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Logo zum Aktionsjahr 2021 - Jüdisches Leben in Deutschland
© 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.
Die Stadt Offenbach beteiligt sich am deutschlandweiten Aktionsjahr 2021-Jüdisches Leben in Deutschland. Das Haus der Stadtgeschichte beteiligt sich mit einem entsprechendem Programm.

»1700 JAHRE JÜDISCHES LEBEN IN DEUTSCHLAND«

Im Jahr 2021 ist es 1700 Jahre her, dass erstmals jüdisches Leben auf dem Boden des späteren Deutschland nachweisbar ist: Im Jahr 321 legte der römische Kaiser Konstantin fest, dass Juden städtische Ämter im Stadtrat Kölns übernehmen durften. Aus diesem Grund gedenken Orte mit jüdischer Tradition in Deutschland ihrer Geschichte durch Veranstaltungen und Ausstellungen. In Offenbach am Main wird vom 21. November bis 23. Januar die Ausstellung »Marc Chagall – Die Bibel. Ein Meisterwerk des französischen Malerbuchs« zu sehen (Haus der Stadtgeschichte, in Kooperation mit dem Klingspor Museum). Im Rahmenprogramm finden im Haus der Stadtgeschichte eine international besetzte Vortragsreihe mit folgenden Terminen und Themen statt:
Logo "Reichtum der Gemeinschaft - Jüdisches Leben in Offenbach"
© Stadt Offenbach

VORTRAG »EIN OFFENBACHER BUB PHILOSOPHIERT – RABBINER SALOMON FORMSTECHERS STUDIE ›DIE RELIGION DES GEISTES‹, (1841)«

ANTON JAKOB WEINBERGER

JOURNALIST UND VORSITZENDER DER MAX DIENEMANN / SALOMON FORMSTECHER – GESELLSCHAF IN OFFENBACH AM MAIN

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 19 Uhr

Der Offenbacher Rabbiner Salomon Formstecher setzte sich im
19. Jahrhundert für eine »würdevolle Ordnung« jüdischer Gottesdienste
ein, bevorzugte eine deutschsprachige Liturgie. Im Jahr
1841 veröffentlichte er seine Schrift »Die Religion des Geistes« als
philosophisches Werk der jüdischen Reformbewegung.

VORTRAG »KULTURELLE UND HISTORISCHE ASPEKTE HEBRÄISCHEN BUCHDRUCKS IN OFFENBACH AM MAIN«

DR. JÖRG FÜLLGRABE

HISTORIKER

Sonntag, 7. November 2021, 15 Uhr

Im 18. Jahrhundert gab es in Offenbach am Main einen blühenden hebräischen Buchdruck, der bis ins frühe 19. Jahrhundert fortdauerte. Ein wichtiger Absatzmarkt war Frankfurt am Main, wo die Zünfte, wie auch in anderen Städten, das Entstehen hebräischer Druckereien verhindert hatten. Die freiere Situation im isenburgischen Offenbach wird beleuchtet.

VORTRAG »REGINA JONAS – DIE ERSTE RABBINERIN WELTWEIT (1935)«

DR. ELISA KLAPHECK [ANGEFRAGT]

RABBINERIN

Sonntag, 14. November 2021, 15 Uhr

Im Jahr 1935 ordinierte Rabbiner Max Dienemann in Offenbach eine Frau, erstmals weltweit, als Rabbinerin: Regina Jonas, die 1944 in Auschwitz umkam. Elisa Klapheck trat in diese Fußstapfen, erhielt 2004 ihre Ordination in den USA. Seit 2005 arbeitete sie als Rabbinerin in Amsterdam, kam im Jahr 2009 nach Deutschland zurück und ist seitdem Rabbinerin des »Egalitären Minjan« der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main.

VORTRAG »NACH DER SHOA – MEINE BESUCHE BEI OFFENBACHER ZEITZEUGINNEN UND ZEITZEUGEN IN ISRAEL«

PROF. DR. KLAUS WERNER

DOZENT UND BEAUFTRAGTER DES LANDESVERBANDES DER JÜDISCHEN GEMEINDEN IN HESSEN FÜR DIE JÜDISCHEN FRIEDHÖFE IN HESSEN

Sonntag, 17. November 2021, 19 Uhr

Klaus Werner veröffentlichte 1988 seine Publikation zur Geschichte der Offenbacher Juden in den Jahren 1933 bis 1945 (»Zur Geschichte der Juden in Offenbach am Main«, Bd. 1), die vor allem auch auf Interviews mit – heute nicht mehr lebenden – Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Israel beruht. Er berichtet über die damaligen Reisen.

FILMVORFÜHRUNG »REGINA JONAS – DIE ERSTE RABBINERIN DER WELT« UND »THERESIENSTADT. EIN DOKUMENTARFILM AUS DEM JÜDISCHEN SIEDLUNGSGEBIET«

DR. JÜRGEN EICHENAUER

MUSEUMSLEITER

Samstag, 20. November 2021, 15 Uhr

Der Dokumentarfilm (Deutschland, GB, Ungarn, Österreich 2013) von Regisseurin Dianan Groós erzählt von Regina Jonas (1902-1944), einer starken Frau, die als weltweit erste ordinierte Rabbinerin in die Geschichte einging. Jonas wuchs als Tochter eines orthodoxen jüdischen Hausierers im Berliner Scheunenviertel auf, studierte ab 1924 an der liberalen »Hochschule für die Wissenschaft des Judentums« und wurde 1935 durch Rabbiner Dr. Max Dienemann in Offenbach am Main zur Rabbinerin ordiniert. Während des Nationalsozialismus und des Krieges sprach sie den verfolgten deutschen Juden in ihren Predigten mit beispielloser Hingabe Mut zu. 1944 wurde Regina Jonas in Auschwitz ermordet. Als Leitmotiv des Films fungiert das einzige Foto Jonas. Es zeigt eine entschlossene junge Frau, die selbstbewusst in die Kamera schaut.

»Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet « ist ein von den Nationalsozialisten im Stil des Dokumentarfilms produzierter Propagandafilm, der vom August bis September 1944 gedreht wurde. Er sollte die angeblich guten Lebensverhältnisse im Konzentrationslager Theresienstadt (heutiges Terezín in Tschechien) darstellen und damit zur Verschleierung der Vernichtungspolitik des NS-Regimes beitragen. Eine Komplettfassung, soweit das heute nachvollzogen werden kann, wurde im März/April 1945 NS-intern vorgeführt. Er wurde niemals öffentlich gezeigt; die vollständige Filmkopie gilt seitdem als verschollen. Diese Szenen aus dem Filmmaterial wurden in der Nachkriegszeit publiziert.

Der Regisseur und Drehbuchautor des Films, der Häftling Kurt Gerron, und die meisten prominenten unfreiwilligen »Mitwirkenden «, wie auch fast alle Kinder-Darsteller wurden nach den Aufnahmen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Die anschließende Diskussion wird von Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer moderiert.

ONLINE-VORTRAG MIT ANSCHLIESSENDER DISKUSSION »MEIN LEBEN IN ZWEI KULTUREN – VON DEUTSCHLAND NACH ISRAEL«

LEA FLEISCHMANN

AUTORIN, INITIATORIN DER LEA FLEISCHMANNBILDUNGSPROJEKTE IN JERUSALEM

Sonntag, 5. Dezember 2021, 15 Uhr

Lea Fleischmann veröffentlichte 1980 das vielbeachtete Buch »Dies ist nicht mein Land«, in dem sie die Gründe ihrer Auswanderung nach Israel schildert. Zuvor war sie im hessischen Schuldienst tätig, erlebte in den 1970er Jahren Ausgrenzungserfahrungen im Rhein-Main-Gebiet, die sie in ihrem Buch schildert, ehe sie ein neues Leben begann.

VORTRAG »DAS STOLPERSTEIN-PROJEKT DER GESCHICHTSWERKSTATT IN OFFENBACH AM MAIN«

GABRIELE HAUSCHKE-WICKLAUS / BARBARA LEISSING

Geschichtswerkstatt Offenbach am Main

Mittwoch, 8. Dezember 2021, 19 Uhr

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Berliner Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 mm und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Stolpersteine wurden in Deutschland wie auch in 26 weiteren europäischen Ländern verlegt. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

In Offenbach engagiert sich seit vielen Jahren die Geschichtswerkstatt für das Projekt.

