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singende Kinder mit Kerzen
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Dr. Rudolf Oswald
Sonntag, 30. August 2020, 15 Uhr
Reguläre Eintrittspreise.
Anmeldung erforderlich: hds-terminplanung@offenbach.de / 069/8065-2446
Seit vor etwa zehn Jahren zahlreiche Missbrauchsfälle in Bildungseinrichtungen, die unter katholischer Trägerschaft standen und stehen, bekannt wurden, ist auch der Alltag in kirchlichen Erziehungsheimen der 1950er und 1960er Jahre verstärkt in den Fokus der historischen Aufarbeitung geraten. Dabei ließen schon erste Forschungsergebnisse die konfessionelle Anstaltspädagogik der Nachkriegszeit nicht in bestem Lichte erscheinen. Offenkundig herrschte in vielen von katholischen und evangelischen Würdenträgern geführten Heimen ein System der Angst und Gewalt.

Angesichts der Tragik vieler der untersuchten Fälle, tritt jedoch meist in den Hintergrund, dass die Gewaltexzesse in der Frühphase der Bundesrepublik keineswegs aus dem „Nichts“ kamen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg, dann aber vor allem in den Jahren der Weimarer Republik, wurde in kirchlichen Einrichtungen exzessiv von einem – meist staatlich sanktionierten – Züchtigungsrecht Gebrauch gemacht, dominierten unter konfessionellen Erziehern die Befürworter der Prügelstrafe.

Der Vortrag soll einen ersten Überblick über eine bisher in der Heimdebatte vernachlässigte Zeit geben.