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Fenster, Reduktionsschnitt, 6 Farben, P. Sevilla Ciordia
»Fenster«, 2016, Reduktionsschnitt, 6 Farben © P. Sevilla Ciordia
3. April – 14. Juni 2020
Vernissage: Mittwoch, 3. April 2020, 18 Uhr

Das Jahr 2020 steht unter dem Druckerstern!

Unter dem Titel »DURCH – HOCH – FLACH – TIEF« hat Kuratorin Katja M. Schneider über das gesamte Jahr ein spannendes Programm zum Unesco-Weltkulturerbe »Druckkunst« zusammengestellt. Gemeint sind die vier traditionellen Drucktechniken: Durchdruck (Siebdruck), Hochdruck (Linoldruck), Flachdruck (Lithographie) und Tiefdruck (Radierung). Diese künstlerisch nutzbaren Drucktechniken werden in ihrer modernsten Ausprägung durch Ausstellungen aktueller Künstlerinnen und Künstler vorgestellt. Dazu werden in Kabinettausstellungen Schätze aus der Grafischen Sammlung des Hauses der Stadtgeschichte gezeigt und die Techniken in Workshops und Vorträgen für das Publikum erfahrbar gemacht. Offenbach am Main hat nämlich eine Druckgeschichte, die viele Höhepunkte aufweist, beispielsweise den hugenottischen und hebräischen Buchdruck im 18. Jahrhundert, die weltweit erste kommerzielle Einführung des Steindrucks im Musikverlag Johann André im Jahr 1800, die Andréschen Mozart-Notendrucke aus den bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Verlag vorhandenen Original-Manuskripten, den illegalen Druck der politischen Flugschrift »Der Hessische Landbote « von Georg Büchner (1834) beim Offenbacher Buchdrucker Carl Preller, die Schriftgestalter der Druckerei Gebr. Klingspor im beginnenden 20. Jahrhundert und vieles mehr.

Die zweite Ausstellung des Druckerjahrs beschäftigt sich mit Hochdruck und ist von Philipp Hennevogl.

Verselbständigung der Linie, die gleichwohl eingebunden bleibt in die technische Behandlung der Fläche; dies ist eines der Merkmale der zum Teil sehr großformatigen Arbeiten des Berliner Künstlers Philipp Hennevogl. Ausgangspunkt jedes Werks ist immer zunächst die Photographie, die dann in einen Linolschnitt transformiert wird. Anders als erwartet, führt dies jedoch nicht zu einem schlichten Realismus, sondern der Bezug zum Realen wird auf frappierende Art und Weise unterlaufen. Wohl erkennt man auf jeder Arbeit ein Motiv, jedoch erreicht der Künstler durch die eingesetzte Technik eine Detailfülle, die es dem photographischen Ursprung entzieht und in den Schnitt selbst überträgt. Erzielt wird damit eine optische Simultanität, das Motiv wird in die Fläche gesetzt und damit dem räumlichen Kontext entzogen. Durch diese Technik werden überbordende Muster erschaffen, Strukturen, serielle Flächen, mäandernde und florale Linien,
die dem Motiv den Realismus austreiben. Zu sehen sind die großen Register der

Kunstgeschichte: Stilleben, Portraits, Landschaften, Architekturen.
Text: Sabine Flach (Auszug)