Sprungmarken
Aktuelles Wetter:Wetter21° C
Suche
Suche

girlsday
© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Geschichte des Girls Day

In Deutschland ist der Girls’Day eine Gemeinschaftsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Die bundesweite Koordinierungsstelle für den Girls’Day ist beim Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt. Seit 2011 findet parallel zum Girls’Day auch ein bundesweiter Boys’Day statt, der die Rollenstereotype für Jungen aufbrechen möchte.

Ein toller Tag auf der Feuerwehr

Notruf, schwere Ausrüstung, große Höhen, viel Technik – 22 Schülerinnen stellten sich beim Girls‘ Day den beruflichen Aufgaben einer Feuerwehrfrau. In der Feuer- und Rettungswache der Feuerwehr Offenbach erwarteten die 11-15 Jahre alten Mädchen dabei Informationen zum Beruf der Brandmeisterin und realitätsnahe Übungen.

Der Girls`Day steht für Vielfalt und Chancengleichheit im Beruf. Der Zukunftstag eröffnet Aussichten - ganz individuell nach Talent und Neigung. Das Ziel des Girls‘ Day ist es, den Schülerinnen jenseits von Rollenklischees eine Vielfalt von Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Für die Stadtverwaltung Offenbach öffnet die Feuerwehr als Dienststelle mit überwiegend technischen Berufen ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen durch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Feuerwehr Ina Sittmann. Brandoberinspektor Norbert Habenstein, zugleich stellvertretender Wachgruppenführer, stellte den Schülerinnen das Berufsbild der Feuerwehrfrau – Brandmeisterin – vor und erläuterte welche Anforderungen gestellt werden, um den Ausbildungsberuf zu erlernen. Herr Habenstein brachte es auf den Punkt: „Wir Feuerwehrleute leisten schnelle technische und medizinische Hilfe in Not und Gefahr für Mensch und Tier“. Außer den spannenden Aufgaben des Löschens und Bergens besteht der Arbeitsalltag auch aus Aufgaben des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes. Die dafür notwendige Technik und Bekleidung der Feuerwehrleute wurde im Anschluss praktisch vorgeführt.

Auch Oberbrandmeister Alexander Habicht begleitete den potenziellen Nachwuchs einen Tag lang durch den abwechslungsreichen und mitunter brandgefährlichen Alltag. Dabei nimmt die Bekleidung der Feuerwehrleute für ihren persönlichen Schutz eine zentrale Rolle ein. Dass Technik Mädchen begeistern kann, bewiesen die Schülerinnen bei der Besichtigung der Einsatzleitwagen in der Fahrzeughalle und im Umgang mit hydraulischem Gerät. Schülerinnen testen die Kleidung fühlten sich sichtlich wohl in der – etwas zu großen – Feuerwehrkluft und waren nicht wenig erstaunt darüber was Feuerwehrleute zu ihrem eigenen Schutz während eines Einsatzes alles tragen.

Erste Hilfe
Erste Hilfe leicht gemacht © Feuerwehr Offenbach

Oberbrandmeister Denis Rebel zeigte eindrucksvoll an einer Übungspuppe die Herz-Lungen Wiederbelebung. Aber nicht vom Zuschauen allein waren die Mädchen begeistert, jede Teilnehmerin konnte sich selbst in Erster Hilfe am Patienten beweisen. Einige erinnerten sich an den Erste Hilfe Kurs in der Grundschule. Auch die stabile Seitenlage wurde gezeigt

Hauptbrandmeisterin Sandra Reng erläuterte anschließend die Aufgaben der Leitstelle und der Notrufabfrage. Die Schülerinnen lernen anhand eines Rollenspiels was auf der Wache passiert, wenn ein Notruf 112 bei der Feuerwehr abgesetzt wurde.

Zum Schluss blieb noch Zeit für eine Übung. Auf dem Hof wartet sein Kollege Hauptbrandmeister Roger Neuhäusel mit der Drehleiter auf die Mädchen. Etwas verhalten aber dann voller Begeisterung steigen die Schülerinnen in den Korb der Drehleiter und werden auf fast 30 Meter in die Höhe gefahren. Alle beweisen sich als schwindelfrei und genießen die Aussicht über die Stadt Offenbach. Bei der Abschlussbewertung gaben sie Bestnoten. Ob sie dauerhaft für diesen Beruf „Feuer gefangen“ haben, wird die Zukunft zeigen. „Ein Besuch in der Wache ist auch immer eine Möglichkeit, die Mädchen für die Jugendfeuerwehr oder für die Freiwillige Feuerwehr zu begeistern“, weiß Alexander Habicht, Oberbrandmeister und Betreuer der Jugendfeuerwehr in Offenbach.

Girls Day 2017
Die Teilnehmerinnen des Girls Day © Bernd Georg