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Wie ist die Bevölkerung der Offenbacher Innenstadt unterwegs? Welche Verkehrsmittel werden bevorzugt, wie wird die Verkehrsinfrastruktur in der Nachbarschaft eingeschätzt, und welche Meinung besteht zum aktuellen Fahrradstraßenprojekt Bike Offenbach? Diese und andere Fragen sollen mithilfe einer schriftlichen Haushaltsbefragung der Goethe-Universität Frankfurt rund um das Senefelder Quartier und die südliche Innenstadt beantwortet werden.
Bike Offenbach-Wimpel beim Auftakt "Fahrradstraße zum Anfassen" am 8.8.18
© Urban Media Project

In den kommenden Tagen werden dazu in diesem Gebiet 4.000 Fragebögen verteilt. Die Anwohnerinnen und Anwohner werden gebeten, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um den Fragebogen auszufüllen und mit dem beiliegenden Rücksendeumschlag kostenlos und anonym zurückzusenden.

Von der Befragung erhoffen sich Prof. Dr. Martin Lanzendorf, Dr. Annika Busch-Geertsema und Andreas Blitz aus der Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung am Institut Humangeographie neue Erkenntnisse rund um die Themen innenstädtischer Verkehr und Förderung nachhaltiger Mobilität. Der anhaltende Bevölkerungszuwachs in urbanen Räumen führt dort auch zu einer Zunahme des Verkehrs und der damit verbundenen Herausforderungen wie Staus, Lärm und Schadstoffemissionen. Wie die aktuellen Debatten um Dieselfahrverbote zeigen, sehen sich dabei die Städte vermehrt dem Druck ausgesetzt, den Problemen entgegenzuwirken.

Meinung zu Fahrradstraßen gefragt
Ein Ansatz, der in diesem Zusammenhang in Offenbach verfolgt wird, ist die Förderung des Fahrradverkehrs, beispielsweise durch die Einrichtung von innerstädtischen Fahrradstraßen im Zuge des Projekts Bike Offenbach. „Um den Erfolg solcher Maßnahmen bewerten zu können, ist es unerlässlich, die ansässige Bevölkerung und deren Sichtweisen miteinzubeziehen.“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Frankfurter Goethe-Universität, Andreas Blitz. In der Befragung gehe es daher neben dem alltäglichen Mobilitätsverhalten, den individuellen Einstellungen zu verschiedenen Verkehrsmitteln und der Verkehrssituation in der Innenstadt auch um die persönliche Meinung zum Fahrradstraßenprojekt. Unter anderem werden dazu anhand von Abbildungen verschiedene Konzepte zu Fahrradstraßen vorgestellt, welche die Befragten beurteilen können.

Insgesamt soll die Erhebung Aufschluss darüber geben, welche Mobilitätsbedürfnisse die Anwohnerinnen und Anwohner haben und wie die zukünftige Gestaltung der Mobilität in der Innenstadt aussehen könnte.

Forscher hoffen auf hohe Beteiligung
Die Ergebnisse fließen in das Projekt Bike Offenbach mit ein und werden dafür an die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe weitergegeben, die von der Stadt Offenbach mit dem Projektmanagement für Bike Offenbach beauftragt ist. OPG-Projektmanager Ulrich Lemke freut sich über die wissenschaftliche Begleitung: „Dadurch erhalten wir wichtige Hinweise, wie wir die Akzeptanz für Bike Offenbach erhöhen und noch mehr Menschen für das Radfahren begeistern können.“ Darüber hinaus können die Erkenntnisse auch als Anhaltspunkt für vergleichbare städtische Räume dienen.

Die Forschenden hoffen auf eine hohe Beteiligung durch die Bevölkerung. Um den Rücklauf zu steigern, wird es neben einer schriftlichen Vorankündigung auch den persönlichen Kontakt durch Studierende geben, die etwa eine Woche nach dem Verteilen der Fragebögen bei den Haushalten klingeln, um für die Teilnahme zu werben.

Der Fragebogen wurde mit Unterstützung von Janina Albrecht, Prof. Peter Eckart und Prof. Dr. Kai Vöckler von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach entworfen. Gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt ist die HfG Teil des interdisziplinären Förderprogramms LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) des Landes Hessen mit dem Schwerpunkt „Infrastruktur – Design – Gesellschaft“, welches sich mit der Gestaltung der Mobilität im Rhein-Main-Gebiet auseinandersetzt und das die Kosten für die Befragung trägt.