VORTRAG »CHAGALLS RADIERUNGEN AUS DEM ALTEN TESTAMENT«

DR. KERSTIN APPELSHÄUSER-WALTER

KUNSTHISTORIKERIN

Mittwoch, 15. Dezember 2021, 19 Uhr

Der Vortrag widmet sich Marc Chagalls subtilen Schwarz- Weiß-Radierungen über die fünf Bücher Mose. An seinem Werk arbeitete Chagall 25 Jahre: von 1931 bis 1955. Das Klingspor Museum besitzt ein Exemplar dieser Chagall-Bibel, deren 105 Szenen er seine persönlich empfundene Tiefe gibt: Überzeugend veranschaulicht er das liebevolle, behutsame Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen, indem er Berühren, Zuwenden, Ängste, Fragen, Erkennen sichtbar macht. Chagalls Engel, Hände, sein Flächen-Verzerren zugunsten der Verselbständigung der anatomisch »normalen« Gegebenheiten und nicht zuletzt die gewählte graphische Technik und damit Nichtfarbigkeit bringen dies zum Ausdruck. Diesen Aspekten und der wichtigen künstlerischen Anregung, die Chagall in Rembrandt fand, widmet sich der Vortrag.

Museumspädagogik

Speziell für Kinder, Jugendliche und Familien gibt es diese Programmpunkte!

GESCHICHTE ENTDECKEN »THERESIENSTADT. EIN DOKUMENTARFILM AUS DEM JÜDISCHEN SIEDLUNGSGEBIET « – FILMVORFÜHRUNG UND GESPRÄCH MIT EINER ZEITZEUGIN

MIT ANNINA SCHUBERT

Samstag, 4. Dezember 2021, 15 Uhr

Es gibt immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die über die Ereignisse des Nationalsozialismus berichten können. Im Rahmen des Gedenkjahres »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« bietet das Haus der Stadtgeschichte die Möglichkeit für junge Menschen (ab 14 Jahren), sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gemeinsam wird der Film »Theresienstadt. Ein Dokumentarfi lm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet « angeschaut und die entstandenen Eindrücke zugeordnet. Fragestellungen wie: »Wie wirkt der Film, der umgangssprachlich auch »Hitler baut den Juden eine Stadt« genannt wurde, als Propaganda?« werden erörtert. Im Rahmen der Nachbesprechung werden Fragen für ein anschließendes Gespräch mit einer Zeitzeugin gesammelt, die selbst als Kind in Theresienstadt war.

FAMILIENNACHMITTAG IM MUSEUM »CHANUKKA UND WEIHNACHTEN, WIE FEIERST DU DENN?« – FAMILIENFEST BEI CHRISTEN UND JUDEN

MIT ANNINA SCHUBERT

Samstag, 18. Dezember, 15 Uhr

Christen und Juden feiern Ihre Feiertage oft ganz verschieden. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten. Zur Weihnachtszeit soll diese Veranstaltung Familien die Möglichkeit geben, sich auszutauschen und die jeweils Andersgläubigen besser zu verstehen. Beim gemeinsamen Reden, Basteln und Erläutern der Feiertagshintergründe freuen wir uns auf viele interessierte Menschen, die über den Tellerrand schauen möchten.

Die Ausstellung »Marc Chagall – Die Bibel. Ein Meisterwerk des französischen Malerbuchs« wird ebenfalls angesehen.

Für alle Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung unter 069/8065 2646 während der Öffnungszeiten des Museums oder unter hds-terminplanung@offenbach.de notwendig.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen dieser Reihe ist frei.

Wir freuen uns auf Sie!

WIR DANKEN DEM VEREIN
„1700 JAHRE JÜDISCHES LEBEN IN DEUTSCHLAND E.V.“ FÜR DIE FÖRDERUNG DER VORTRAGSREIHE!

Förderlogo Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
© Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat