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Bike Offenbach-Wimpel beim Auftakt "Fahrradstraße zum Anfassen" am 8.8.18
© Urban Media Project
Das städtische Projekt Bike Offenbach erfährt weitere wissenschaftliche Unterstützung: Ein Team der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach arbeitet derzeit an Designkonzepten für die Fahrradstraßen, und die AG Mobilitätsforschung der Goethe-Universität Frankfurt bereitet zum Beginn der Radsaison 2019 eine repräsentative Umfrage zum Thema vor.

Designkonzept für die Fahrradstraße

Wie sollten Fahrradstraßen und ihr Umfeld gestaltet sein, damit sie als sicher gelten und gerne befahren werden? Dieser Frage widmet sich das HfG-Team unter Leitung von Prof. Peter Eckart und Prof. Dr. Kai Vöckler. Wie seine Bestandsaufnahme zeigt, gibt es dafür weder national noch international einheitliche Regelungen. Die Analyse – auch anhand von Messungen der Hochschule Darmstadt - belegt zudem für Offenbach, dass die meisten Autofahrer mit mehr als den erlaubten 30 km/h auf der Teststrecke in der Senefelderstraße unterwegs sind.
Auf Basis dieser Recherchen entwickeln die HfGler nun Designvorschläge, von den Markierungen bis hin zu einer grundsätzlichen Neugestaltung der Fahrradstraßen. Im Gespräch sind außerdem „Bikespots“, um die Attraktivität des neuen Radnetzes zu erhöhen. Bis März 2019 sollen, in Abstimmung mit der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), die Ergebnisse vorliegen.

Mehr erfahren über die Fahrradmobilität der Bürgerinnen & Bürger

Involviert ist auch die AG Mobilitätsforschung des Instituts für Humangeographie an der Goethe-Universität Frankfurt, die das Projekt mit 16 Studenten unter Leitung von Dr. Annika Busch-Geertsema, Prof. Dr. Martin Lanzendorf und Andreas Blitz seit Oktober 2018 zwei Semester lang begleitet. Geplant ist eine repräsentative Befragung im März 2019, die neben den Anwohnern der Teststrecke auch Anlieger einer weiteren geplanten Fahrradstraße in Offenbach einbezieht. Nutzen sie selbst Fahrradstraßen, oder könnten sie sich das künftig vorstellen? Wie beurteilen sie die Infrastruktur für Velos? Akzeptieren sie das Projekt Bike Offenbach und dessen Vorhaben, oder gibt es Vorbehalte? Diese und ähnliche Punkte sowie allgemeine Mobilitätsmerkmale sollen die Studierenden in rund 4.000 zu verteilenden Fragebögen erfassen.

OPG-Projektmanager Ulrich Lemke freut sich über die wissenschaftliche Begleitung: „So wissen wir bald mehr über die Fahrradmobilität der Offenbacher Bürgerinnen und Bürger. Außerdem erhalten wir wichtige Hinweise, wie wir die Akzeptanz für Bike Offenbach erhöhen und noch mehr Menschen für das Radfahren begeistern können.“

Die Forschung im Rahmen der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – kurz: LOEWE – ist Teil eines Förderprogramms, mit dem das Land Hessen wissenschaftspolitische Impulse setzen und die Forschungslandschaft stärken will. Der LOEWE-Schwerpunkt Infrastruktur – Design – Gesellschaft fokussiert dabei auf die Mobilität des Einzelnen im Verhältnis zum Verkehrssystem und dessen Infrastruktur. Die Beteiligten entwickeln Konzepte zur Planung, Gestaltung und Förderung von umweltfreundlichen Mobilitätsräumen mit dem Ziel, die Einstellungen und Verhaltensweisen von deren Nutzerinnen und Nutzern positiv zu beeinflussen.

Zum Projekt: Bike Offenbach – eine Stadt neu erfahren

Um die Menschen zum Umsatteln zu bewegen, muss die Infrastruktur stimmen. Offenbach macht hierfür den (Rad-)Weg frei: Dank des Projekts Bike Offenbach lässt sich die Stadt bald ganz neu erfahren. Bis 2021 entstehen neun Kilometer Fahrradstraßen, die das Stadtgebiet und das Umland neu erschließen. Auf den Fahrradstraßen gilt maximal Tempo 30 für alle, zudem dürfen Radler nebeneinander fahren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat im Frühjahr 2018 die Mittel für das Verbundprojekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach – genannt Bike Offenbach – bewilligt und stellt dafür rund 4,53 Millionen Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Verbundpartner ist die Stadt Neu-Isenburg, die ebenfalls eine Förderzusage bekam. Die Gesamtkosten des über die Region hinaus wegweisenden Projekts liegen bei rund 5,95 Millionen Euro. Die Projektentwicklungsgesellschaft OPG aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe ist von der Stadt Offenbach mit dem Projektmanagement für Bike Offenbach beauftragt.

08.02.2019