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Starker August
© bru-nO/pixabay.com/de
Mehrmals im Jahr wandern kleine Zirkusse von Stadt zu Stadt. Vor der ersten Vorstellung sind nicht nur Karten und Plakate zu drucken, sondern auch die Ämter der jeweiligen Stadtverwaltung zu kontaktieren und Nachweise vorzulegen. Ein Überblick

Checkliste für Zirkusbetriebe

Vor einem Zirkus-Auftritt in der Stadt Offenbach am Main sind folgende Ämter zu kontaktieren: Ordnungsamt, Veterinäramt, Umweltamt, Bauaufsicht.

Diese sind zu erreichen unter:

Ordnungsamt
Stadt Offenbach am Main - Stadthaus
Berliner Straße 60
63065 Offenbach
+49 (0) 69 80 65 26 04
ordnungsamtoffenbachde
Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Stadt Offenbach am Main - Stadthaus
Berliner Straße 60
63065 Offenbach
+49 (0) 69 80 65 49 10
veterinaeramtoffenbachde
Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Stadt Offenbach am Main - Kaiserpalais
Kaiserstraße 39
63065 Offenbach
+49 (0) 69 80 65 25 57
umweltamtoffenbachde

Voraussetzung ist ein Eintrag im Zirkusregister und die Erlaubnis zum "Zur Schaustellen von Tieren". Sofern unbefestigte Grünflächen genutzt werden sollen, ist eine Skizze des zum Aufbau benötigten Platzes sowie die Kennzeichnung der genauen Anschrift auf dem Stadtplan erforderlich. Die Bauaufsicht stellt für die Genehmigung Fliegender Bauten ein Formular zum Download bereit.

Nach der Anmeldung informieren die Ämter darüber, ob weitere Informationen benötigt werden.  

Flächen

Die Stadt Offenbach verfügt nicht über Flächen, die für die Nutzung von Zirkusvorstellungen geeignet und genehmigungsfähig wären.

Private Anbieter können Grundstücke anbieten. Auch hier sind aber Vorgaben des Tier- und Naturschutzes zu beachten und die Veranstaltung bei den entsprechenden Ämtern anzumelden. 

Weitere Informationen

So verpachtet zum Beispiel die Firma Clariant regelmäßig eine kleine Asphaltfläche in Bürgel – es handelt sich um eine in früheren Zeiten temporär als Parkplatz genehmigte Fläche in einem als ökologisch bedeutsam gekennzeichneten Gebiet des Regionalen Flächennutzungsplanes. Diese Flächen stehen in Verbindung mit der Renaturierung des Kuhmühlgrabens und werden langfristig zurückgebaut.

„Wir wollen niemandem den Spaß am Zirkus nehmen. Jedes Unternehmen sollte sich aber im Vorfeld sehr genau informieren, ob die gemieteten Flächen zur vorgesehenen Nutzung geeignet und für das eigene Zelt groß genug sind“, erläutert Heike Hollerbach vom Umweltamt. Zuletzt sorgte in Bürgel die Dino-Show mit einer nicht genehmigten Nutzung der nicht befestigten Flächen für erhebliche Verwüstungen durch Lastwagen und Plattformen – trotz entsprechender Hinweise im Nutzungsvertrag. Aktuell startet hier ein Zirkus, der ebenfalls auf die Beschränkung auf die Asphalt-Fläche hingewiesen wurde. Beim Vergleich wurde erkennbar, dass frühere Zirkusunternehmen mit deutlich kleineren Zelten angereist waren und damit weniger Probleme mit dem Platz hatten. „Und es gibt zahlreiche Zirkusbetriebe, die einfach Gelände nicht genehmigt nutzten und Beschädigungen auf den Naturschutzflächen verursachten“, so Hollerbach. Auffällig bei dem aktuellen Zirkus ist, dass hier ein viel größeres Zelt benutzt wird, was schon zu Problemen, auf der befestigten Fläche führt. In diesem Einzelfall ist eine kurzfristige Lösung für den Einzelfall gefunden worden. „Das kann allerdings nicht als Regel abgeleitet werden. Wer sich im Vorfeld nicht gründlich informiert, kann nicht davon ausgehen, dass es schon irgendwie klappen wird. Der Naturschutz geht hier eindeutig vor“, betont das Hollerbach. „Wir empfehlen daher allen Zirkus-Unternehmen sowie Verpächtern von Flächen sich rechtzeitig vor einem geplanten Auftritt in Offenbach unter umweltamtoffenbachde und ordnungsamtoffenbachde über Möglichkeiten und Vorgaben zu informieren um möglichst Ärger und unnütze Schwierigkeiten zu vermeiden“, so Hollerbach.

