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Bike OF Radlerin
© Ryan J. Lane
Jetzt ist es offiziell: Offenbach lässt sich in den kommenden Jahren ganz neu erfahren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat die Mittel für das Verbundprojekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach bewilligt, das dem Radverkehr Vorfahrt einräumt. Dafür stellt das BMU rund 4,53 Millionen Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Unter dem Motto „Fahrradstraße zum Anfassen“ soll noch in diesem Jahr auf der Senefelderstraße ein Testabschnitt eingerichtet werden.

„Die Förderzusage ist von großer Bedeutung für die Stadtentwicklung“, freut sich  Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Der Zuzug nach Offenbach halte unvermindert an, der Verkehr wachse, gleichzeitig werden Dieselfahrverbote diskutiert. Um Mobilität für alle zu gewährleisten, sei es unabdingbar, den Radverkehr zügig auszubauen: „Damit können wir die Straßen entlasten und Staus reduzieren, die Lebensqualität im Wohnumfeld verbessern und Standortvorteile schaffen.“

Welches Potenzial in der Förderung des Radverkehrs liegt, hat die Stadt längst erkannt. Das Thema spielt unter anderem im Masterplan 2030 sowie im Integrierten Klimaschutzkonzept eine wichtige Rolle – und das aus gutem Grund: Im Verkehrsmix von Offenbach machen Radfahrer bisher lediglich 9,2 Prozent aus. „Wenn wir nun die Radachsen ausbauen und auf den Fahrradstraßen Vorfahrt gewähren, schaffen wir Anreize, damit die Menschen gerade auf kurzen Strecken umsatteln“, sagt Weiß. Der Bildungsdezernent hat dabei vor allem die Schülerinnen und Schüler im Blick, von denen bislang nur 13 Prozent zur Lehrstätte radeln.

Sichere Wege für alle Generationen

Das Offenbacher Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement hatte im Herbst 2017 den Förderantrag für den Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ eingereicht, der vor wenigen Wochen vom Bundesumweltministerium (BMU) bewilligt wurde. „Unser Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren ein gut ausgebautes Netz an Radrouten über annähernd das ganze Stadtgebiet zu spannen, das sichere Wege für alle Generationen schafft“, erläutert die Projektleiterin des Stadtplanungsamtes, Ivonne Gerdts.

Die Gesamtkosten des Projekts, das von der Stadtverordnetenversammlung Ende Oktober 2017 beschlossen wurde, liegen bei rund 5,95 Millionen Euro. Das Projektmanagement liegt bei der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. Zum Expertenteam zählen das Frankfurter Planungsbüro „Radverkehr Konzept“ und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Offenbach (ADFC), der unter anderem das Projekt mit seiner Kampagne „Offenbach fährt fair“ unterstützt.

Sechs Verkehrsachsen ausgewiesen

„Wir haben sechs Radverkehrsachsen ausgewiesen, die wichtige Verbindungswege in Offenbach und ins Umland abdecken und bisher nicht entsprechend ausgebaut sind“, erläutert OPG-Projektmanager Ulrich Lemke. Dort sollen Fahrradstraßen, neue Radwege und Schutzstreifen eingerichtet werden, deren Verlauf wichtige Ziele wie Schulen, Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen mit einbindet. In den Fahrradstraßen hat der Radverkehr Vorrang, Radfahrer dürfen nebeneinanderfahren, und es gilt maximal Tempo 30 für alle.

Die neuen Wege werden auffällig gestaltet, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Orientierung zu erleichtern. Weitere Maßnahmen sehen vor, Kreuzungen und Knotenpunkte fahrradfreundlich umzugestalten, Lücken im Radverkehr zu schließen und die Anbindung an die Nachbarkommunen auszubauen. „Uns ist es wichtig, sichere und direkte Verbindungen zu schaffen, um damit Nutzergruppen anzusprechen, die bisher nicht mit dem Rad gefahren sind“, unterstreicht Lemke.

Berufspendler zum umsatteln motivieren

Schon seit April 2017 arbeiten die Stadt Neu-Isenburg und die Stadt Offenbach gemeinsam an den interkommunalen Verbindungen, und Neu-Isenburg hat als Verbundpartner ebenfalls eine Förderzusage erhalten. Nun sind sichere und asphaltierte Radverbindungen von Offenbach nach Neu-Isenburg und Gravenbruch vorgesehen. Auch mit dem Kreis Offenbach und der Stadt Obertshausen wird der Ausbau von weiteren überörtlichen Verbindungen untersucht. Insbesondere bei den interkommunalen Verbindungen wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung/Arbeits- gemeinschaft Nahmobilität Hessen, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und der Hochschule Darmstadt unterstützt; letztere begleitet das Projekt auch wissenschaftlich.

Mit dem überörtlichen Angebot möchten die Verantwortlichen vor allem die Berufspendler aus oder nach Offenbach, die einen hohen Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen haben, zum Umsatteln motivieren. Enormes Verlagerungspotenzial bergen auch die innerstädtischen Fahrten: 40 Prozent der hier zurückgelegten Wege sind kürzer als vier Kilometer – und damit für die allermeisten gut mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Kampagne Bike Offenbach rückt Thema ins Bewusstsein

Um das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, startet die OPG nun die Kampagne „Bike Offenbach – Unsere Stadt neu erfahren“, erarbeitet von der Agentur Urban Media Project. „Es ist eine spannende Herausforderung, die Verkehrsteilnehmer aus Offenbach und dem Umland über die neuen Mobilitätsoptionen zu informieren und sie so möglichst auch für die Verbesserung der gesamtstädtischen Verkehrslage zu gewinnen.

Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, die weniger Fahrrad-affinen Zielgruppen zu erreichen und vom Umstieg aufs Rad zu überzeugen. Der breite Ansatz bedarf einer zeitgemäßen Kommunikation, welche die verschiedenen Zielgruppen da anspricht, wo sie sich mit ihrer Stadt beschäftigen – im Stadtraum, in den sozialen Netzwerken oder klassisch in der Presse“, so Loimi Brautmann vom Urban Media Project.

"Fahrradstraße zum Anfassen"

Zeitnah möchten die Verantwortlichen das Projekt nun mit dem Aufbau einer Teststraße auf den Weg bringen. Die „Fahrradstraße zum Anfassen“ soll im September in der Senefelderstraße zwischen der Marienstraße und dem Starkenburg-/Friedrichsring entstehen. Eine Infoveranstaltung vor Ort stellte kürzlich vor allem den Anwohnern die näheren Pläne vor: Alle Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Straßen und des Senefelderquartiers waren eingeladen, sich am Mittwoch, 8. August 2018, an der Roland-Passage zu informieren und mit Projektbeteiligten auszutauschen.

Für die Realisierung von „Bike Offenbach“ steht als nächster Schritt bis Ende 2018 ein Projektbeschluss bevor. Im Frühjahr 2019 sollen dann die konkreten Baumaßnahmen anlaufen. Der aktuelle Fortschritt des Projekts lässt sich auf der neuen Webseite www.bikeoffenbach.de verfolgen, die das Team der Stadtwerke-Unternehmens-kommunikation mit Unterstützung von UMP als Microsite innerhalb des städtischen Internetportals aufgebaut hat. Unter dem Menüpunkt „Fahrradstraßen“ stehen auch drei detaillierte Pläne als Download bereit.

Dass das Projekt jetzt Fahrt aufnimmt, lässt die Menschen in mehrfacher Hinsicht durchatmen – denn der Ausbau des Radverkehrs soll erheblich dazu beitragen, die CO2-Emissionen in der Stadt zu senken. Auf Basis von BMU-Modellrechnungen hat das Expertenteam für Offenbach ein Minderungspotenzial von mehr als 19.400 Tonnen Treibhausgasen pro Jahr ermittelt. So soll sich unsere Stadt auch in punkto Luftqualität bis 2021 ganz neu erfahren lassen.

Offenbach, 18.07.2018

Radverkehrskonzept Offenbach

Das Projekt Fahrrad-(straßen)-stadt ist wichtiger Bestandteil des Radverkehrskonzepts der Stadt Offenbach. Hierzu zählen bereits umgesetzte oder in der Umsetzung befindliche Maßnahmen wie die Öffnung von Einbahnstraßen im Gegenverkehr, die Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer, eine neue Radwegweisung im Stadtgebiet, das Anbringen neuer Radwegstreifen, abschließbare Fahrradboxen, Verleihstationen für Pedelecs, Call-A-Bike-Stationen von DB Rent und dem Geschäftsfeld Mobilität der Stadtwerke Unternehmensgruppe, der Radroutenplaner für Schüler sowie der Fahrradstadtplan. 

Stadtwerke Offenbach Immobilien

Zum Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe gehören die Unternehmen GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach, GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach sowie die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH. Die OPG unterstützt als Partnerin der Stadt Offenbach die Stadt- und Standortentwicklung. Mit ihren Dienstleistungen aus den Bereichen Projektentwicklung, Projektmanagement, Erschließung und Projektvermarktung begleitet die OPG den Wandel Offenbachs von einer Industriestadt zu einem modernen Kreativ- und Wirtschaftsstandort. Die OPG trägt dazu bei, das Stadtbild Offenbachs positiv und zukunftsweisend zu verändern. Im Auftrag der Stadt setzt sie strategisch bedeutsame Projekte kompetent und zuverlässig um. Zu den aktuellen Projekten zählen die Entwicklung des Hafenareals, die Entwicklung und Vermarktung des Neubaugebietes "An den Eichen" sowie die Projektsteuerung zahlreicher Schul- und Kita-Projekte für die Stadt. Für die Entwicklung des Hafens Offenbach ist die OPG in der Kategorie Stadtentwicklung mit dem Immobilienmanager Award 2017 ausgezeichnet worden.

Alle Informationen zum Projekt: