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Schriftzug 1918 auf einem Monument
© Pixabay.com
Freitag, 20. September 2019, 18 Uhr
Mit Andreas Greim.
Reguläre Eintrittspreise. Keine Anmeldung erforderlich.
Am Freitag, 20. September 2019, 18 Uhr, stellt Historiker Andreas Greim im Haus der Stadtgeschichte seine Publikation “Der Arbeiter- und Soldatenrat (Volksrat) der Stadt Offenbach am Main. Eine Dokumentensammlung zur Tätigkeit des Offenbacher Rats 1918/1919“ vor, die in der Schriftenreihe „Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte“ der Hessischen Historischen Kommission in Darmstadt erscheint (44,- Euro; ISBN 978-3-88443-334-8). Eine Einleitung spricht Professor Dr. Friedrich Battenberg, Vorsitzender der Hessischen Historischen Kommission.

Die neue Dokumentensammlung vereint knapp 200 Quellen zum Offenbacher Arbeiter- und Soldatenrat. Diese Quellen geben uns heute nicht nur Aufschluss über die Entstehung, Zusammensetzung und Funktionsweise des Offenbacher Rates, sondern sie berichten auch von dessen Aktivitäten und gewähren somit einen authentischen Einblick in den Alltag der Revolution. Viele dieser Quellen erschlossen sich bislang nur denjenigen Menschen, die im Lesen der alten deutschen Schreibschrift geübt sind. Mit der jüngst erschienenen Dokumentensammlung werden sie erstmals in gedruckter Form einem historisch interessierten Publikum in einem einfach und bequem benutzbaren Buch zugänglich gemacht. Die Quellen werden hierbei ergänzt durch einen biografischen Teil. In gut 150 Einzelbiografien werden uns mit Foto die Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates sowie weitere Personen aus Landesregierung, Verwaltung, Polizei, Militär und Volkswehr vorgestellt. Dem Quellen- und biografischen Teil ist zudem ein Textteil vorangestellt. Eine Einleitung führt zunächst in den Aufbau und die Benutzung der Dokumentensammlung ein. Der Hauptteil erläutert dann die Grundzüge und Rahmenbedingungen der Offenbacher Stadtgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wir erfahren dort von der Fabrikstadt Offenbach, der „Traditionszone“ der hessischen Sozialdemokratie, von der Sozialstruktur der Stadt, der Branchenstruktur ihrer Wirtschaft und deren Krisenanfälligkeit sowie von den Besonderheiten des örtlichen Arbeitsmarktes. Wir erfahren weiter von der Entwicklung der Offenbacher Bevölkerung und Wirtschaft im Weltkrieg und in der Winterkrise 1918/19. Wir erfahren schließlich von den Aufgaben und Tätigkeitsbereichen des Offenbacher Rates. Wir erfahren hierbei, dass die Arbeit des Offenbacher Rates angesichts vielfältiger Sorgen und Nöte im Winter 1918/19 (Arbeitslosigkeit, Mangel, Teuerung, Streiks) weit mehr von dem Wunsch getragen war, zur Normalität zurückzukehren, als von dem unbedingten Willen zur revolutionären Veränderung. Das Gesamtbild der Dokumentensammlung runden zahlreiche, zum Teil bisher unveröffentlichte Abbildungen ab.