Bildinformation:

Luftaufnahme aus Bürgel: Genehmigungsfähige Fläche für Veranstaltungen ist grün umrandet.
Foto: Stadt Offenbach

Luftaufnahme aus Bürgel
Luftaufnahme aus Bürgel © Stadt Offenbach

Tiere im Zirkus

Alle Zirkusse müssen im deutschen Zirkusregister eingetragen sein und eine Erlaubnis gemäß § 11 des Tierschutzgesetzes zum „Zur Schaustellen von Tieren“ von der eigenen Melde-/Heimatbehörde haben. Kommt ein Zirkus zum Gastspiel in die Stadt Offenbach, muss der Betreiber sich vorab beim Veterinäramt unaufgefordert melden und diese "§ 11-Erlaubnis" vorlegen.

Zusätzlich finden vor Ort noch unangemeldete Kontrollen statt. 

Weitere Informationen

Der § 11 des Tierschutzgesetzes umfasst einige Tätigkeiten, die für Tierhalter genehmigungspflichtig sind, hier ein Auszug:

11, Nr.

  1. Tiere in einem Tierheim oder in einer ähnlichen Einrichtung halten,
  2. Tiere in einem Zoologischen Garten oder einer anderen Einrichtung, in der Tiere gehalten und zur Schau gestellt werden, halten, (Zoo und Tiergehege)
  3. Wirbeltiere, die nicht Nutztiere sind, zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung in das Inland verbringen oder einführen oder die Abgabe solcher Tiere, die in das Inland verbracht oder eingeführt werden sollen oder worden sind, gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung vermitteln, (Auslandstierschutz)
  4. für Dritte Hunde zu Schutzzwecken ausbilden oder hierfür Einrichtungen unterhalten,
  5. Tierbörsen zum Zwecke des Tausches oder Verkaufes von Tieren durch Dritte durchführen oder
  6. gewerbsmäßig, außer in den Fällen der Nummer 1,
  7. a) Wirbeltiere, außer landwirtschaftliche Nutztiere und Gehegewild, züchten oder halten, (Hunde-/Katzenzüchter)
  8. b) mit Wirbeltieren handeln, (Tierhandlungen, Pferdehändler etc.)
  9. c) einen Reit- oder Fahrbetrieb unterhalten,
  10. d) Tiere zur Schau stellen oder für solche Zwecke zur Verfügung stellen, (Zirkus)
  11. e) Wirbeltiere als Schädlinge bekämpfen oder (Schädlingsbekämpfer)
  12. f) für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten (also Hundetrainer)

Zirkusvorstellung und Plakatierung anmelden

Jede Zirkusvorstellung gilt als öffentliche Veranstaltung und ist beim Ordnungsamt anzumelden. Dies gilt auch für geplante Werbemaßnahmen wie Plakatierung.

Nutzbarkeit der Flächen prüfen lassen

Innerhalb von Offenbach gelten neben Tier- und Naturschutzgesetzen auch Beschränkungen der Nutzung von Flächen durch Bebauungspläne oder den Regionalen Flächennutzungsplan. vor allem auf unbefestigten Flächen kann eine naturschutzrechtliche Genehmigungspflicht durch die Untere Naturschutzbehörde bestehen. Auskünfte dazu erteilt das Umweltamt.

Offenbach am Main, November 2019