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Damit die Einsatzwagen der Feuerwehr leichter in die Fahrzeughalle reinfahren können, erhält die Garage neue Tore. Es ist nicht die erste Sanierung an dem 1962 errichteten Gebäude und es wird auch nicht die Letzte sein.
Artikel: OP-Online vom 20.03.2018

Obwohl in Zukunft viel Geld in die Instandhaltung der Einsatzzentrale investiert werden muss, wird es vorerst keinen Neubau geben – dennoch läuft die Suche nach einem neuen Standort. Eine neue Netzwerktechnik, ein zu sanierendes Flachdach, Feuchtigkeitsschäden im Keller – dieser kurze Auszug von Maßnahmen zeigt, was im Jahr 2017 alles nötig war, um das Feuerwehrgebäude an Rhönstraße instand zu halten. Zusätzlich wurde beschlossen, für zweieinhalb Millionen Euro einen Erweiterungsbau zu errichten, um den Raumbedarf zu decken.

Große Fahrzeughalle
Große Fahrzeughalle © Feuerwehr Offenbach

„Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Feuerwehrchef Uwe Sauer im vergangenen Dezember in der Diskussion um ein zusätzliches Gebäude. Rund drei Monate später hat Sauers Aussage nicht an Aktualität verloren und weiterhin Bestand. „Auch der Erweiterungsbau wird nichts daran ändern, dass wir aus allen Nähten platzen.“
Deshalb macht sich Sauer derzeit verstärkt Gedanken um einen Neubau. „Viel länger als 15 bis 20 Jahren wird es unter den derzeitigen Bedingungen nicht mehr funktionieren.“ Eine lange Zeit. Warum schwirrt das Thema heute schon in seinem Kopf? „Einen geeignetes Grundstück zu finden, ist schwierig.“ Die Feuerwehr muss ihre Wache zentral in der Stadt haben. Sie ist gesetzlich verpflichtet, innerhalb von acht Minuten am Einsatzort zu sein. Das begrenzt mögliche Alternativen. „Der Buchhügel ist eine Möglichkeit, ebenfalls der ehemalige Güterbahnhof oder das Allessa-Gelände“, zählt Sauer drei Möglichkeiten auf. Wenn sich nicht schon jetzt nach einem geeigneten Platz umgeschaut werden würde, laufe die Feuerwehr Gefahr, sich in Zukunft auf zwei Standorte in der Stadt aufzuteilen, was es laut Sauer zu vermeiden gilt.

Auf offene Ohren stößt der Amtsleiter beim zuständigen Dezernenten Felix Schwenke. Für den Oberbürgermeister ist es legitim, sich schon jetzt Gedanken über einen neuen Standort zu machen. „30 Jahre wird es an der Rhönstraße sicher nicht mehr funktionieren.“ Der OB bringt das Allessa-Areal als „ernsthafte Option“ ins Spiel. Sobald ein Bebauungskonzept erstellt wird, solle die Feuerwehr in den Überlegungen Berücksichtigung finden. Von einer überstürzten Hauruck-Reaktion hält der Verwaltungschef aber nichts. „Das Gesamtkonzept sieht vor, das Gebäude so lange wie möglich zu halten.“

Daher heißt es, statt in einen kompletten Neubau in die Instandhaltung und in einen Erweiterungsbau zu investieren. Daher hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung ohne große Aussprache sein Okay für die Erneuerung der hofseitigen Fahrzeughallentore gegeben. 480.000 Euro kostet es, die zwölf Einfahrten zu modernisieren und an die Größe der Feuerwehrfahrzeuge anzupassen. Die Tore stammen aus den 1980er Jahren und weisen allesamt Abnutzungserscheinungen auf. Mittlerweile liefert der Hersteller keine Ersatzteile mehr, sodass sich die Feuerwehr bei Defekten mit provisorischen Reparaturmaßnahmen behelfen muss. Eine der Einfahrten ist komplett außer Betrieb.

Bei der Sanierung der Tore, die fortan automatisch und geöffnet werden können, wird ebenfalls der Boden ausgebessert. Durch das Gewicht der Fahrzeuge haben sich in dem Asphalt in der Halle Risse gebildet, was immer wieder Feuchtigkeitsschäden im Keller zur Folge hat. Außerdem wird eine ebenerdige Einfahrt geschaffen. Derzeit müssen die Einsatzfahrzeuge über eine mehrere Zentimeter hohe Kante in die Halle rollen.

Die Erneuerung der Tore ist nicht die einzige dringende Sanierungsmaßnahme. „Die Kanalisation ist seit 56 Jahren in Betrieb, hier muss etwas geschehen“, sagt Sauer. Außerdem benötigen das Dach und die Betonfassade eine Ausbesserung – wieder einmal. „Das ist etwa alle zehn Jahre nötig“, so Sauer.
Quelle: OP-Online vom 20.03.2018