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Gemälde von Raffael
© Pixabay.com
Vortrag mit Dr. Kertin Appelshäuser-Walter.
Mittwoch, 4. November 2020, 19 Uhr.
Reguläre Eintrittspreise. Anmeldung erforderlich bis zum 2. November 2020 unter 069/8065-2446 oder hds-terminplanung@offenbach.de.
An Raffaels 500. Todestag am 6. April 2020 darf ihm niemand in Rom eine Rose auf sein Grab im Pantheon legen. Doch der Maler hat uns etwas zeitlos Gültiges hinterlassen, dem in diesem Vortrag gedacht werden möchte:

In Raffaels „Transfiguration“ (1520) werden durch Raffael erstmals in der Kunstgeschichte die in den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas getrennten, aber aufeinanderfolgenden Szenen der „Verklärung“ UND der „Heilung eines besesssenen Jungen“ kombiniert. Jesus spricht in der Verklärungsszene über seine Passion in Jerusalem und heilt anschließend den Jungen. Hierzu gibt es neue Forschungsergebnisse, die diese Heilung in den Kontext einer gefundenen Vorzeichnung Raffaels sowie in den einer Inschrift des 15. Jahrhunderts an einer der spiralförmig gewundenen Ädikulasäulen des Petrusgrabes in Alt-St.-Peter setzen.

Jesus predigte nicht nur im Jerusalemer Tempel, er heilte auch an den Säulen der Tempelpforte einen Lahmen. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, den Blick auf den frühchristlichen Mosaikzyklus in S. Apollinare Nuovo in Ravenna zu richten. Denn hier sind im Fries der einen Langhausseite Szenen der Passion Jesu und im Fries der gegenüberliegenden Seite Szenen der verschiedenen Heilungen Jesu dargestellt. Diese im Vortrag vorgestellte synoptische Gegenüberstellung möchte die Bindekraft zwischen Tod und Heilung durch Christus in der geistigen und kompositorischen Einheit durch die Kunst aufzeigen.