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"Bike Offenbach hilft uns, annähernd Situationen für Radfahrende wie in Holland oder Dänemark zu bekommen. Es wäre sehr schön und sehr wünschenswert, dass Radfahrer auch in Deutschland etwas sicherer unterwegs sind."
Porträt Bike OF: Jürgen Strohl von "Mosebachs Berjeler Radhaus"
Jürgen Strohl führt das traditionsreichste Fahrradgeschäft Offenbachs am neuen Standort in die Zukunft. © UMP

116 Jahre Fahrrad Mosebach, 100 Jahre Nachtrieb Frankfurt, 65 Jahre am Standort Waldstraße - und jetzt ein Neustart als "Mosebachs Berjeler Radhaus" an der Fahrradstraße Von-Behring-Straße in Offenbach.Bürgel: Das ist kurzgefasst die Geschichte, die hinter Bürgels neuem Fahrradladen steht. Seit gut zehn Jahren ist Jürgen Strohl Bestandteil der Geschichte des traditionsreichsten Fahrradgeschäfts in Offenbach, und nun führt er es am neuen Standort in die Zukunft. Er bietet den gewohnten Rundherum-Service an: von der Reparatur über den richtigen Fahrradhelm bis zum neuen Rad.

Vor dem Umzug nach Bürgel stand eine Menge Arbeit an, denn die Lagerbestände stammten aus der über hundertjährigen Historie von zwei Firmen: Fahrrad Mosebach wurde 2001 von Andreas Müller von Nachtrieb übernommen, die einst in Sachsenhausen Vespas und Fahrräder reparierten. Für die zum Teil musealen Lagerbestände bietet die neue Fläche in der ehemaligen Metzgerei in Bürgel leider nicht genügend Platz, vieles ging an Freunde und Kunden. Jetzt liegt der Werkstatt-Arbeitsplatz aus Platzgründen im ehemaligen Kühlraum, Kacheln und Fleischerhaken inklusive. Doch der neue Standort hat viele Vorteile, denn neben Neukunden aus Bürgel finden auch die alten Kunden aus der Innenstadt den Weg ins Grüne.

Die Lage des Mosebach Berjeler Radhaus direkt an der Fahrradstraße ist ideal, denn so ist der Zweiradfan nah an seinen Kunden. Fahrkundschaft (statt Laufkundschaft) nennt Jürgen Strohl das liebevoll, denn immer wieder kommen neue Menschen in den Laden, die ihn im Vorbeiradeln entdeckt haben. So kann er dann allerdings auch live erleben, wie wenig Rücksicht manche Autofahrenden noch immer nehmen: Sie fahren – auch ohne Anliegen – gerne noch die Fahrradstraße entlang, hupen ihren Weg frei oder parken so nah an den Ecken, dass die Einsicht in die Fahrradstraße unmöglich wird. Er wünscht sich, dass Offenbach im Radverkehr noch ein paar Schritte weitergeht, Radwege zum Beispiel baulich abgegrenzt und mehr kontrolliert werden. Beim Blick aus seinen großen Fenstern fällt Jürgen Strohl aber noch etwas auf: dass die Fahrradstraße sehr gut angenommen wird, mehr und mehr Radelnde unterwegs sind. „Offenbach ist da auf einem ganz guten Weg!“, findet er.

Kurzporträt Bike OF: Jürgen Strohl von "Mosebachs Berjeler Radhaus". © Urban Media Project