden. Unterstützend werden Informationsmedien (z.B. „Handbuch“) erstellt.

Handlungsfeld "Mobilitätsmanagement in Betrieben und Unternehmen"

Aufbauend auf zahlreichen positiven Erfahrungen vor allem im Ausland wird mit Fokus auf einzelne Institutionen wie Unternehmen oder Verwaltungen untersucht, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation der jeweiligen Institution im Wirtschafts-, Berufs- und Besucherverkehr ergriffen werden können. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und den Verkehrsanbietern erforderlich. Das Maßnahmenrepertoire umfasst ein breites Spektrum von Kampagnen zur betrieblichen Verkehrsplanung, Förderung des Radverkehrs, Anpassung der Stellplatzsatzung an betriebliche Mobilitätskonzepte, Mobilitätsberatung, der Einführung von JobTickets und der Anpassung des ÖPNV-Angebots über Mitfahrbörsen und Marketingmaßnahmen zur Motivation der Mitarbeiter bis hin zu Verbesserungen des Dienstreisewesens (Firmen-CarSharing u.ä.).

Handlungsfeld "Verkehrskonzept Innenstadt"

Das Verkehrskonzept Innenstadt ist Teil des Leitbildes der Stadt Offenbach. Mit dem Verkehrskonzept Innenstadt soll die Erreichbarkeit der Innenstadt verbessert, jedoch der Durchgangsverkehr verringert werden. Die Verkehrsführung wird daraufhin überprüft, wie sie der Erhaltung der Attraktivität der Innenstadt als Wohnstandort gerecht werden kann und der Belebung der Innenstadt dient. Dies soll durch eine Netzkonzeption erfolgen, die die Wohnquartiere vor unerwünschtem Durchgangverkehr schützt und die Innenstadterschließung auf den Hauptverkehrsachsen bündelt. Das Verkehrskonzept Innenstadt berücksichtigt gleichberechtigt alle Verkehrsarten. Neben der Ringerschließung der Innenstadt liegt der Schwerpunkt des Verkehrskonzeptes im zentralen Bereich Marktplatz auf der Verbesserung der Fußgängerverbindungen und der Stärkung der zentralen Umsteigefunktion.

Handlungsfeld "Barrierefreie Netze"

Barrierefreie Netze sind für verschiedene Verkehrsteilnehmergruppen (z.B. geh- und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer, Verkehrsteilnehmer mit Kinderwagen und anderen Lasten) unverzichtbare Voraussetzung, um dem Ziel einer Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden. Die Gestaltung barrierefreier Netze ist sehr anspruchsvoll, da eine Planung auf der Ebene des Lageplans nicht ausreicht.

Die Funktionsfähigkeit barrierefreier Netze hängt maßgeblich von der Dimensionierung und Gestaltung von Unterführungen, Brücken und Rolltreppen ab und erfordert daher eine Bestandsaufnahme und Planung im Detail. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht nur physische Barrieren Hemmnisse darstellen, sondern für sehbehinderte Personen auch an ebenerdigen Querungsstellen oder an Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel besondere Maßnahmen (Leitlinien, akustische Signale für Freigabezeiten an Fußgängerüberwegen, Wegweisung, Hinweise auf den Halt von Verkehrsmitteln an Doppelhaltestellen) erforderlich sind, um das Verkehrssystem möglichst vielfältig nutzen zu können. Insbesondere für sehbehinderte Verkehrsteilnehmer kann der Einsatz moderner Kommunikationstechnik einen Beitrag zur besseren Mobilität leisten.

Aufgabe ist ferner die Schaffung von Standards und Regelwerken für die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums in Offenbach für alle baulichen Aktivitäten, um mittel- bis langfristig die konsequente Umgestaltung zu realisieren, sowie die Erstellung geeigneter Informationsmedien zur barrierefreien Nutzung von Infrastrukturzielen und der verkehrlichen Infrastruktur. Aufgrund der vielfältigen Anforderungen an barrierefreie Netze empfiehlt sich eine frühzeitige und intensive Einbindung von Vertretern betroffener Personengruppen.

Handlungsfeld "Bürgerticket"

Von zentraler Bedeutung für Attraktivität und Akzeptanz des ÖPNV ist sein Tarifsystem. Komplizierte Tarifsysteme und hohe Einzeltarife bilden vor allem für Gelegenheitskunden eine hohe Zugangshürde zum ÖPNV. Schon seit geraumer Zeit wird daher die Idee eines Bürgertickets diskutiert, mit dem alle Bewohner einer Stadt den ÖPNV nutzen können. Ein solches Ticket ist geeignet, die Nachfrage im ÖPNV sehr stark zu steigern und Verlagerungen vom MIV zu bewirken.

Die faktische Abschaffung des ÖPNV-Vertriebssystems spart überdies Kosten auf Betreiberseite. Als Alternative zu E-Ticketing-Systemen ist es robust, kostengünstig und für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen leicht nutzbar. Offen ist, inwieweit die Nachfragsteigerungen Anpassungen des Angebots bedingen, wie sich ein Offenbacher Bürgerticket in das bestehende Tarifsystem und die vertraglichen Rahmenbedingungen im RMV einpassen kann und wie die Finanzierung des Tickets konkret - auch unter dem Blickwinkel der Abgabengerechtigkeit - organisiert werden kann. Ergänzend zu der Idee eines Bürgertickets werden Möglichkeiten für zielgruppenbezogene Tarife (z.B. für Einkaufsverkehr, Neubürger etc.) erarbeitet.

Sonderhandlungsfeld "Luftreinhaltung und Lärmminderung"

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben ist in Offenbach bis spätestens 2007/08 ein Aktionsplan zu erstellen, der die zur Lärmreduzierung erforderlichen Maßnahmen festlegt. Mindestinhalte sind die Angabe von „Problemen und verbesserungswürdigen Situationen“, die Schätzung und Bewertung der Betroffenenanzahl, geplante Maßnahmen zur Lärmminderung und Schutz von Gebieten in den nächsten 5 Jahren, die langfristige Strategie und Finanzierung der Maßnahmen sowie ein Evaluationskonzept zur Bewertung der Durchführung und der Maßnahmen.

Die Lärmanalyse liefert wichtige Inputs für andere Handlungsfelder des VMP. Die Ergebnisse des VMP können dann umgekehrt ihren Niederschlag im Lärmminderungsplan finden.

Im Gegensatz zum Lärmminderungsplan besteht für die Stadt Offenbach derzeit keine gesetzliche Verpflichtung, einen Aktionsplan für die Luftreinhaltung zu erstellen. Dennoch wird die Luftreinhaltung zusammen mit dem Lärmschutz als Teil einer gemeinsamen Umweltplanung behandelt. Dies bietet den Vorteil, dass Maßnahmen auf ihre Wirkung sowohl im Hinblick auf den Lärmschutz als auch im Hinblick auf den Immissionsschutz in ihrer Wirksamkeit optimiert und langfristig angelegt werden können.

Ferner sind bei der Beteiligung der Bürger und in der öffentlichen Diskussion die Themen Lärmschutz und Luftreinhaltung nur schwerlich zu trennen.

Handlungsfeld "Datenmanagement und Verkehrsstrategien"

Verkehrliche Strategien für Veranstaltungen

Mittlere und große Veranstaltungen führen zu Beeinträchtigungen des Verkehrsablaufs, wenn große Mengen an Besucher- und Zulieferverkehr zu bewältigen sind oder wenn die Veranstaltungen selbst Verkehrsflächen beanspruchen. Ziel des Handlungsfelds ist es, ämterübergreifend und in Zusammenarbeit mit wichtigen örtlichen Veranstaltern sowie auf der regionalen Ebene wirkungsvolle und verbindliche Strategien zu entwickeln, um die verkehrlichen Beeinträchtigungen gering zu halten. Das Handlungsfeld kann gleichzeitig als Muster dafür dienen, wie Prozesse innerhalb der Verwaltung (analog zu Qualitätsmanagementsystemen) definiert, dokumentiert und weiterentwickelt werden.

Verkehrsdatenmanagement

In der Stadt Offenbach werden eine Vielzahl von Verkehrsdaten auf verschiedenen Grundlagen und Plattformen gesammelt. Ziele sind die Abstimmung über gemeinsame Grundlagen (GIS) sowie die Organisation von Schnittstellen und Datenaustausch auf lokaler und regionaler Ebene. Mit einem Datenmanagement können Planungs- und Steuerungsprozesse nachhaltig optimiert und verbessert werden.

Verbesserung der Verkehrsinformation

Bewusstes und dem jeweiligen Verkehrszweck bestmöglich angepasstes Mobilitätsverhalten ist nur dann möglich, wenn die Verkehrsteilnehmer über sachgerechte Informationen verfügen. Die Verkehrsinformationen müssen dabei aktuell und nach Möglichkeit verkehrsmittelunabhängig verfügbar sein.

Die Zuverlässigkeit der Information ist dabei wichtiger als ein zu großer Detaillierungsgrad. Bei planbaren Ereignissen wie Großveranstaltungen oder Baustellen sollte die Information nicht auf einzelne Medien (z.B. Internet) beschränkt sein, sondern es sollten weiterhin auch konventionelle Medien eingesetzt werden.

Informationen zum Verkehrszustand und zum Verkehrsangebot sollten die jeweilige Verkehrssituation wiedergeben (z.B. tatsächliche Ankunftszeit öffentlicher Verkehrsmittel anstelle von Fahrplandaten, Auslastungszustand von Parkeinrichtungen). Über akzeptierte Medien wie den Rundfunk sollten nicht nur einseitige Verkehrsinformationen (Staumeldungen für Straßen), sondern z.B. auch Hinweise zu Verspätungen und Störfällen im ÖV angeboten werden.

Verkehrsinformationen stellen eine wichtige Grundlage für Mobilitätsmanagement und Verkehrssteuerung dar. Ihre Verbesserung hat daher hohe Priorität, ist aber zugleich auch aufwändig (Entwicklung, Anschaffung und Betrieb der erforderlichen Technik; Datenbeschaffung, Datenaufbereitung und Datenbereitstellung) und somit als Daueraufgabe anzusehen. Aus Effizienzgründen sollten an verschiedenen Stellen bereits vorhandene Daten (einschließlich verkehrsrelevanter Strukturdaten) verwendet und ggf. nutzergerecht aufbereitet werden. Dies erfordert eine Intensivierung und Organisation der Zusammenarbeit mit den entsprechenden lokalen und regionalen Partnern.

Der Aufbau und die kontinuierliche Pflege von geeigneten Kooperationsformen ist wesentlicher Bestandteil der Aufgabe, Verkehrsinformationen wirksam zu verbessern.

Verkehrssteuerung im Netz

Verkehrssteuerung im Netz wirkt der Überlastung des Verkehrsnetzes entgegen („Flüssigkeit des Verkehrs“) und hilft bei starker Nutzungskonkurrenz Zielkonflikte zu entschärfen. Grundlage der Verkehrssteuerung ist eine auf unterschiedliche Verkehrssituationen abgestimmte Strategie, die den Zielen der Verkehrspolitik Rechnung trägt und auf die die Teilsysteme des Verkehrs sowie einzelne Maßnahmen abgestimmt werden.

Die Verkehrssteuerung im Netz ist ein entscheidendes Instrument zur Sicherung von Umweltzielen. Ebenso wichtig wie der Einsatz moderner Technik, die einen wichtigen Beitrag zu einer wirkungsvollen Verkehrssteuerung leisten kann, sind deshalb Entscheidungen zu bzw. die regelmäßige Überprüfung von strategischen Netzen und Vorrangnetzen. Bereits vorhandene stationäre Wegweisung sowie Lichtsignalsteuerung und Parkraumkonzepte sind wichtige Elemente der Verkehrssteuerung. So lässt sich beispielsweise der Zufluss in die Innenstadt durch „Pförtnerampeln“ dosieren.

Die bestehende Ausstattung und die zugehörigen Konzepte sind zunächst auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der formulierten Ziele (Reduzierung des Durchgangsverkehrs, Lenkung des Schwerverkehrs, Reduzierung der Beeinträchtigungen durch Emissionen, Erhöhung der Verkehrssicherheit) hin zu bewerten; entsprechende Verbesserungspotenziale sind zu benennen und zu nutzen. Die Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik bietet gute Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der dynamischen Verkehrssteuerung.

Dies erfordert jedoch zum einen Investitionen, zum anderen bestehen sehr starke Wechselwirkungen mit dem Handlungsfeld Verbesserung der Verkehrsinformation. Daher ist die Weiterentwicklung der Verkehrssteuerung kurz- und mittelfristig zu planen und in Abhängigkeit von Stand der Technik und der Verfügbarkeit von Finanzmitteln und Daten kontinuierlich weiterzuentwickeln.